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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-02-13 · Heft 7 (13.2.1866) · p. Seite 101

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 7 (13.2.1866)
Date
1866-02-13
Page
Seite 101 (sequence 7)
Language
German
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lOir gültig; ist es, zu welcher. Religion er sich bekennt und welchem Stande er angehört. Gleich darauf folgen die, Statuten, einer Stipendienstiftung der „Friedensgesellschast - in- Potsdam." Die Stipendien belaufen sichbis/zu 5.0 Thlr. und werden an unbemittelte Studirende? ertheilt. In diesen wird K/. 3 erfordert,-daß dev,Bewerber sich zum Christenthume bekenne.. Man sieht, .daß. die Juden es Wohl noch nöthig Haben, von ihren - Glaubensgenossen, noch besonders bedacht zu werden,Mnd daß es den letzteren wohl, ansteht, für die Bekenner, ihres' Glaubens etwas Besonderes - zu thun. — Man; idenkt - hier-/ Wald dm neue.', Repräsentanz in ihr Amt tritt (im.-Mai), an die Rabbinerwahl zu gehen. In erster Linie blickt man auf die Herren DDr. Aub \ in Mainz und, Geiger in Frankfurt am Main. Allerdings würde dies noch einen ziemlichen Kampf kosten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Verona, 20. Januar. (N. fr. Pr.» Ein von der hierortigen Finanzbehörde vor; kurzer; Zeit provocirter Rechtsstreit Und dessen demnächst bevorstehende Erledidung spannen hier die allgemeine Aufmerksamkeit. Vor etwa, einem -halben Jahrhundert ward einem hiesigen Israeliten durch ein a. h. Privilegium das Recht des Tabakverschleißes auf Lebensdauer verliehen. Der streng orthodoxe Jude hatte; regelmäßig mit Beginn des Sabbaths seine Trafik geschlossen und den ihm daraus erwachsenen /materiellen Schaden gern verschmerzt. So that er's durch mehr denn vierzig Jahre,- ohne jeden Einspruch der-ihm Vorgesetzten.Behörde. Vor wenigen Wochen. nun erging an rhu die.behördliche Weisung, künftig auch am Samstag seine Trafik geöffnet zu lassen, widrigenfalls ihm das Verschleißrecht sofort entzogen werden./müßte. Der bestürzte Jude, in Orthodoxie ergraut, recurrirte gegen diese ihm unerwartete Anordnung bei der-Oberbehördein Venedig, und alle hiesige .liberale und illiberale Welt ist auf die Entscheidung - gespannt. / ..; Lemberg, 25. Januar.; Wie wir; schon in voriger Nummer angedeutet, motivirte heute Gr af Goluch o w s k i seinen Antrag auf Ertheilung der vollständigem R e a l b es i tz f ähig k eit an die I s r a e l i te n in Galizien. Die./.österreichische/Regierung.habe gleich nach Erwerbung - Galiziens die socialen- Verhältnisse dieses Kronlandes in. möglichster Uebereinsümmung mit den deutschen Crblanden geregelt. Aus dieser Zeit stammen verschiedene Einschränkungen .der Israeliten im Verhältnisse zu der christlichen Bevölkerung. Erst in den Jahren 1859 und 1860 sei eine ganze Reche solcher Bestimmungen abgeschafft worden. Doch mußte die damalige absolute Regierung in der Abschaffung bestehender Gesetze behutsam Vorgehen -, da keine constitutionelle Repräsentation bestanden habe, /welche die Verantwortlichkeit hiefür mit der Regierung gecheilt hätte. Pflicht der Landesvertretung sei es aber, weitere Fortschritte anzustreben. Das Gesetz vom Jahre 1860 habe überdies seinen Zweck — auf die geistige Ausbildung der Juden hinzuwirken — in Folge der bewilligten. zahlreichen Ausnahmen nicht erreicht. (Das. bezogene , die Unterschrift Goluchowski's als Staats-- minister tragende Gesetz forderte bekanntlich, als Bedingung der / Realbesitzfähigkeit höhere Studien oder Officiersrang.i Wahr sei es, daß im Lande die Meinung verbreitet.-sei, die Ertheilung der unbedingten Realbesitzfähigkeit an Israeliten werde zur Benachtheiligung der christlichen Bevölkerung führen. Redner könne aber diese Meinung nicht theilen, denn diejenigen, welche ihre Güter zu verkaufen genöchigt seien, könnten durch die vermehrte Concurrenz der Käufer nur gewinnen, den Uebrigen aber könne es gleichgültig, sein, ob Juden oder Christen Gutsbesitzer würden: Auch die Befürchtung, daß die zu häufige Berührung der Juden mit dem Landvolke schädlich wirken würde, sei unbegründet.; übrigens könne man diese- Berührung nun einmal nicht verhindern, da dieselben als Schänkwirthe, Kaufleute .und Speculanteneinen.weit verderblicheren Einfluß auszuüben im Standeseien, denn als Grundbesitzer, -als welche sie vielmehr'-zur Schonung ihrer Nachbarn gezwungen sein werden.! Auch solle man nicht etwa meinen , daß die erhaltene Berechtigung dieselben sofort zum massenhaften Andrange zur Landwirtschaft bewegen werde, da der Handel und die Industrie, mit denen: sie sich jetzt beschäftigen , viel einträglicher seien.: „Meine Herren! es ist Ihnen derneueste kaiserlich russische Ukas bekannt,welcher/die römischen Katholiken von. dem Rechte des Realbesitz-Erwerbes ausschließt. Derselbe hat wohlbegründete.Entrüstung hervorgerufen. Dulden wir nicht, daß auch bei/ uns-eine ganze Gesellschaftsklasse sich in gleicher. Lage befinde - (Bravo von. der; Linken) p halten wir vielmehr

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