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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-16 · Heft 3 (16.1.1866) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 3 (16.1.1866)
Date
1866-01-16
Page
Seite 32 (sequence 14)
Language
German
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zwischen der.Schwerz und Holland kein Hinderniß mehr haben, und der zwischen. -der Schweiz und,Heu ZrMsW-x einSDatckl Md'^Utz deiaVageBidisigung mHrellthal-' ten. P^MsHMßiM ÄW -HÄl eüros päischen Staats- und Völkerrechte verschwunden, und die internationale Freizügigkeit auch in Europa zum Grundsatz erhoben. Neuerdings hat auch . Rußland begonnen, den Juden, wenn auch Mr .noch theAweisedie Hr'etzÜgrgfeit innerhalb seiner ungeheuren 'Länderstriche zu gewähren. Es hat dies nur halb gethan, und da hälbe Versuche fast gar keinen Erfolg haben, wird es -wohl'bald zur vollen Freizügigkeit übergehen. Dann läßt .es sich denken, daß auch die bevorstehenden Handelsverträge zwischen Rußland und den andern europäischen Staatenkeine ausschließende Bestimmung enthalten Werden. Wie lange -noch Spanien und Tyrol ihren Grenzbann gegen Protestanten und Juden werden erhalten können, steht dahin; Portugal und Norwegen (letzteres gegen Katholiken und Juden) haben ihn aufgegeben. ■ Jedermann sicht ein, von welcher Wichtigkeit dieser Vorgang prinzipiell und faktisch ist; und mögen wir daraus abermals , die Beruhigung ziehen , daß, wie verworren auch die politischen und socialen Verhältnisse liegen, der Fortschritt in der Realisirung vernünftiger und . gerechter Prinzipien unaufhaltsam ist. Wie Wenuncianlen. Mitten in die gehobene Stimmung und die freudigen Erwartungen, welche die ungarischen Juden, insbesondere die jüdische Bevölkerung von Pest in ihrer doppelten Eigenschaft als Magyaren und Juden beseelen , siel in den jüngsten Tagen ein kalter Schlag,, der die Gemüther aufregte und verwirrte. Die öffentlichen Blätter berichten, mit offenbar satyrischem Anstrich, der aber um so mehr die Stimmung bezeichnet, Folgendes: . Ein pester Correspondent der „Presse" berichtet von .dort:. „Die Spaltung in der Judengemeinde ist eine gewaltige;-., gerade jetzt, wo die Israeliten an der Pforte der Emancipation angelangt sind, wird die Stadt mit allerlei Geklatsch erfüllt. Der hiesige Vorbeter der orthodoxen Gemeinde, Namens Schor, hat das Gerücht ausgesprengt, der pester Rabbiner vr. Meisel an der königlichen Hostafel gegessen hätte. Kaum hatte Se. Ehrwürden von dieser entsetzlichen Anklage Kenutyiß^erhaltP^^als UiH eine er sögteM) Alls eme Menge NEHUäMEsvMb^^ie GeMemde hielt ■ eine aüßerord^rtkchk SitzMg^s.,',erwies sich die Unschuld MeisKs, da er, nach der Aussage ,von mehreren Zeugen, blos Obst und Käse, nebst würzigem^ Rebensaft genossen habe. Der Vorsänger wurde seines Amtes entsetzt. Die Zeugen haben Folgend^ angegeben: Die beiden Rabbiner haben von jeder Speise wohl heraüsgelangt, sie auf den Teller gelegt, aber berührt haben sie keine derselben/ mithin haben die beiden Priester nur die Courtoisie beobachtet, jedoch die mosaischen Gesetze, welche nur koschere Speisen erlauben, auch um. kein Haar verletzt. Ein Zeuge (ein aufwartender Diener) sagte aus, „die beiden Rabbiner hätten auch Gabel und Messer gebraucht und die Pantomime des Effens gemacht, aber kein Bissen kam über ihre Lippen". Da nun die Unschuld dieser Herren in glänzender Weise ans Tageslicht kam, so hofft man, daß sich die Aufregung der Gemüther bald legen wird." Man kann sich denken, welchen Eindruck ein solcher Vorgang auf die nichtjüdische Welt machen muß, wenn die Denunciation eines erbärmlichen Subjectes so viel Einwirkung hat, um eine förmliche Untersuchung, ein Zeugenverhör, selbst königlicher Lakaien, und eine ausdrückliche Unschuldserklärung, und damit ein Hinausdrängen des ganzen Geklätsches in die Welt zur Folge hat. Die Wichtigkeit, die man so der Sache in der jüdischen Sphäre gegeben, muß sie mindestens in demselben Grade der christlichen Welt erscheinen lassen. Während man sich einerseits geehrt und glücklich fühlte, daß die Vertreter des Judenthums zur königlichen Tafel gezogen wurden, und man darin ein Zeichen der gleichen Huld und Gerechtigkeit seitens Sr. Majestät des Kaisers erblickte, macht man andererseits aus der Denunciation eines untergeordneten Subcjeetes, daß jene an dieser Tafel Etwas genoffen hätten, so viel Aufhebens, umin eine ordentliche Untersuchung Und Freisprechung.einzugehen. Welche Wirkung muß ein solches Gebähren nach verschiedenen. Seiten hin haben!' Aber die Sache hat noch eine andere, allgemeinere und weitergreifende Bedeutung, die . hier hervorzuheben unsere Pflicht ist. Wir meinen nämlich, daß es hie Pflicht des Pester Vorstandes gewesen wäre, in eme solche Untersuchung n i cht einzugehen und die Denunciation. mit dem Ausdrucke des Ekels und des 'Widerwilleich zurückzuweisen. Daß der Ör. Meisel sich bewogen, Afzmhen,

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