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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-09 · Heft 2 (9.1.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 2 (9.1.1866)
Date
1866-01-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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30. Jahrgang. U f l g t M C lUt M Zeitung des Zudenthums. Ein unpartensches Organ für altes jüdische Interesse. - Herausgegeben von Rabbiner »r Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 9. Januar 1866. Diese Ze.rung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag«, in 1>/r bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr.l 5 Ngr. Vierteljährig 22»/.. Ngr. Inserate werden mit > >/-. Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditione» nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Zu dem mit dem 1. Mai 1866 beginnenden zwölften Jahre des Instituts wünschen wir eine belletristische Arbeit, bestehend entweder in einem Romane oder in einer Sammlung von Novellen, die den Zwecken .unseres Instituts entspricht, anzunehmen. Die vortheilhaftesten Bedingungen werden einem werthvollen Manuscripte gern zugestanden. Es kann darüber nach Belieben mit den Unterzeichneten in Verhandlung getreten werden. Das Institut zur^ Förderung der israelitischen Literatur. Dr. Philippson - Dr. Herzfeld Dr, Goldschmidt in Bonn. in Braunschweig. in Leipzig. In h a l t. Leitende Artikel: Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten r Deutschland: München, Vom Harze. Preußen: Düsseldors, Danzig. Oe st erreichr scher Kaiserstaat: Pest, Gr.-Becskerek, Aus Un- . garn, Pest, Neu-Verbaß, Prag. Belgien: Brüssel, Brüssel. Nord am erika: Bonn. Nachtrag: Wien, Paris. Correspondenz r Brief eines Chinesen. Leitende Artikel. Bonn, 2. Januar. Zerstreute Bemerkungen. 'In Franz von Baade-r's „Grnndzüge der Sonetätsphilosophie, 2. Aust. (Würzburg 1865/' S. 50 sindet sich folgende Stelle: „Nur der Unverstand kann den'Atheismus von Seite der Regierung als die Bedingung ihrer Zteligions-Toleranz betrachten. W e n n ttn'e''christliche 'Regier'ung"(sagt^ Daub^ im Judas Sschariot/I. H. S. 105) auch Nichtchristen,, nicht blos Juden, sondern wie die russische, auch Muhammedaner und Heiden duldet und denselben völlig gleiche Rechte mit den Christen ertheilt, so ist dieses einer christlichen Gesinnung völlig gemäß, und geschieht es obzwar nicht in der Voraussetzung des nämlichen Vertrauens, derselben- Liebe und Ehrfurcht in ihnen, wovon ihre christlichen Unterthanen beseelt sind, doch aber in der Hoffnung ihrer sittlichen Veredlung durch den freigesetzlichen Umgang mit ihren christlichen Mitbürgern; und übrigens im Gefühl einer Macht, welche Jeden, er sei gesinnt, oder, glaube, was er wolle, das Gesetz nicht ungestraft übertreten läßt." - . Wir könnten mit diesen Ansichten schon' zufrieden sein, wenn wir Juden nur faktisch ihre Richtigkeit empfunden hätten! Gewiß ist es. wahr, daß religiöse Duldung, oder vielmehr Gleichberechtigung der Bürger seitens des Staates mit Atheismus desselben durchaus nicht identisch ist. Ob aber das Christenthum diese Gleichberechtigung verlangt, und die Juden, Mohammedaner u. s. w. durch den Umgang mit ihren christlichen Mitbürgern die

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