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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-12-26 · Heft 52 (26.12.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 52 (26.12.1865)
Date
1865-12-26
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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FE -■ ■ . ■;:vr - '; fev Stande, wie außer dem Gründerdes Altg. -d. isr. Lehrervereins kein Zweiter, aktenmäßig die Motive des letzteren Vereins an seiner Quelle zu beleuchten. Er ist so sicher darin und seine Belege sind so evident, daß er sie dem geehrten Redakteur dieser Zeitung'nach Wunsch zum Rechtsspruche vorzulegen bereit ist ^selbst den Herren Rabbiner J)r. Rothschild u. Dr. L. Stein als Vertrauensmännern, die in dem Referate aus Rheinhessen gegenüber den Beleuchtungen des Herrn ür. Kronenberg von hämischen Angriffen reden, mögen sie auf Verlangen^ überliefert werden. So groß ist unser Vertrauen auf die Wahrheit, und deutsche Ehrlichkeit. Und die Angelegenheit ist .der Wahrheit werth. Zur Sacbe: Der, Rh. Wests. Lehrer.? Verein hat als solcher alle offenen und verdeckten Angriffe, des Herrn Kl. in seinem Blatte passiv hingenommen, seine maßlosen Drohbriefe nicht beantwortet. In Bielefeld nannte uns H. Kl. die Bahnbrecher, kurz nachher uns und die Kurhessen, als dort ein Verein gegründet wurde, „Kleinstaater. — Kaum hatte Herr Kl. sein Werk offenbart, so wurden in der allgemeinen deutschen Lehrerzeitung die iör. Lehrer Deutschlands der Engherzigkeit, Selbstsuchtelei, Lauheit — Prädikate sind billig — geziehen. — Herr Kl. hat sich brieflich verpflichtet den Ertrag der in Rheinl. u. Wests, abgesetzten Achawa I, auch wenn die Lehrer nicht Mitglieder seines Vereins würden, an unsere Casse abzuliefern. Obgleich nachher Herrn Kl. die Erfüllung seines Versprechens ihm anheim gegeben wurde, mußte obendrein sich der Rhein. W. Verein den Vorwurf des Mangels an Logik und Consequenz gefallen lassen. - Wie es überhaupt, der Gründer des Zsr. Lehr. Vereins einerseits mit Versprechen, heiligen Schwüren, verbrieften Ucbereinkommen, anderseits mit Drohungen'hält,'darüber könnte höchst interessantes Material zur psychologischen Charakterschilderung <aktenmäßig> geliefert werden. . Doch züm Wichtigen. Der Rechenschaftsbericht.weift 3924 Gulden Einnahme auf, allerdings eine anständige Summe, aber nach, den Anstrengungen, dem weiten Gebiete seiner Thätigkeit wohl zu erwarten. Wo aber bleibt die statutenmäßige Verwendung eines Drittels? Nur 235 Florin lind an Wittwen, unterstützungsbcrechtigte Lehrer und Waisen verabfolgt. Wie erscheint hierbei das Pochen auf Wohlthätigkeit? Nach der, wir wollen nicht sagen unerhörten, erstaunlichen Höhe von 1300 Florin an Verwaltungs-Aufrufe «im ,.Israelitischen Lehrer?"), Druckkosten, Honorar " (für die Irrwege?) hätten über 700 Fl. zur Verthcilung kommen müssen. Wenn das Inventar, dessen Werth fraglich, abgerechnet wird, bleiben kaum 800 Thlr, und wäre statutenmäßig unterstützt worden, blieben kaum öOO Thlr. Wenn aber nach Ausdehnung, Organisation, .Aufnahmeweise rc. des Vereins schon im ersten Rechnungsjahre an denselben eine so bedeutende Unterstützungspflicht herantritt—• und Hoffnungen, wie„wir kümmern uns um die Schreiber nicht, in dem Bewußtsein, daß durch unser Werk kein darbender Lehrer, keine Lehrerwittwe" k. wachrufen, das sollte man meinen, ist ein Wagespiel, das leicht an Frevel streifen kann. ■■ ■ Dieses führt uns zum Rh. W. Vereine zurück. Die Gründer desselben beabsichtigten, wie aus den noch, vorhandenen ersten, Statuten ersichtlich (Aufruf in der Allg. Ztg. des Jdth. 1856.) einen Verein, für ganz Deutschland zu gründen, jedoch mit der Einschränkung, daß nur vorschriftsmäßig geprüfte Lehrer aufzunehmen seien. Die Berechtigung zu dieser Einschränkung, die durch dieselbe b^MMiate Hebung des Lehrerstandes, wird wohl Niemand'anzweifeln: Reifliche Erwägung über die'Ausdehnung des Vereins, ernste Prüfung bestimmten eine zahlreichbesuchte Conferenz zur Beschränkung vorerst auf die westlichen Provinzen Prkußens, ohne die Aussicht, daß später, wenn die Möglichkeit dazu sich zeige, die übrigen preuß. Provinzen Leitretcn könnten, gänzlich fallen zu lassen. Die Unübersehbarkeit, die Schwierigkeit der Verwaltung, die Unmöglichkeit einer gewissenhaften Prüfung der Berechtigung zum Beitritte u. dgl. (was alle hier aufzuführen der Raum - nicht gestattet)' mußte die Beschränkung als nothwendig erscheinen lassen. Daß unser Verein bis zu einer gewissen Altersstufe den Beitritt zuläßt und ein Gesundheitsattest fordert, das kann nur gebilligt werden. Was Gewissenhaftigkeit gebietet, ^kann nicht zum Vorwurf der Härte gemacht werden. „Wer zu viel verspricht, ist ein Schelm oder Thor" sagt 'das Sprichwort., Wie werden sich in dem großen Deutschland die Unterstützungsberechtimten schon in den ersten Jahren einfinden! O, gewiß-, auch' wrr mochten jedem helfen, und wäre er in einem Dörfchen in; Hinterpommern ITn, der nebenbei die Kinder , das Oren lehrt,, ihm helfen, wenn seine kleine Gemeinde ihn aufgibt,'gern jedem um die Seinen Bekümmerten, wenn er seinem Ende nahe-, um; Versorgung flehte, diese nicht verweigern, gleichviel, ob Lehrer' oder ttrnz), und wenn die Gemeinde beides für das letztere^ nähme und in ihrem Aufnahmegesuch den Lehrer verschrrebe. Helfen wollen, kann schön sein, helfen können ist gut, aber am. besten ist „wirklich helfen. Ganz Deutschland! ist denn Deutschland ganz? Und nun gar die verschiedenen Verhältnisse der israelitischen Lehrer in den Vaterländern. Wie ist da Gleichmäßigkeit in Pflicht und. Recht herzustellen? > _ < \ Vieles hat sich in der Lage der Lehrer gebessert, wenn wir. auch nur am Anfänge stehen, «sowohl die Regierungen wie die Gemeinden sehen mehr oder weniger, die Nothwen'vigkeit, etwas zu thun, ein.' Die Verschiedenheit in der Stellung wird noch größer und die Möglichkeit eines Deutschen Vereins wird sich erschweren. Aber da, wo ein'Anfang gemacht ist in den bestimmten Grenzen,- da wird man das Bestehende fördern, den Grundstein, den die Lehrer gelegt, nach den gegebenen Verbältnissen, den örtlichen, (den landesgemäßcn) Bedürfnissen, zum Weiterbau, benutzen. In Hannover sind die Lehrer gehalten von ihrem Einkommen einen Prozentsatz an die Lehrer-Wlttwenkasse ^abzugeben; in Oldenburg tritt der Staat ein, in Würtemberg und Baven.ist man auf gutem Wege, in Rheinland und Westfalen fördert die Negierung das Institut der Lehrerunterstützungs-. kasse. Das Große_wird also eher zersplittern als einigen, es wird die gelegten Keime, im Wachstyume hemmen. Die äußerliche Stellung, tvir meinen die materielle Sicher-. stellung für die Zukunft, ist sehr wichtig, aber für die Lehrer, doch nicht Alles. nnnb nnbrr b'y Nb E das gilt am, meisten dem Lehrer. Beides, materielle undgeistige Förderung,, müssen Hand in Hand'gehen. Dieses kann aber nur da geschehen, wo die zu einem Verbände gehörenden Lehrer zu gemein-' samer Berathung ihrer Angelegenheiten zusammen kommen. Wenn aber der groß-deutsche Verein bestimmt, es könne auf der alle drei Jahre stattfindenden General-Versammlung Pädagogisches besprochen werden, so ist darin doch nichts weiter als ein frommer Wunsch zu'erkennen. A. Treu. Druck von L. B. Hir.ichseld in Leipzig.

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