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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-12-26 · Heft 52 (26.12.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 52 (26.12.1865)
Date
1865-12-26
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Beilage zu No. 32 der Allg. Zeitg. des ZrrdenH. Entgegnung. Die Nr. 47 der Allg. Z. d. I. dringt einen Artikel „aus Rheinhessen." betr. den „Verein zur Unterstützung isr. Lehrer w. in Deutschland" und unterzeichnet: Rabbiner Dr. Rothschild, Dr. Leop. Stein und I. Klingenstcin. Die verehrte Redaktion, der ich für ihre fteundl. Inschutznahme gegen die offenbar auf mich gemünzten Ausfälle in diesem Referat bestens danke, beruf^ sich auf die Namen Rothschild und Stein, welche ihr die Pflicht auferlegen, den erwähnten Artikel unverkürzt abdrucken zu lassen; dieselben Namen veranlassen auch mich, kurz zu repliziren, so wenig auch der Inhalt jener Erpectoration mich in memer Gemüthsruhe irgendwie zu stören vermag. Der erste Theil beweihraucht das eigne Werk, der zweite verdächtigt seine Kritiker — das kann jede Fraubase ebenso gut; braucht man dazu Stein oder Rothschild zu heißen? Oder glaubt man, daß unter dem Schutze bisher geachteter Namen auch taube Nüsse für gesunde Früchte passiven würden? Dann verkennt man doch gewaltig die Urtheilsfähigkeit des unparteiischen Publikums. „Angesichts dieser erhebenden Thatsachen" ... so beginnt der zweite, größere Theil des Referats, „dürfen wir wohl die wiederholten, offenen und geheimen Angriffe auf unser Werk ... mit Stillschweigen übergehen." Und was für „erhebende Thatsachen" haben die Herren uns denn eigentlich vorgeführt? 1. daß der Rechenschaftsbericht des Vereins erschienen, 2. daß der zweite Jahrgang der „Achawa" in zahlreichen Eremplaren verbreitet worden, 3. daß bewährte Männer sich an dem Buche betheiligt haben und 4. daß dasselbe von 15 auf 18 Bogen gewachsen sei. — Sind diese Thatsachen wirklich' so schwerwiegend, so erhebend, daß darauf hin die Kritik des Vereins nicht nur nicht mit Stillschweigen übergangen, sondern auch frischweg verdächtigt werden darf? Das Erstere würde allenfalls zu verzeichnen sein, in Anbetracht dessen, daß den Herren die Widerlegung der durchaus wohlbegründeten öffentlichen Angriffe (von geheimen weiß ich nichts!) so schwer fallen muß, daß sie noch nicht einmal den Versuch dazu gewagt haben, daß sie, um doch Etwas zu sagen, mit einigen leeren Phrasen sich zu behelfen gezwungen stnd. „Unser Verein," fährt das Res. fort, „wird trotz aller hämischen persönlichen Anfechtungen sicher gedeihen" — warum? „das Wohlgefallen Gottes ruht darauf u. die Theilnahme zahlreicher edler Menschen." Kann mir jemand sagen, was das heißen soll? Hat das Hauptcomitä etwa ein Vertrauensvotum direkt aus dem Himmel Leichlingen, 5. December 1865. bekommen? Und wer hat „hämische persönliche Anfechtungen" erfahren? Der Verein?? Oder sollen wir daraus entnehmen, daß die Unterzeichner des Artikels sich persönlich an ge fochten fühlen, so wüßten wir nicht, daß die Herren vr. Steinau. Rothschild dazu irgendwie Ursache hätten, falls sie sich nicht etwa mit Herrn Klingenstein identifiziren wollen. Der hat freilich die verdiente Züchtigung erhalten für die Unfläthereien, welche er sich in Nr. 30 seines Blättchens erlaubt; wollen die Herren Stein u. Rothschild letztere in Schutz nehmen und den groben Keil, der auf den mehr als groben Klotz gehörte, „hämische persönl. Anfechtungen" nennen? Es ist schwer zu glauben; aber das sei fern von mir, daß ich jemand, den's juckt, verhindern sollte sich zu kratzen! Etwas ist doch schon durch die böse Kritik erreicht: es wird zugestanden, daß die Statuten des Vereins Mängel haben; Herr Klingenstein wollte davon durchaus nichts wissen. Ob diese Mängel leicht zu beseitigen, muß erst noch bewiesen werden. Sprechen die Unterzeichner des Referats aber dann von „dem Vorwand," den für „jene Angriffe" die Statuten bieten sollen, und wollen sie mir unlautere Motive, namentlich „Neid und Mißgunst" imputiren, von welchen die Kritiken „diktirt und gefärbt" seien, so kann das Odium einer solchen durch Nichts begründeten, völlig in der Luft schwebenden Verdächti- Snur auf deren Urheber zurückfallen. Hätten letztere meine k, die keine einzige Behauptung ohne strikten Beweis aufstellt, gründlich widerlegt, dann könnte man es wenigstens erklärlich finden, wenn sie unedle Beweggründe dafür vermuteten; aber selbst dann wären Neid und Mißgunst wohl die letzten von allen, die man mir zuschreiben dürfte. Ich bin weder Rabbiner, noch Lehrer, noch Prediger, sondern praktischer Arzt — wen oder was soll ich also da eigentlich beneiden? auf wen oder was mißgünstig sein?- Daß das Hauptcomite auf ev. Angriffe nächstens selbst antworten, dies also seinem enksnt tcrrible Klingenstcin nicht mehr überlassen will, ist zu loben; aber dann möge dasselbe doch etwas Andres, Besseres bieten, als das hier besprochene Referat, das weder Hand noch Fuß, weder Kopf noch Schwanz hat, weder gerecht noch billig, weder wahr noch weise ist, sonst dürfte es sich ganz gleich bleiben. Br. med. Kronenberg. Notizen über Lehrer-Unterstützmigs-Bereine. NVV'' nEK, das sei immer die Losung, wo es sich nm gemeinnützige Institutionen handelt, um so mehr wenn diese mit einem Stande Zusammenhängen, dem Wahrheit, Recht und Gesittung keine leeren Floskeln sein dürfen. Trotzdem unlängst die Westfalen im „Isr. Lehrer" mit Streithähnen verglichen, Herr Klingenstcin beweihraucht, eine Mittheilung der A. Ztg. des I. eingequirlt wird und schlecht wegkommt, wagt Schreiber dieses einige Notizen, selbst auf dre Gefahr hin, jene Titel sich zu holen, und sollte er auch dem Ritter in König Lear, Akt 5 Scene 3 verglichen werden. Wer ihm das Recht dazu g iebt? Dre moralische Verpflichtung, die jeder Ehrenhafte hat, Klarheit und Wahrheit in die Angelegenheiten seines Standes zu bringen; Schreiber dieses hat zu der Gründung eines Lehrer-Vereins mit gewirkt und an den Bestrebungen der Lehrer, so weit seine schwachen Kräfte reichen, stets regen Antheil genommen; er ist aber auch im

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