Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1865)
- Date
- 1865-12-19
- Page
- Seite 793 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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793 Schriftstellern uub andern Männern der Oeffentlichkeit. Etwa 18 Monate vor seinem Ende befiel ihn eine anhaltende Augenschwäche, das einzige Leiden, das ihn an die Nähe des Todes mahnte; Körper und Geist jedoch sahen ungeschwächt und ungebrochen dem letzten Tage entgegen. Mit ihm stieg einer der Letzten in die Gruft, welche das Erbtheil ihrer stolzen und melodischen Namen durch tüchtige Geistesarbeit vertreten, und die uns deshalb an die glänzenden und schweren Geschicke der Juden auf der iberischen Halbinsel erinnern. Im Ganzen und Großen haben ja die Sefardim nichts als unfruchtbaren Hidalgostolz und beschränkte Buchstabengläubigkeit nach dem Norden gebracht. — Noch verdient bemerkt zu werden, daß von der Tochter des Verstorbenen, Abigail Lindo, ein hebräisch-englisches und englisch-hebräisches Wörterbuch von freilich nur mäßigem Werthe erschienen ist. Am 14. Juli verstarb zu London der Nestor der Aktuare, Benjamin Gompertz. Er war im Jahre 1779 geboren, stammte aus einer angesehenen holländischen Familie und war ein Schwager von Sir Moses Montefiore. Schätzbare mathematische Arbeiten erschienen von ihm seit 1806 in den Abhandlungen der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften, zu deren Mitgliedern er seit 1819 zählte; seine Beiträge über Astronomie finden sich in den Abhandlungen der royal ashonomical society; und außerdem hat man von ihm Schriften über Statistik und Volkswirthschaft. Gegen Ende Juli starb zu London plötzlich und unerwartet Herr Philipp L u cas, Chef des Handlungshauses Lucas, Micholls & Comp, in Manchester, im 70. Lebensjahre. Der Verstorbene, durch Reichthum und Wohlthätigkeit allgemein bekannt, war unter anderem stets ein großmüthiger Gönner und Förderer der Manchester Armenschule, deren Comits in ihm seinen langjährigen Präsidenten beklagt. Diese Anstalt fand sich in seinem Testamente mit einem Legate von £ 300 bedacht. Die Freunde der Schule haben das Andenken des großmüthigen Mannes durch eine geschmackvolle Marmortafel geehrt, welche durch Subscription im Treppenhause der -Lehranstalt errichtet ward und in schlichten Worten seine Verdienste besagt. Während einer Erholungsreise des Herrn Dr. Gottheil, Rabbiners in Manchester, im August, übernahm Herr Theodores, Professor am Owen's College, aus Gefälligkeit einen Theil der shnagogalen Funktionen. Bei dieser Gelegenheit trug Herr Th. eine Predigt von dem Herrn Redacteur dieser Zeitung vor, aus dessen geschätzter Sammlung „Siloah" entnommen. Der Bortrag — es war eine der Trostreden — an zwei aufeinanderfolgenden Sabbathen, am 12. und 19. Aug., in zwei Abtheilungen gehalten, konnte in der gediegenen englischen Uebersetzung des gelehrten Linguisten seine Wirkung auf die gebildete Gemeinde der „British Jews“ nicht verfehlen. — Im Mai wurde zu Southampton eine neue Synagoge ihrem heiligen Zwecke übergeben. — Von dem raschen Zuwachs der jüdischen Bevölkerung Londons mag die Thatsache zeugen, daß schnell nach einander Synagogen in den entlegeneren Vorstädten nöthig werden. Kaum hat Bayswater im fernen Westen der Metropole sein eigenes Gotteshaus erhalten, so beginnt man in Jssington, dem Norden Londons, für denselben Zweck zu agitiren. Jslington hat sich seit den letzten Jahren sehr rasch mit deutschen Juden bevölkert, die von den großen Bethäusern der City durch mehr als eine Wegstunde Entfernung getrennt sind. Der Aufruf zu Beiträgen für einen Synagogenbau richtete sich auch an die christlichen Mitbürger und wurde auch von den' letzteren recht günstig ausgenommen. Am 24. Juni, zu Ausgang des SaLbaths, wurde zu R a m s g a t e der Grundstein zu den zehn Armenhäusern gelegt, welche der wackere Sir Moses Montefiore dem Andenken seiner seligen Gattin gelobt hat. Die Kosten sind auf L 5100 veranschlagt. Ramsgate, an der Mündung der Themse gelegen, ist als berühmtes Seebad im Sommer die Zuflucht vieler Leidenden. Die Londoner Freischule zu Bell Lane, in ihrer Art eine wahre Musteranstalt, zählt jetzt eine Schülermenge von 1000 Knaben und 800 Mädchen. An dem Jews College (jüdischem Seminar). London wirkt seit mehreren Monaten Dr. FriHdiMder, ein von Berlin berufener junger GelLhErMls Director. Diese Erwerbung scheint für die.jAMaft eine recht glückliche zu sein. BetlOnM/MstcheGAufenthalte in der Weltstadt btzstzchteWwMdaS HäMouP) überzeugten uns von.dkM-gMWemjEiftwpMrchildsm schulmännischen TMDdemMZnensMMtovZtzntsaltst, Leider konnteHn-ÄWdW MMPMSntsrjüichlnzntzhlmbGwohnen, da Y^^A-BEschMla^MTaMtzilesrgroßen SovWsrftriMuafttM uBM MLdvWssrrMhnbestcht 51