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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-12-19 · Heft 51 (19.12.1865) · p. Seite 786

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 51 (19.12.1865)
Date
1865-12-19
Page
Seite 786 (sequence 2)
Language
German
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II Cantico dei Cantici, saggio di traduzione letterale dal testo ebraico in versi italiani per G. Dr. Barzilai. Triesle. Auch in unserer Zeit hat das Hohelied eine Menge Bearbeiter erhalten. Die Anziehungskraft liegt in 'der Schönheit des Werkes, in dem geringen Umfange desselben und in den mannichfachen Räthseln, welche ihm anhaften. Auch dieser jüngste italienische Exeget, der uns eine treffliche Uebersetzung bietet, sieht von jeder symbolischen Bedeutung ab, und hält sich an das einfache Thema, ein Loblied auf die „Gottesssamme der Liebe", wie sie in unverbrüchlicher Treue im Bunde der Ehe ihre wärmende und leuchtende Kraft an dem Menschen ansübt. Der Vers, theilt das Gedicht in Scenen und Lieder ab, und zwar mit wenigen Abweichungen stimmt er mit dem Plane und den Abtheilungen überein, die wir in der Einleitung zum H. L. in unserem Bibelwerke aufgestellt. Was den Verf. betrifft, so trägt Herr Barzilai eine neue, wie uns scheint wenig haltbare Meinung vor. Er hält die meisten Stücke von Salomon verfaßt, aber zu,dem uns vorliegenden Gedichte von einem Späteren mit der Absicht, Salomon zu verhöhnen, zusammengestellt und überarbeitet. — Von der „Geschichte Israels für die israelitische Jugend", d. h. der biblischen Geschichte, bis zum Untergänge Jerusalems geführt, von Dr. G. Wolf (Wien, Knöpflmacher 1866) ist soeben eine zweite, vermehrte und verbesserte Auflage erschienen. Das Werk ist hierdurch um so geeigneter für seinen Zweck geworden und kann den Schulen zum Gebrauch mit Recht empfohlen werden. — Die beliebte Erzählung von A. Bernstein: „Mendel Gibbor" hat soeben einen „neuen Abdruck", also eine abermalige Auflage in schöner Ausstattung (Berlin, Louis Gerschel's Verlagsbuchhdlg.) erfahren. — Wir erhalten soeben die 34. Lieferung des „Wörterbuchs der deutschen Sprache", von Dr. Daniel Sanders (Leipzig, Otto Wigand 1865), mit welcher dieses wichtige und für deutsche Sprachkenner und Schriftsteller unentbehrliche Werk abgeschlossen ist. Der Preis des ganzen Werkes ist 24 Thlr., und erforderte zur Vollendung ein siebenjähriges Erscheinen. Mit Recht konnte in der Bekanntmachung gesagt werden: „Sanders hat zum ersten Male den ganzen deutschen Sprachschatz in seiner dermaligeu Entwickelung durch lichtvolle Anordnung und Klarheit der Darstellung jedem Gebildeten zugänglich und verständlich gemacht. Alles ganz Veraltete und rein Mundartliche ist ausgeschlossen." Wenn wir uns freuen, einem Glaubensgenossen das Verdienst einer solchen Arbeit um das.deutsche Vaterland zuschreiben, und seine Gründlichkeit und seinen ausdauernden Fleiß rühmen zu können, so ist man nicht weniger der Verlagsbuchhandlung zu Dank verpflichtet, ein so kostspieliges Werk zu Ende geführt zu haben. — ' Bonn, 1. Dec. Angekommen: „Literaturgeschichte der synagogalen Poesie. Von Dr. Zunz. Berlin, Louis Gerschel's Verlagsbuchdlg." Selten ist es einem Menschen gegeben, ein bestimmtes Specialgebiet, das vor ihm so gut wie eine terra incognita war, von Beginn seiner Laufbahn an ins Auge zu fassen und durch ein langes Leben hindurch mit unbeirrter Ausdauer so weit durchzuarbeiten, daß es bis zu den möglichen Grenzen geführt, fast vollständig erforscht und klar geordnet ist, so daß zukünftigen Forschern nur eine Nachlese, unter sehr günstigen Umständen eine wesentliche Bereicherung übrig bleibt. Es ist dies dem Zunz hinsichtlich der mittelalterlichen synagogalen Poesie geglückt, aber es ist sein Verdienst, da hierzu ihn allein die uneigennützigste Liebe zur Wissenschaft bringen konnte, die Aufmunterungen von innen wie von außen fehlten. Nachdem Zunz in seinem bleibenden Meisterwerke „die gottesdienstlichen Vorträge der Juden" (Berlin 1832), das noch immer einer neuen Ueberarbeitung harret, zum ersten Male ein Helles Licht über die ganze hagadische Literatur verbreitet, und in „Zur Geschichte und Literatur" (Berlin 1845) eine Reihe wichtiger Aufsätze zur Literatur des jüdischen Mittelalters geliefert hatte, brachte er in feiner „die synagogale Poesie des Mittelalters" (Berlin 1855) und „die Ritus des synagogalen Gottesdienstes" (Berlin 1859) eine allgemeine Bearbeitung des peitanischen Gebietes, und bietet nun in dem vorliegenden abschließenden Werke eine systematische Bearbeitung des ganzen Materials, das ihm zu den obigen Werken gedient hat. Chronologisch in Capitel geordnet, bringt er Alles herbei, was über die peitanischen Dichter von Vorkalirischem bis zu den Piütdichtern um 1540 auszufinden war. Zunz hat es bis 1816 Nummern seines Selicha-Verzeichniffes und deren über 400 Verfassern gebracht, und ebenso ist seine Piutsammlung in unglaublicher Weise gestiegen. Daß er hier überall in der Eruirung der Lebenszeiten der Vers., in der Sichtung und Kritik ihrer Produkte ebensoviel Scharfsinn, wie Uebersicht und Fleiß verwendet hat, brauchen wir kaum zu bemerken. Allerdings konnte so das Werk zum größten Theile nichts weiter als Namen, Zahlen und Titel der Gesänge bieten, und ist somit allein für

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