Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-12-12 · Heft 50 (12.12.1865) · p. Seite 781

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 50 (12.12.1865)
Date
1865-12-12
Page
Seite 781 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226473-3226524--23554-3250870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

781 wird bei Weitem im Orient steigen und die Stelle einnehmen, welche ihm seine Institutionen und sein Charakter zuschreiben. Aber indessen war die Lage eine solche, wie ich sie eben bezeichnet habe, und ich erhielt in Wien allen Schutz, den ich zum Gelingen nöthig hatte. Versehen mit den dringendsten Briefen, welche säst Befehle waren, für den österreichischen Jnternuncius in Eonstantinopel, wie für den Consularkörper in den verschiedenen Stapelplätzen der Levante, verließ ich Wien, um mich nach Triest zu begeben, wo ich mich auf einem Fahrzeug des Lloyd am 22. Juni 1856 einschisfte. Eine glückliche Ueberfahrt führte mich in sechs und dreißig Stunden nach Korfu, wo ich den ehemaligen Großrabbiner von Rom, den verstorbenen D. Hazan, späteren Großrabbiner in Alexandrien an der Spitze der großen Gemeinde traf, welche fast fünf tausend Seelen zählt. Herr Hazan, aus Jerusalem stammend, fand Geschmack an der occidentalischen Literatur und war auf diese Weise vollständig geeignet, die orientalische Bevölkerung zu heben. Ein abenteuerlicher und bizarrer Geist nöthigte nur alle Gemeinden, an deren Spitze er stand, ihn zu entlassen. So endigte er traurig seine Tage in Jaffa, indem er nach einer Odyssee von zwanzig Jahren auf den heimathlichen Boden zurückgekehrt war. Ich besuchte, von ihm geführt, die öffentliche Schule von Corfu, wo ich den Talmud und die Mischna ziemlich gut ins Neugriechische übersetzen hörte. Unsere Glaubensgenossen waren.damals hart bedrückt; die englische Regierung, als Beschützer der Insel, wollte sich nicht in die innere Verwaltung mischen, welche sehr zurückgeblieben war. Seit dieser Zeit hat eine große Veränderung stattgefunden und unsere Glaubensgenossen sind freie Bürger des hellenischen Königreiches geworden. Am Sonntag Morgen, dem 2. Juli, erblickte ich. in der Ferne die weißen und ebenen Küsten Egyptens und wir kehrten friedlich in den Hafen von Alexandrien ein. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Ein Elementar- und Religionslehrer bmm am© sucht zum baldigen Antritt eine, seinen Fähigkeiten angemessene Stelle. Franko-Offerteu beliebe man an Se. Hochwürden den Herrn Rabbiner vr. Feilchenfeld in Düsseldorf zu richten. Coneurs. In unserer Cultusgemeinde, in welcher Chorgesang mit Orgelbegleitung besteht, ist die Stelle eines Cantors, der zugleich am« und «Tip ist, sofort zu besetzen. Gründliche musikalische Bildung ist Hauptbedingung. Wünschenswerth ist, wenn er befähigt wäre, in den hebräischen Fächern als Hülsslehrer zu unterrichten. In diesem Falle entfällt die Function als aniw. Gehalt 600 fl. ö. W. und Emolumente. Bewerber haben sich baldigst an den Unterzeichneten Vorstand zu wenden. B.-Leipa, am 30. Novbr. 1865. M. Zinn er. Gemeindevorsteher. Coneurs. In unserer Gemeindeschule ist für die hebräischen Fächer die Stelle eines zweiten Lehrers provisorisch auf drei Jahre mit Aussicht auf definitive Anstellung sofort zu besetzen. Derselbe muß geprüfter deutscher Lehrer und ledig sein, und es wird Jener bevorzugt, der musikalische Kenntnisse besitzt. Gehalt 250 fl. ö. W. und freie Station. Bewerber haben ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche und Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand baldigst zu senden. B.-Leipa, am 30. November 1865. M. Zinner. Gemeindevorsteher. Die Lehrer und Cantorstelle zu Wattenscheid (Westfalen) soll mit dem 1. April k. I. besetzt werden. Jahresgehalt 300 Thaler. Schülerzahl circa 35. Gelegenheit zu erheblichen Nebenverdiensten ist vorhanden. Reflectanten wollen baldigst ihre Zeugnisse senden an Wattenscheid, 21. November 1865. P. Weinberg. Inserat. . Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle, verbunden mit einem jährlichen Gehalte von 250 Thlr., freiem Logis, Heizung und circa 50 Thlr. Nebeneinnahmen, wird Ostern.1866 vacant und soll bis dahin wieder besetzt werden. — Durch Privatstunden bietet sich ferner Gelegenheit ein größeres Einkommen zu erzielen. Reflectanten, unverheirathet, womöglich musikalisch zur Begleitung eines Chores, wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand wenden. , Höxter, d. 30. Novbr. 1865. Der Vorstand. AbraHmn Bernstein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.