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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-21 · Heft 47 (21.11.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 47 (21.11.1865)
Date
1865-11-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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89. Jahrgang. A l l g e m e i ir e JW 47. Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 21. November 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag», in l1/» bi« 2 Bogen. Preis de« Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 1k Ngr. Vierteljährig 22>/2 Ngr. Inserate werden mit 1^/, Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Für gedruckte Beilagen, die uns zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühren: für l Bogen 4 Thlr., für '/, Bogen S Thlr., für '/- Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung« - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expeditton für beide Letztere hat sich da« König!. Sachs. Haupt- ZeitungS-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die /,Reform" und das Zudenthum in. Frankreich. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Rheinhessen. Preußen: Berlin, Berlin, Berlin, Berlin. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Lemberg, Pest, Budin, Rußland: Odessa. Italien: Turin. Australien: Neu- Sceland. Neuest esl Leitende Artikel. Bonn, 12. November. Die „Urform" und das Iudrnlhnm in Frankreich. Jüngst hat ein englisches Blatt richtig wieder in echt kindischer Weise den Jndifferentismus, der unter den deutschen Juden vorherrschen soll, den sg. Reformern in die Schuhe geschoben, und deren Bestrebungen, weil sie diese religiöse Lauheit nicht zu überwinden vermöchten, als gescheitert ausgegeben — so oft auch derartige wohlfeile Expectorationen widerlegt wordey sind. Trotz der Stabilität, in welcher die französiche Synagoge existirt und welche z. B. die Abschaffung der Mizwoth- Versteigerung noch für eine Heldenthat der Verbesserung ansehen läßt (vgl. Arch. isr. vom 1. Nov. p. 925.) wird auch dort über den Jndifferentismus geklagt und über die „traurige und gefährliche Lethargie" des französischen Judenthums „Wehe" gerufen (vgl. l’Univ. isra6l. vom l. Növ. p. 103) — woran doch die deutschen Reformer nicht im Geringsten Schuld haben können. Von den englischen Juden hört man zu wenig, um ein Urtheil darüber zu haben; denn was bei ihnen an der Tagesordnung ist: Ausübung der Wohlthätigkeit und Errichtung dieser und jener Schule, das ist in Deutschland auch an der Tagesordnung und gäbe also einen Maaßstab hierin gar nicht ab. Andererseits ist diese Klage über den religiösen Jndifferentismus bei den deutschen Juden viel zu übertrieben. Wer da erwägt, wie viel diese letzteren zu kämpfen gehabt und noch zu erdulden haben, um nur einige Stücke des bürgerlichen Rechtes sich zu erringen, und wie Vielem sie noch immer um ihres Glaubens willen zu entsagen haben, während unseren französischen und englischen Glaubensbrüdern die ganze Gleichberechtigung in den Schooß gefallen ist; wie die deutschen Juden in tausende von großen, mittleren und kleinen Gemeinden zersplittert, die außerordentlichen Opfer für die Erhaltung ihrer Kultus-, Schul- und Wohlthätigkeitsanstalten mit größter Bereitwilligkeit tragen, und trotz dem im Ganzen nur sehr mittelmäßigen Wohlstand immer noch ihr Scherflein für jeden Aufruf zu gemeinnützigen Zwecken für die Sache des Judenthums haben, eine große und reichhaltige Literatur erhalten, zahllose Vereine für Bildungszwecke, wie für Studirende, Lehrer, Handwerker fördern — während in Frankreich ein großes Staatsbudget einen reichlichen.Zu-

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