Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-14 · Heft 46 (14.11.1865) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 46 (14.11.1865)
Date
1865-11-14
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226473-3226520--23489-3250801
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

wurden, so wollten wir hiermit Beide keineswegs identificiren, sondern nur eine historische Thatsache erwähnen, sowie überhaupt in unserer Note auf den Zusammenhang beider Sekten hindeuten. Wir verweisen zum Belege auf Jost VI. 31, 358, sowie auf Fürst (Gefch. d. Karäerthums) S. 5, 36, wo es u. A. heißt: „Nach Jahrhunderte langer Entwicklung seit dem Entstehen des Sadducäerthums rc. gestaltete sich der Widerstreit als Karäerthum zur förmlichen religiösen Spaltung durch Anan um Jahr 760." Es war von den Sadducäern gleichsam ein Ring zum Anfang einer Kette geschmiedet, die ihr Ende in Anan erreichte. Uebrigens finden wir ja schon im Talmud Megil. 24 b die Sekte der Sadducäer (vgl. Fürst 130, A. 4) unter dem Namen Karaim. — Ebensowenig stichhaltig und aller positiven Begründung entbehrend sind die übrigen Auslassungen des Necensenten über unsere Schrift. Gerne gestehen wir in einem gewissen Sinne die „Einfalt" unseres Glaubens an die Reise Raschi's zum Zwecke „sich wissenschaftlich zu bereichern" zu, mag es auch in unserer fortgeschrittenen Zeit von Manchem belächelt werden, dem am Sab- Lath beim Talmudlesen die Pfeife einen Hauptgenuß gewährt. — Hätte Recensent unsere Schrift überhaupt einer größern Aufmerksamkeit gewürdigt, so hätte er ohne dieß bei seinem beständigen Blick auf Grätz vielleicht aucheiniges Neue gefunden und wäre in seinem Verdammungsurtheil etwas milder gewesen. Denn abgesehen davon, daß uns der VI. Bö. des Werkes v. Gr. bei unserer Arbeit noch gar nicht zu Gebote stand, so bestehen in der ganzen Behandlung und quellenmäßigen Darstellung des Stoffes in vielen Partieen sehr wesentliche und erhebliche Unterschiede. Man vergl. hierüber insbesondere K. 14, S. 95 f. K. 17, 18, 20; ferner S. 143—145, 179 — 183. Endlich haben wir unseres Wissens auch gar manche Quellen angeführt, die Grätz nicht berührt. So z. B. S. 48, 53, 56, 57, 107, 110, 1 11, 125, 130, 134, 136, 142, 143, 144, 146, 152, 154 u. v. a. Zum Schluffe erlauben wir uns die geehrten Leser noch auf das günstige Urtheil zu verweisen, welches die geachtete literarische Monatsschrift „Europa" über unsere Schrift fällt, und wovon wir folgende Stelle herausheben: „Zur Vermittlung einer nähern Bekanntschaft mit der betreffenden Periode der jüdischen Geschichte empfiehlt sich Braunschweiger's Werk in jeder Beziehung. Es fußt auf gediegenen Kenntnissen und empfiehlt sich durch eine leichte, des Schmuckes nicht entbehrende Darstellung." Würzburg, im October 1865. vr. M. Brcnmschweiger. Druck vpn Z. B. Hirsch feld irr Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.