Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1865)
- Date
- 1865-10-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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29. Jahrgang. Allgemeine «*** 43. Zeitung des Zil-enthitms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 24. Oktober 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1*/, bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs '3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 1b Ngr. Vierteljährig 22'/s Ngr. Inserate werden mit 1'/, Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Für gedruckte Beilagen, die uns zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühren: für 1 Bogen 4 Thlr., für I/% Bogen 3 Thlr.. für J/* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen , Postämter und Zeitung». Sxpeditiönen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt- ' ZeitungS-Bureau hier unterzogen. I n h alt. Leitende Artikel r Der Verein für allgemeine Angelegenheiten des Zudenthums. — Kosmopolitisch oder national oder wie? — Zerstreute Bemerkungen. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus dem Luxemburgischen. Preußen: Berlin, Elberfeld, Trier. Oesterreicht sch er Kaiserstaat: Wien, Krakau, Teschen, Aus dem Tokajeraebirge, Pest, Ofen, Przemysl. Schweiz: Bern. Belgien:Brüssel. Amerika:New-Uork. Asien: Aus Ceylon. Leitende Artikel. Der Verein für allgemeine Angelegenheiten des Iudcnthums. Nachdem der obgedachte Verein an den verschiedensten Plätzen einen allgemeinen Anklang gefunden, das Bedürfniß, das in ihm enthalten ist und befriedigt werden soll, allgemein anerkannt wird, und die Beitrittserklärungen sich von Tag zu Tage mehren, wird nunmehr der erste wesentliche Schritt zur Realifiruug vorgenommen: die Ausarbeitung der Statuten. Zu diesem Zwecke kamen bereits einige Mitglieder des provisorischen Comitös zusammen, und haben einen Entwurf sestgestellt. Derselbe wird dann den übrigen Comitsmitgliedern mitgetheilt, und nachdem diese ihre Bemerkungen gemacht und auf Grund derselben eine.Schlußredaction getroffen worden, wird das Statut der Oeffentlichkeit übergeben, um schließlich in einer zum Beginn des Frühjahrs zu berufenden Generalversammlung vvrgelegt zu werdend Man ersieht hieraus, daß in dieser wichtigen Angelegenheit consequent, besonnen und im Lichte der Oeffentlichkeit vorgegangen wird. Die bis zur definitiven Constituirung nöthige Zeit kann um so mehr zur weiteren Annahme von Mitgliedern verwendet werden. Bis dahin wird sich auch jener unsinnige zelotische Eifer verraucht haben, welcher jeder Schöpfung auf unserm Gebiete entgegen zu treten pflegt, und, anstatt mitwirkend und mitbestimmend auf dieselbe einzugehen, nur zu zerstören, zu verwirren oder doch wenigstens zu verhindern einen gegenstandslosen Furor losläßt. Wir empfangen von Herrn Leon Pollak in Pesth folgenden Aufsatz mit der Bitte zugesandt, ihm einen Platz in diesem Blatte einzuräumen, und thun dies um so lieber, als ein Mahnruf aus so wohlgesinnter Feder — keines Rabbinen — eines guten Eindrucks nicht verfehlen wird. Er lautet: Wir müssen als Laien es sehr tief beklagen, daß selbst der hochgelehrte Oberräbbiner Rappaport in Prag gegen den in Frankfurt a. M. gegründeten Verein für allgemeine Angelegenheiten des Judenthums feindlich auftritt, und Männer mit Worten schmäht, die man Nur in den früheren jüdischen Herbergen zu hören bekam. — „Ich soll nicht leben, wenn Dü nicht mit mir gehst", war dort die allgemeine Phrase. — „Ich soll nicht leben, wenn Ihr dem Vereine beitretet", spricht Herr Rappaport in der Synagoge aus! —