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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-10-03 · Heft 40 (3.10.1865) · p. Seite 625

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 40 (3.10.1865)
Date
1865-10-03
Page
Seite 625 (sequence 13)
Language
German
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reits die meisten idealen. Illusionen überwunden; sie wuselt und wimmelt in ameisenhafter, ungezieferlicher Thätigkeit weiter." Bei solchen Expektorationen müssen Sie Sich bescheiden, still zu schweigen. Und warum zürnt dieser Mann auf Deutschland und ganz Europa? Er sagt es selbst in - seinem Artikel: Mil Deutschland undu Europa keine Notiz von seiner „ Judenthums- Essenz" (6886N66 ok^udaiZme) und eben so wenig früher von seinen zwei Bänden nachbiblischer Geschichte genommen, und zwar weil darin Nichts als abgestandene Dinge aufgetischt sind. Dies kann Herr W. den Männern jenseits des Oceans nicht verzeihen. Es versteht sich, daß einige amerikanische Blätter den Schlachtruf nachbrüllen. Und doch leben diese Blätter zumeist vom Diebstahl aus der jüdischen Presse von Deutschland, und könnten, wie jene französische Zeitung, als Motto: „Fe voie, j6 vole, ^e vole!“ gebrauchen. Was sie Interessantes liefern, ist aus Europa geflossen, und finden sie nicht gleich, etwas Neues, so nehmen sie ein älteres deutsches Buch vor und übersetzen daraus nach Herzenslust. Aber gerade das Gefühl dieser Schwäche macht sie so reizbar, und flößt ihnen den Wunsch ein, den amerikanischen Juden jede Kenntniß der europäischen Arbeiten zu nehmen. Ich weiß, daß Sie auf dergleichen Dinge grundsätzlich nicht antworten, und thun Recht daran, da es sich hierbei nicht im Entferntesten um sachliche Interessen handelt. — Einen guten Aufschwung nimmt das Blatt „The Hebrew Leader“ unter seiner neuen Redaktion, und hoffentlich wird es sich auch einer wachsenden Verbreitung zu erfreuen haben. Wir Amerikaner aber kennen die Vorzüge unsres Landes und unserer Einrichtungen sehr wohl und wissen sie zu würdigen; aber wer unter uns Einsicht hat, weiß auch, daß eine Mißachtung Europa's für uns eine große Beschädigung wäre, weiß, daß wir noch in vielen Dingen abhängig von Europa sind, und daß die Geistescultur Europa's von uns ausschließen, den Selbstmord unserer Geistescultur bedeuten würde! A n z e i g e n Ein junger Mann (verheirathet) mit Gymnasial- und Universitätsbildung, examinirt, graduirt und rituell ordinirt, gegenwärtig. Religionslehrer in einer größeren Stadt, sucht mit kommendem Frühjahr oder früher eine Rabbiner- oder Predigerstelle in einer größeren Gemeinde. Offerten unter K. N. 10. vermittelt die Expedition dieser Zeitung. Anno nee. Bei der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Lehrerstelle, deren Einkommen exel. schöner und neuerbauter Wohnung 250 Thlr. beträgt, vacant, und soll im October o. besetzt werden. ' Diejenigen examinirten Lehrer, welche zur Uebernahme dieser Stelle bereit sind, wollen ihre Zeugniffe bei uns frei einsenden. Der Lehrer soll jedoch verheirathet sein. Freystadt, in Preußen, 9, September 1865. D er Bor st and. P. S. Pottlitzer. Ein jüdischer Elementarlehrer wird für den hiesigen Ort gewünscht. Fixes Gehalt 300 Thlr., bei freiem Schullokal und Beheizung desselben. Reflectanten wollen sich unter Einreichung etwaiger Zeugnisse portofrei melden bei I. Jonas Löwenthal in Straßburg, in Westpr. Bei der jüdischen Gemeinde zu Pritzwalk ist zum 1. Januar 1866 die Stelle eines Religionslehrers, Cantors und Schächters zu besetzen. Der Gehalt ist 150 Thlr., ohne Nebeneinkommen. Reflectanten wollen ihre Meldungen an den Unter-, zeichneten richten. Wittstock, den 18. September 1865. Der Vorstand der Shnagogen-Gemeinde. Für unsere Gemeinde wird ein wissenschaftlich gebildeter, des Talmuds kundiger Religionslehrer mit Hatarath horaah, welcher auch das Vorbeten an Sabbath- und Feiertagen zu übernehmen hat, baldigst gesucht. (Musikalische Ausbildung ist nicht erforderlich.) — Gehalt 450 Thlr., nebst freier Wohnung und Sporteln. Pensionat von Schülern hiesiger Realschule I. Ordnung steht in Aussicht. Reflectanten wollen ihre Zeugnisse franco einsenden. — Reisekosten werden nicht erstattet. Fraustadt, im September 1865. Der Corporations-Vorstand. D. N^eustadt. Ein Hauslehrer, der seine Zöglinge für die mittleren Gymnasialklaffen vorbereiten und den erforderlichen Religionsunterricht ertheilen kann, findet in einer feinen Familie, in einem hübschen Städtchen West-Preußens angenehme Stellung. Honorar bei freier Station 200 Thlr., bei Befähigung zum Klavierunterricht für diesen Unterricht 50 Thlr. mehr. Geeignete Bewerber wollen sich unter frankirter Einsendung vidimirter Abschriften ihrer Zeugnisse an Herrn Rabbiner Jacobson in i Marienwerder recht bald wenden.

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