Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1865)
- Date
- 1865-08-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226473-3226508--23272-3250572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
89. Jahrgang. A l l g tieine M 34.. Ein unparteiisches Organ Gr alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzigs den 22. Mgust 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag-, in' 1*/, biS 2 Bogen. Preis des Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22 '/a Rgr. Inserate -werden mit 1 J/* Rgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Für gerirnilte Beilagen, die unS zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühre«: für 1 Dogen <4 Thlr., Kr Bogen S Thlr.. für Bogen 2 Thlr. Alle Buchhand? lungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Haupt-Expedition für beide Letztere'hat sich hat König!. Sachs. Haupt-? ZeitungS-Burean hier «unterzogen. Inh all t. Leitende Artikel:. Was ist von dem Grundsatz: „Friede vor Allem!" zu halten? — Die israelitische Bibelanstalt. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten r Deutschland: Aus Franken. Preußen: Berlin, Breslau. Oesterreichischer Kai- - s erst aat: Wien, Wien. .Rußland : Aus Kurland, Petersburg. Dänemark: Kopenhagen: Orient. Snchrna. Großbritannien: London, London. Correspond enz: Ein nordamerikanischer Badeort. — Briefe aus Rußland H. Leitende Artikel. Bonn, 13. Was ist von dem Grundsatz: „Friede vor Mem!";u hatten? . — Wohlan! Es eisire jeder seiner unbestoch'nen. Von Vorurtheilen freien Liebe nach! Es strebe von Euch jeder um die Wette, Die Kraft des Stein's in seinem Ring 'an Tag Zu legen! komme dieser Kraft, mit Sanftmuth, - ' Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohlthun, Mit innigster Ergebenheit in Gott, Zu Hüls".; Diese unschätzbaren Worte des weifen Nathan sind sicherlich jedem wahrhaft religiösen Menschen aus der Seele geschrieben; und .wenn sie hingestellt sind als Grundsatz alles sittlichen Gebahrens zwischen allen Menschen, zwischen den Angehörigen, verschied euer^GlaubenSbekenntuiffe, wie sollten sie dies'nicht erst recht seiU unter den Bekenner» einer Religion, Unter den Kindern einer und derselben Gemeinde?! Und dennoch — können wir düs Thun derjenigen; welche nicht immer in diesem Sinne zu handeln schein««/ die irgend welche Kämpfe mit linderen Menschen, sei es anheben, oder annehmen oder fortführen , geradezu unsittlich nennen? Giebt eS nicht für die Einzelnenwie für Gesammtheiten, Motive genug, welche ihnen deü kräftigen unerschrockene» Kampf zur Pflicht, zur sittlichen Forderung machen? Ja, sehen wir aus de«, welcher di«^ ser herrlichen Verse Urheber war, auf L«ssing, wer hat in seinem Leben mehr Streit und Kampf dUrchzU^, führen gehabt, wer . hat die Geißel und das Schwett des Wortes häufiger und erfolgreicher geschwungen»-als Lessing? Sind es nicht gerade seine Streitschriften, die noch heute einen wesentlichen Theil seines Verdienstes und seines Ruhmes auSmachen? und ist nicht sein unsterblicher „Nathan der Weise" selbst elüe Streitschrift gegen die Intoleranz und den geistlichen HvchvMth? * Die Lösung^ dieser Frage liegt aber in de« Worten' je-, ner Verse: - „Es strebe v o n E u ch I e d er um die Wette Ja , Jeder — aber da es eben nur immlt Wenige sind, welche nach dem Muster, daS Lessing hier Entwirft, handeln, so kann ünt dem besten Wille», der Friede nicht immer gewahrt werden, und die Opfer würden^ z»! groß sein, die um ihn zu bringen wäre», als daß sie gebrachtwerden dürsten. m WW Wh MW