Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1865)
- Date
- 1865-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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NK WV g4’B? ÄÄten Fäi?ln Stmtit M gleicht ÄVeLüianschlleßm. --Dis ^ersammllung, welche am 12. Juli m Fta'ükfur^ Ä. M. getagt, hat im Vertrauen, daß das Bedürsiriß, welches sie zusammengeführt, weithin Anklang findet, fich zu einem solchen Verein konstituirt unter den nachfolgenden Bestimmungen: § 1. Der Verein für allgemeine Angelegenheit des Judenthums hat den Zweck, für die Bekenner desselben einen Mittelpunkt zu bilden, um das Bewußtsein ihrer religiösen Zusammengehörigkeit zu befestigen, und. durch seine thatkrästigeu Bestrebungen nach allen Richtungen hm für das Interesse des Judenthums fördernd zu wirken. § 2. Zur Erreichung dieses Zweckes wird er darnach trachten, die Erhaltung und Verbreitung jüdischen Wissens, sowie eine wissenschaftliche Vertretung des Judenthums durch zweckmäßige Anstalten und Lehrinstitute zu bewirken. Er wird ferner dafür Sorge tragen, daß richtige Ansichten über das Judenthum /verbreitet und gegen dasselbe etwa gerichtete Angriffe abgewehrt werden. § 3. Der Verein wird alljährlich Versammlungen veranstalten, deren Ort und Zeit von der je vorhergehenden bestimmt wird. In denselben werden, außer der Berichterstattung über - die Thätigkeit des Vereins, Fragen allgemeinen jüdischen Interesses augeregt und besprochen, die Ansichten ausgetaufcht über die Verhältnisse der Schule, des Kultus, der Gemeinde, wie über die Stellung der Synagoge und ihrer Bekenner im Staate und inder Gesellschaft, die Verständigung angestrebt über die Mittel, welche den Zwecken des Vereins entsprechen. § 4. Außerdem sollen Lokal- und Bezirksvereine gegründet werden, welche für ihren engen Kreis dieselben Zwecke verfolgen und mit dem Gesammtdereine in ununterbrochener Verbindung stdhen. § 5. Indem nähere Normen sowohl für den Gesammtverrin, als auch für die einzelnen Vereine Vorbehalten bleiben, wird in der gegenwärtigen Versammlung ein Comito von mindestens 9 Personen ernannt, welches, die Aufgabe hat, die Confolidirung der Vereins zu bewirken, die Gründung von Lokal- und Bezirks- Vereinen anzuregen, eine Ansprache über die Zwecke des Vereins zu verbreiten und für die nächste baldige Generalversammlung in Frankfurt a. M. einen vollständigen Statuten - Entwurf mit genauer Angabe über die Organisation des Vereins vorzubereiten. Der Verein ist hiermit constituirt und wird vorläufig festgestellt: Mitglied des Vereines wird ein Jeder durch einen (von Juli d. I. an gerechnet) jährlichen Beitrag von mindestens 1 Thlr. preuß. Cour. ----- 1 fl. 45 kr. südd. W. Wir treten mit dem vollen Vertrauen vor unsere Glaubens- -brüder hin und legen er einem Jeden dringend ans Herz, durch / %, / tritt,' wie Hurch^die AnckrKmgTrräch »wertem Kreisen hin, die Zwecke des Vereins zu fördern. > Möge'unser Vertrauen bald als richtige Voraussicht-sich bewähren, aus dem schwachen Saatkorn, das wir unseren Brütern hiermit übergeben, ein reiches, ergiebiges Geistesfeld werden. Diesen allgemeinen Grundgedanken, auf welchen der Verein beruht, mögen fich noch folgende Erklärungen anschließen: Der Verein geht von Deutschland aus, ist auf die Stellung, die -Geschichte, die bisherigen Leistungen der Juden Deutschlands begründet; allein weit entferrck, eine Begrenzung auf dieses bestimmte Land festzuhalten, will er im Gegentheile eine engere Verbindung mit allen sonstigen Vereinen, die. ähnliche Zwecke verfolgen, anstreben und Herstellen. Die gegenseitige Mittheilung von Erfahrungen und Versuchen, wie auch die in einander greifende Unterstützung und Förderung in allen Angelegenheiten, welche das Judenthmn seiner vollen Bedeutung, der Erfüllung seines menschheitlichen Berufes entgegenführen, wird gerade mit eine der Hauptaufgaben des Vereins sein. Der Gesammtverein, wie seine lokalen und bezirklichen Abzweigungen, hat die Bestimmung ein Band um Alle zu schlingen, welche dem Judenthume eine ernste LHeilnahme zuwenden, mögen sie auch sonst unter sich noch so sehn in ihrer Auffassung abweichen. Er schließt keine Richtung aus, er will im Gegentherl Allen das Bewußtsein verschaffen, daß es gemeinsame Aufgaben im Judenthume giebt, eine gemeinsame Liebe zu demselben, er hofft, durch seine freien Besprechungen in engern Kreisen wie in weitern, gegenseitige Anerkennung, thellweise auch Verständigung zu erzielen. Seine Aufgabe ist die des wahren Bauens; denn Wissen und thatkrästige Betheiligung sind, neben den Liebeswerken, die großen Grundlagen, auf denen das geistige und religiöse Leben beruht. So mag der Versuch denn unter Gottes Beistand unternoinmen werden; unsere rüstige Arbeit sein Gelingen fördern! Im Juli 1865. Dr. Adler in Kassel. Di. And in Mainz. Leopold Beer in Frankfurt a. M. Dr. Geiger daselbst. Dr. Golöschmidk in Leipzig. Raphael Krrchheim in Frankfurt a. M. Dr. Philippen'in Bonn. Philipp Westheim in Berlin. Dr. Wolfs in Gothenburg. i / Die Beitrittserklärungen bittet man an das nachstwohnende Comits-Mitglied oder unmittelbar an den vorläufig als Secretär fungirenden Herrn Raphael Krrchheim. in Franfurt a. M» zu richten. Die Beiträge werden gegen Quittung durch, die Comit6-Mitglieder oder durch, den vorläufig als Kassirer fungirenden Herrn Leopold Beer in Frankfurt a. M. erhoben. Druck V0G I. B. Hirfchftld in Leipzig.