Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 30 (25.7.1865)
- Date
- 1865-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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LS. Jahrgang. Alliiuiiit Jl? 30. Zeitung des Zudruthums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner 1>«\ Ludwig Philipps»« in Bonn. Leipzig, den 25. Juli 1865. . Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag«, in l1/* dis r Bogen. Preis de« Jahrgang» S Tblr. Halbjährig 1 rblr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/r Ngr. Inserate werden mit l'/a Ngr. für die Pctitzeile oder deren Raum berechnet. Für gedruckte Beilagen, die uns zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühren: für 1 Dogen 4 Thlr., für '/r Bogen 3 Tblr.., für >/« Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung». Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich da» Königl. Sachs. Haupt« Zeitung»«Bureau hier unterzogen. Inhal t. Leitende Artikel: Die Versammlung in Frankfurt a. Main. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Hannover, Leichlingen. Preußen: Anclam, Bonn. Oest errei chi sch er Kaiserstaat: Wien, Wien. Dänemark: Kopenhagen. — . Correspoudenz: Ein judenfeindlicher Lexikograph. — , Leiten-» Artikel. B onn, 16. Juli. Die Versammlung in Frankfurt a. Main. Je kräftiger jetzt das Bewußtsein des Individuums und je freier dessen Stellung ist: desto mehr verlangt es ihm nach Vereinigung, desto mehr fühlt es andererseits seine Beschränkung und Vereinzelung.. Es ist daher nicht zu verwundern, daß sowohl das Hervortreten irgend eines allgemeinen Mangels oder Nebels als auch jedes Streben nach einem allgemeinen Ziele oder Werke, alsbald durch, eine Vereinigung sich zu befriedigen gedenkt und durch eine solche ihr Ziel zu erreichen sucht. Wenn bis zur neueren Zeit das Judenthum sich in den jüdischen Gemeinden krystallisirt hatte, die allesammt nach einem und demselben Schema bestanden, und nur in der Quantität ihrer Angehörigen sich unterschieden/ so war innerhalb derselben zwar das Vereinsleben ziemlich stark, und bekundete sich in den vielfachen Chebroth,, 1-7$ aber die Gemeinden unter einander standen in -geringem Rapport,- und es waren nur die Correspondenz der Rabbinen und die wandernden Bettler, welche die Verbindung zwischen ihnen erhielten. Alle Fragen, die sich in ihrem Schoße erhoben, waren lediglich lokaler oder persönlicher Natur, und bedurften zu ihrer Lösung auch nur örtliche Anstrengungen, mit alleiniger Ausnahme von solchen, die eine halachische Bedeutung und Schwierigkeit hatten. Anders in unserer Zeit. Die große Umgestaltung nach Innen wie nach Außen rief Verhältnisse hervor, die theils den Juden eines Staates, theils alle Juden betreffen und interessiren, die im Kleinen wie im Großen in der Gesammtheit vorhanden sind und von dieser zum Austrag gebracht werden müssen. Die Jsolirung jeder Gemeinde auf sich selbst, der durch die eigenen Kräfte gesicherte Bestand derselben hat aufgehört, und so ist die gesammte Judenheit wieder. ■ in ein allgemeines Leben eingetreten, das die entferntesten Glieder dieser zerstreuten Körperschaft in mannigfachen Beziehungen auf einander weist. Merkwürdiger Weise handelt es sich hierbei viel weniger um die bür-> gerlichen Verhältnisse, denn gerade während die Frage um diese in der civilisirten Welt am lebhaftesten war, hat sich das Bedürfniß irgend welcher Verbindung niemals herausgestellt. Es war, als ob hierin Jeder von selbst daS Mögliche thue, und eine gemeinsame Wirksamkeit'darum unnöthig,-wäre. Die erste Weise,, auf welche sich das wicddrerwachte Gesammtleben, das Bej , ' >, r r ' ■-'--/'■•"i