Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1865)
- Date
- 1865-07-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein JW 29 SS. Jahrgang. A l l g tieine unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von * Rabbiner I>r. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 18. Juli 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag», in 1*/, bi» 2 Bogen. Preis de» Jahrgang» S Tblr. Halbjährig l Thlr. 16 Ngr. Vierteljährig 22 '/a Ngr. Inserate werden mit 1'/, Ngr. für die-Petitzeile oder deren Raum berechnet./ Für gedruckte Beilagendie uns zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühren: für 1 Bogen 4 Thlr.. für '/» Bogen 3 Thlr.. für */«. Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung«»Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat flch da« König!. Sachs. Haupt. Zeitung»«Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Ueber die Erziehung des Weibes zu seinem Berufe, nach Vircholv. — Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?— Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Rheinbaiern,' Minden. Preußen: Breslau, Köln, Aus der Nheinprovinz. Oefterrei chi scher Kaiserstaat: Prag. Austerlitz. Schweiz: Bern. Italien: Aus dem Kirchenstaate. R u ßland: Warschau. Nordamerika: Baltimore. Correspondenz: Das jüdische Lehrerseminar zu Münster. Leitende Artikel. Magde burg, 3. Juli. Arber die Erziehung des Weibes \u seinem Beruft) nach ft. Virchorv, von Julius Philippfon. Ueber die Erziehung des Weibes zu seinem Berufe ist iu der neuern Zeit viel geschrieben worden. Während in Berlin sich ein Verein gebildet hat, dev selbst Emiffärinnen in die Provinz und nach Leipzig entsandt hat, um dafür zu wirken-, dass das weibliche Geschlecht selbstständig emanzipirt und zu gewissen Handwerken und Beschäftigungen angehalten werde, um auch unverheirathet ftei dazustehen und sein Brod zu verdienengeht der berühmte Birchow von ganz anderm Standpunkte aus, den wir vollständig mit ihm theilen. In einer Vorlesung, die er am 20. Februar im Verein für Familien- und Volks--Erziehung gehalten, stellt er als Grundanstchd auf, daß die -Erziehung des Weibes f ür das Leben vorbereiten-soll, dies aber am. ^sichersten in; dem Kreise eines wohlgeordneten Familienlebens geschehen muß. Während leider die Schule weniger für das Leben als für den Staat und die Gesellschaft das Individuum erzieht, das Leben aber die selbst ftändige Entwicklung des E i n z e l n e n nach feine» natürlichen Gaben.und Anlagen fordert, wicht die künstliche Entwicklung der Massen, sinkt durch den Staat der Werth des .Einzelnen gegen den Werth der Massen, mit denen dev Staat rechnen und regieren muß. So kann das Volk durch den Staat allein nicht alle seine- Aufgaben lösen; die Volkserziehung muß sich bestreben, die freie Entfaltung des eigenen Wesens zu fördern, und wenn der Redner zuerst über die Erziehung des Weibes für seinen Beruß sich ausspräche, geschehe dies, weil ohne eine wesentliche Befferung in dieser Beziehung auch die Familien erz i e hum g, als die Hauptgrundlage, nicht gefördert werden kaum Bildung und Fortschritt des Volkes sind nur gesichert, wenn beide eine sichere Zuflucht im Schooße der Familie: finden. Hier pflanzt sich von Geschlecht zu Geschlecht nicht: blos die Gesittung.,, sondern auch die Brauchbarkeit für das Leben am sichersten fort; hier finden zugleich die Ueberlieferung und der Fortschritt eine geschützte Stätte,: hier entwickeln die- Kinder diejenigen Seiten ihres Wesens, für welche weder der Staat noch die Gemeinde sorgen können.. Wasdie. Famiüe,. selbst ohne Anlehnung an ,den Staat, im dev äuHevflenr Berrermsam-ung zn lristew