Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1865)
- Date
- 1865-07-11
- Page
- Seite 431 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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wäre ffomit de - facto als aufgehoben zu betrachten. Da wer ReichSrath, wenn diese Angelegenheit ffeiner Zeit zur Sprache kömmt, gewiß, auch Deinerseits die gesetzliche Aufhebung dieserj§§. befürworten würde, so dürfte mit Gewißheit angenommen werden: daß auch diese Goluchowskische Reliquie in nicht langer Zeit blos eine historische Erinnerung sein wird. — Es sei uns nun eine kleine Berichtigung gestattet. Unter der Rubrik „Zerstreute Bemerkungen", A. Z. d. I. No. 18, sowie im „Jüd. Volksbl." No. 23 geschieht des „Engländers" Vambörtz Erwähnung. Dies ist ein Jrrthum, der dadurch entstanden sein mag, weil die dort erwähnte Reisebeschreibung zuerst in englischer Sprache erschienen ist. Der Träger dieses Namens ist ein Jsraelite in Ungarn — wenn uns das Gedächtniß nicht täuscht — in einem obscuren Orte des Preßburger Comitates geboren. Schreiber Dieses lernte ihn Anfangs der 50er Jahre in Slavonien, wo er in einem jüdischen Hause als Lehrer sungirte, kennen. Damals führte er den Namen: Herman Vamberger. Wir sind noch im Besitz einer englischen Sprachlehre mit dieser Unterschrift, die wir zu jener Zeit von ihm erhielten. Später mochte er, der Landessitte gemäß, den Namen Vamberger durch Umwandlung in Vamberh magharisirt haben. Der etwa zwanzigjährige Hauslehrer zeigte schon damals ein außerordentliches Talent für Sprachen und behauptete: daß er jedes halbe Jahr eine Sprache gründlich erlerne. Er studirte eben um diese Zeit die spanische Sprache, nachdem er mit der Erlernung der englischen fertig wurde. V. trug sich damals mit dem Gedanken, beim Ministerium in Wien um die Erlaubniß, in die orientalische Akademie — Vorbereitungsschule für künftige Diplomaten — eintreten zu dürfen. Seit jener Zeit verlautete nichts mehr von ihm, soviel uns bekannt ist. Erst in neuester Zeit lenkte der Name Vambörh die allgemeine Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich. Er war von seiner großen und gefahrvollen Reise in Mittelasien zurückgekehrt, allerorten mit Auszeichnungen empfangen. B. soll in Constantinopel sich dem Studium der orientalischen Sprachen mit außerordentlichem Fleiße hingegeben haben und zu diesem Behufe zum Islam übergetreten sein. Asien bereiste er als Derdem Bewußtsein der Erfolglosigkeit, ist jedenfalls der gute Wille und die Consequenz zu bewundern. Correspond ent. wisch./ Gegenwärtig/ist er Mitglied der ungarischen Gelehrten-Gesellschaft. - Zum Schlüsse möchten wir nur noch einige Augenblicke die Aufmerksamkeit der geehrten Leser rege erhalten, damit wir sie auf ein hebräisches Werkchen: Me-: gilath Damessek, von. Feiwel Goldstoff in Krakau, lenken, das jüngst. in Wien' in Hübscher Ausstattung die Presse verließ. Der Verfasser, der bereits durch seine kurze Weltgeschichte — nbiyn mnp -lov, besprochen A. Z. d. I. 1861 No. 38 S. 543 — sowie durch andere in hebräischen Zeitschriften veröffentlichte Aufsätze den Freunden der hebr. Sprache und Literatur. vortheilhaft bekannt ist, giebt hier in korrekter hebr Sprache wieder, was Dr. Jost in seiner neuern Geschichte der Israeliten von 1815—1845 S. 383 ff. bis Ende in den. Capiteln: Die Blutbeschüldigung, Vorfall in Damask, Schritte der Europäer gegen die asiatische Barbarei, Schritte der Amerikaner, Montefiore'S und Lremieux's Sendung, Weitere Folgen u. s. w. in der ihn. so sehr auszeichnenden Sprache ' eines klassischen Geschichtsschreibers, als historisch denkwürdige Fakta ausgezeichnet, und fügt noch spätere ähnliche Ereignisse zu. Diesem pum nbira betitelten 1. Theile des Merkchens schließt sich dann, ein .rm}« wn",O genannter 2. Theil an, eine Sammlung hebr. Arbeiten verschiedenen Inhalts enthaltend. — Abgesehen von dem historischen Inhalte, der dieses Büchlein all denjenigen, denen das Jost'sche Geschichtswerk nicht zu Gebote steht, zur willkommenen, Erscheinung zu machen sehr geeignet ist, ist es die Correctheil des Stils, die es Wohl auch Lehrern als Lectüre für die hebr. Sprachschüler höherer Elasten, sowie für jüdische Schulbibliotheken empfehlenswerth macht. Fügen wir noch hinzu, daß der unglückliche Verfasser von der Natur in vieler Beziehung stiefmütterlich behandelt, vom' Geschicke nichts weniger als verhätschelt, von den Muckern seines Ortes verfolgt und verhöhnt, unter dem Drucke der gegenwärtig herrschenden großen Geldcala- . mität doppelt und zehnfach zu leiden hat, so wird did Empfehlung dieses lesens- -und beachtenswerthen Büch-, leins von unserer Seite wohl als gerechtfertigt erscheinen. Wohlhabende Väter mit acht jüdischem Herzen, , die ihre gewohnte npnL und nvn mb^Ä am rechten Orte anbringen möchten, wollen ihre etwaigen Geldbeträge an Herrn Feiwel Goldftoff in Krakau .adressiren; auf buchhändlerischem Wege istdieses Megiiatt? - vamessek durch jede in- und ausländische Buchhand- 28**