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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-07-11 · Heft 28 (11.7.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 28 (11.7.1865)
Date
1865-07-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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39. Jahrgang. Hg cm C in C JW 28. TUG*»'VH VW HV V V'V- VH/ VG VVV v^ Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von * Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 11. Juli 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag-, in l1/* bis 2 Bogen. Preis de» Jahrgang- 3 Älhlr. Halbjährig 1 Thlr. IS Rgr. Vierteljährig 2 2 l/‘i Ngr. Inserate werden mit 1 ifi Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Für gedruckte Beilagen, die uns zur Verbreitung durch diese Zeitung geliefert werden, berechnen wir Gebühren: für 1 Bogen 4 Thlr., für */, Bogen 3 Thlr., für */i Bogen 2. Thlr. Alle Buchhand» lnngen, Postämter und Zeitung-»Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich da- Königl. Sächf. Haupt« ZeitungS'Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Haben wirklich die Juden Jesunf gekreuzigt? — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Preußen: Neuß. Oesterreichischer Kaiserstaat: Przemysl, Pest, Tarnow. Correspondenz: Bericht über die Conferenz des rheinisch-westphäkischen Lehrervereins. — Leitende Artikel. Bonn, 2. Juli. Haben wirklich die Huden Hesum gekreuzigt? Fortsetzung.*) Unter denen nun, welche die historische Glaubwürdigkeit der vier Evangelien einer sorgfältigen und scharfen Kritik unterzogen, nimmt den ersten Platz David Friedrich Strauß, früher Professor der Theologie, ein, und zwar durch sein bekanntes Werk aus dem Jahre 1836, wie auch durch die 1864 erschienene neue Bearbeitung desselben „für das deutsche Volk": „lieber das Leben Jesu." Das Resultat seiner Untersuchungen spricht er S. 79 in folgenden - Worten aus: „Wenn also die Musterung der äußeren Zeugnisse in Bezug auf die drei ersten Evangelien das Ergebniß lieferte, daß bald nach dem Anfang des zweiten Jahrhunderts sichere Spuren,, zwar nicht von ihrem Vorhandensein in der jetzigen Gestalt, aber doch von dem Dasein eines großen Thei- *) S. Nr. 21, 22, 24. les ihres Stoffes, und zwar mit allen Anzeichen davon sich finden, daß der Grundstock dieses Stoffes aus dem Lande stamme, welches der Schauplatz der in Rede stehenden Ereignisse gewesen war: so ergiebt sich für das vierte Evangelium (Johannes) das weit weniger günstige Resultat, daß es erst nach der Mitte des (zweiten) Jahrhunderts bekannt wird, und zwar mit'allen Anzeichen davon, daß es auf auswärtigem Gehiete und unter dem Einfiusse-einer dem ursprünglichen Kreise Jesu unbekannten Zeitphilosophie entstanden sei. Ist also dort die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß in der immerhin, mehrere Menschenalter betragenden Zwischenzeit.zwischen den Begebenheiten und ihrer Aufzeichnung in der jetzigen Gestalt sich auch Sagenhaftes und sonst Unhistorisches eingeschlichen haben kann,' so hat hier sogar die Einmischung philosophischer Construction und bewußter Dichtung alle Wahrscheinlichkeit." Nach' der Ansicht Strauß' findet fich also in. den vier Evangelien ein gewisser geschichtlicher Grundstoff, der aber in ihnen durch Mythen verändert, umgestaltet und erweitert worden, wobei als wesentliche Motive galt, prophetische, speziell messianische Aussprüche der Propheten als im Leben Jesu ihrer buchstäblichen Äedeutung nach wirklich vorgegangen darzustellen, und Dogmen, die fich später in der christlichen Kirche gebildet hattenhineinzutragen. Es käme nun nach ihm darauf an, diesen geschichtlichen Stoff herauszufinden, indem theils alles Wundersame und Uebernatürliche abgestreift, theils

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