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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-20 · Heft 25 (20.6.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 25 (20.6.1865)
Date
1865-06-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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29. Jahrgang.. ' A l l g t jlt t i ll t ' ' M DWZ^MMWW^WWHMMMM^d ,,«* ss. Ein ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 20. Juni 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag», tu i1/* bis 2 Bogen. Preis de» Jahrgangs S Thlr. Halbjährig 1 Thlr, 15 Ngr. Vierteljährig 22'/r Ngr. Inserate werden mit 1 J/a Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für i Bogen 4 Thlr., für ^/r Bogen S Thlr., für >/i Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung».Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt. Expedition für beide Letztere hat fich das König!. Sächf. Haupt-ZeitungS-Bureau hier unterzogen. Inhal t. Leitende Artikel: Ein Blick auf die Gegenwart.—Zerstreute Bemerkungen. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Frankfurt a. M. Hannover. Oefterreächischer Kaiserstaat: Graz, -Wien. Frankreich: Paris: Rußland:Warschau. Leitende Artikel. Bonn, 4. Äuni. Ein Slick auf Äie Gegenwart. Sie stnterpelliren mich, Freund, und meinen, zwischen dem Publicisten und dem Publikum finde dasselbe Verhaltniß, wie zwischen dem Ministerium und dem Volke oder dessen Vertretern in einem konstitutionellen Staate statt. Die Minister sind verantwortlich, und man kann von ihnen die nähere Erläuterung jeder ihrer Aeußerungen verlangen. So seien auch die Redaktionen von Zeitschriften ihren Lesern verantwortlich für den Inhalt jener, und man könne von ihnen mit Fug und Recht die Antwort auf eine Interpellation fordern. Nun, der Vergleich hat wie jeder seine zutreffenden Punkte und wieder Seiten, auf denen er hinkt. Das Publikum hat hier jedenfalls das Vorrecht, sich, am Schluffe jedes .Vierteljahres von diesen seinen verantwortlichen Verwaltern der öffentlichen Meinung loszumacher^ was bekanntlich den Volksvertretern hinsichtlich ihrer . Minister nicht immer gelingt. Dagegen müssen die Redaktionen auch das Recht beanspruchen, die Beantwortung einer Interpellation für inopportun zu erklären, die Frage schwebe noch in den Verhandlungen, die Beantwortung könnegefährliche Folgen haben u. dgl. m. Jndeß auf diese Schwierigkeiten sollen Sie bei mir nicht treffen, und Sie hätten des geistreichen Vergleichs nicht bedurft, um mich bereit zu finden, auf Ihre Interpellationen einzugehen. Sie heben aus einem frühem Aufsatze die Aeußerung hervor: die menschliche Gesellschaft stecke noch, immer mitten im Heidenthume und Barbarenthume, und fragen mich, ob dieser Ausspruch ein Ausfluß übler Stimmung, des Verdrusses über irgend ein unseliges Ereigniß der Zeit gewesen, das doch der gesammten menschlichen Gesellschaft nicht aufgebürdet werden könne, oder ob ich wirklich dieser Meinung sei? Sie meinen, die Fortschritte in den jüngsten Jahrhunderten seien doch zu augenscheinlich, als daß die gegenwärtigen Zustände iu so herber Weise bezeichnet werden dürften. In einer Zeit, wo in jedem civilisirten Staate eine durchaus geordnete Rechtspflege stattfindet, wo das Princip der Gleichberechtigung immer mehr alle Schichten und Verhältnisse des Volkes durchdringt, für Unterricht und Bildung vielfache Einrichtungen und Anstalten gepstegt werden, für Gesundheit und Wohlbefinden möglichst gesorgt wird, ^ein Jeder für die Verwendung seiner Kräfte

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