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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-13 · Heft 24 (13.6.1865) · p. Seite 369

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 24 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 369 (sequence 13)
Language
German
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Paris, den 37August 1856. (Der orthodoxe Rabbiner- L la Hirfch-Lehmanv möchte doch wohl statt 1856 — 5616 schreiben?) Herr Redakteur! Mit einem Gefühle lebhafter Dankbarkeit habe ich in den ^rebives Israßlttes den Artikel gelesen, durch welchen Sie den sranKsischen Oberrabiner 'gegen" de» Angriff vertheidigen, dem Sie in einem von Herrn J)r* Hirsch zu Frankfurt in seinem Journal Ieschurun veröffentlichten Schmäh artikel ausgesetzt stnd. Die gesunde öffentliche Meinung, zu deren Organ Sie sich freiwillig hergeben, wird hoffentlich, die Excentricitäten des wilden Doctors, deffen heftige Sprache alle Grenzen dos AnstaudeS überschreitet, nach Gebühr richten. Bester gesinnt würde Herr Krsch, um uns zu bekämpfen, ernste Argumente gesucht haben, und das Nachdenken würde in ihm vielleicht jene aufbrausende Hitze beschwichtigt haben, die er so ungebührend in abgeschmackten und lächerlichen Declamationen verbraucht. Dieses auffallende Benehmen ist ihm gewiß nicht durch das Beispiel eines Cibeschütz, eines risrrw rp-iN, eingefloßt worden. Wenn Herr Hirsch sich in der Schule dieser großen Männer gebildet hätte*), rviKKe -er -geDhlt haben, daß Beleidigungen keine Gründe und Plattheiten nicht für geistreiche Einfälle gelten können. Er würde sich erinnert haben, daß während eine anständige und ernste DiSenssion zur Wahrheit, zur Verständigung führt, bittere Ironie immer nur die Schwächen eines anmaßenden Geistes und die Regungen eines Herzens verräth, welches den Leidenschaften und nicht den Eingebungen einer aus richtigen Frömmigkeit folgt. Herr Dr. Hirsch hat bei dieser Gelegenheit gegen'die Wohlan.sta ndigckei t, .gegen seine Würde als Geistlicher gefehlt, und was noch -wett ernster und unverzeihlicher ist, in seinem Artikel verräth sich eine offenbare U»redlichkeit. Er hat verkannt., daß ein Diener der Religion mehr.als ein Anderer daraus zu sehen hat, vssem, ansiä ndig., iruhig und gemäßigt zu sein, und 'daß er sich nicht von Nisser Regel entfernen kann, ohne den Charakter, den er bekleidet, zu prosaniren. Glücklicherweise hat sich eine Lai- . en-Feder gefunden, die,eS auf sich genommen, ihn diese Pflicht zu lehren, und diese Lection war gut. Indem ich Ihnen meinen Dank auSdrücke, bin ich überzeugt, zugleich das Organ meiner Colt egen zu sein. *) Herr Ullmann hielt also Herrn Hirsch -für keinen Talmudgelchrten? Der -Setzer. ' Wollen Sie; Herr Redakteur, hiervon die Bersicherung genehmigen, sowie von meiner ausgezeichneten Hochachtung. Per Oberrabbiner des' Central-ConststoriumS. S. Ullmann. So schreibt kein Mann, wenn er auf Seite der Orthodoxie, ä la Hirsch-Lehmann steht. Man sieht, wie diese Jesuiten-Clique sich ihre Orthodoxie macht. Wie es um die Orthodoxie des französischen Grand-Rabbin steht, sollen Sie ein anderes Mal hören. Wir haben Gottlob nur einen Klein und deffen Orthodoxie ist auch sehr anrüchig geworden — was bewiesen werden kann, wenn überhaupt Beweise nöthig sind. A « ze t ge n. Ein israelit. geprüfter Reügions- und Elemmtarlchrer und Vorbeter, welcher religiöse Vorträge hält, im Hebräischen, Mathematik, in den höher» Elementargegenständen, Clavier- und Violinspielen unterrichtet, sucht unter bescheidenen Ansprüchen eine womöglich dauernde Stelle bei einer Gemeinde, am liebsten im Königreich Hannover, Westphalen und Rheinprovinz. . Franco-Offerten befördert -die Expedition dieser Zeitung unter Chiffre lf. N. Die Stelle eines Lehrers, Schachet und Chasan in Stadtoldendorf ist vacaut, und kann sogleich oder auch einige Monate später angetreten werden; sie gewährt freie Wohnung, Beköstigung und Heizung, und iml. Schechttagebühren 149 bis 150 Thlr. Meldungen Mt Beilegung ausreichender Zeugnisse sind zu richten an Landrab.binex |>r. Hevzfeld. Brauvschwteäg, Anfangs Juni 5865. Die hiesige Cantor- und Schächter-Stelle mtt einem festen Gehalt von 175 Thlr. soll -zum 1. October a. c. besetzt werden. Wulfen bei -Eöthm. Der Vorstand Hevvman« Hirfchfeld. Die hiesige Gemeinde sucht zum 1. September oder auch zum 1. Nov. dieses Jahres die Lehrer-und Eantor- Stelle .neu zu besetzen. Die Schule ist eine öffentliche, städtische. Gehalt 230 Thlr. pro Jahr; außerdem bietet die Stelle sichere Aussichten auf Neben-Accrdenzien, sowie bei tüchtigen Leistungen Ertheilung auf Privatunterricht. Die Anstellung kann geeigneten Falls und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften.eine definitive werden. Bewerber wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand baldigst wenden. Berleburg (Westphaleu) im Juüi 1865. Der Vorstand der Synagogen- und Schul- Gemeinde. F.WeMsLu».

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