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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-13 · Heft 24 (13.6.1865) · p. Seite 361

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 24 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 361 (sequence 5)
Language
German
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bN1-)©*' yWsa’W5na-•&«©’■,‘i'j&W vipTaa' 217371 nana ippsb »na pbri vnb v« - vbia»n riininb .bap^i rria--bapb natiin bai,ipsn vip?aa N'vnis - Hier ist offenbar N^SNlv öiioW, öofiog na^ata, öffentlicher Platz, d. h. die Gotteslehre wurde deshalb in der Wüste gegeben, weil die Wüste ein allgemeiner, herrenloser Platz ist, wo kein Volk ein besonderes Recht beanspruchen kann — und das darauf folgende ipvn vip732 ist unverkennbar blos eine Glosse und Uebersetzung der Leiden griechischen Wörter, die durch Abschreiber in den Text hineingerathen sind. Vielleicht könnte man auch an 66/t«, das Geschenk, denken, und daher übersetzen: die Thora wurde als ein allgemeines, öffentliches Geschenk in der Wüste, einem herrenlosen Platze, geoffenbart u. s.w. Keineswegs aber ist hier üwi mit Themis zu vergleichen, wie Hr. W. meint, weil es sonst hier öi^s, Nomos, wie unzähligemal im Talmud, heißen müßte, vbschon, Aruch s. v. öiai No. 7., wie wir Hrn. W. vor einigen Monaten rnitgetheilt haben (bei der bekannten Erzählung von der Flucht des R. Simon b. Jochai, wo derselbe eine himmlische Stimme vernahm, die Gerechtigkeit, Themis, verkündete) unter oto,h «va© pa, Themis, verstanden werden muß, was aber Buxtorf und Landau »entgangen ist. Nebenbei bemerken wir, daß R. Simon bei dieser Gelegenheit auch das Sprichwort: „Es fällt kein Sperling auf die Erde ohne euren Vater" (Matth. 10, 29) anführt, und daß sich im Midrasch rabba Ab. 79 dieser Spruch, den wir bei Dukes, Blumenlese, vermissen) in seiner ursprünglichen Fassung erhalten hat. — Ibid. S. 70 und 74 wurde auch die bedeutungsvolle schöne Stelle mißverstanden: R. Joffe sagt nämlich, anknüpfend an die Worte Jesaias, 45, 19, welche auf die Offenbarung bezogen werden : «bi inoa STYinh mna Nb IbNb apan antV'vn»« nbi,nbvN tnpaa «bv'pana ♦’oiaas rrnna rrb ^aiiüpa inn ■»mn« Nb ,Warna ©t* ■•o,h©;»ö piar ian Wir haben hier zugleich eine treffliche Auslegung der Bibelstelle, die von allen Übersetzungen abweicht. Gewöhnlich nimmt man iin als Adverb an und übersetzt: Ich habe nicht gesprochen zum Hause Jakob: Umsonst suchet mich! R. Joffe aber erklärte lin als ein Substantiv, d. h. lin ©ins als ein eitler nichtiger Schwätzer—und demnach muß übersetzt werden: Ich habe nicht gesprochen zum Hause Jakob als ein wirrer, eitler Schwätzer oder Betrüger: Suchet mich! Ich der Ewige spreche Gerechtigkeit, verkünde Wahrheit! Das weder' bei' Aruch - noch bei Buxtorf borkommende öaaBc ist das griechische P^«§, Phenax/ Betrüger, Lügner, Windbeutel, und dies ist die Bedeutung des rr>nna Nb Daas, wodurch überhaupt der Nachsatz: Ich , der Ewige, spreche Gerechtigkeit, um so schlagender klingt. Zum Schluffe sei uns noch die Bemerkung, worein hoffentlich die geschätzten Leser gern einstimmen werden, gestattet, daß Hr. Weiß, der in seinen Studien eine erstaunliche Thätigkeit entfaltet, indem derselbe Glossen zu der' Wiener Talmudausgabe nebst der Correctur liefert, sich durch die treffliche Herausgabe des Sifra und der Mechiltha wahrhaft große, unvergängliche Verdienste um die hebräische Literatur erworben hat. Dankbar müssen wir auch des Hrn. E. I. H. Gutmann in Wien gedenken, der als ein edelmüthiger Mäcen die Drucklegung der Mechiltha möglich machte. Möge Hr. W. durch reichen Absatz, wenn auch nur eine kleine Entgeltung^ für den unsäglichen Fleiß und die vielen Kosten, die er dem prachtvoll ausgestatteten Werke gewidmet, finden! Rabb. David Oppenheim. Bonn, 2. Juni. Angekommen: „Wörterbuch der deutschen Sprache vonoDr. Daniel Sanders (Leipzig, Wigand) Bd. II, Lief. 20." Es ist dies die vorletzte Lieferung des umfassenden und tüchtigen Werkes , das also binnen Kurzem vollendet sein wird. — „Erziehungslehre für isr. Aeltern, Lehrer und Lehramtszöglinge. Von A. Lederer, Musterhauptschuldirektor an der kön. isr. Präparandie in Pest. (Pest, Robert Lampel, 1865.)" Wir werden dieses Werk einer genaueren Besprechung unterziehen. — „Prof. Dr. Saul Jsaac Kaempf. Eine biographische Skizze von F. S. (Prag 1865 S. Freund'S - Wittwe & Comp.)" Es ist dies ein Separatabdruck aus Schmelke's „Zeitboten" und erinnert die Mitglieder der Gemeinde dieses gelehrten und verdienstvollen Geist-' lichen, daß derselbe am bevorstehenden Hüttenfeste zwanzig Jahre am Tempel von Prag fungirt. Die Skizze ist gut'geschrieben, mit großer Liebe und Verehrung für den Gegenstand, und enthält eine ziemlich genaue Zusammenstellung der literarischen Arbeiten, sowie eine Schilderung der Schicksale und der erfolgreichen Thätig-- keit Kaernps's. — „Mon Syllabus contre le dix-rieuvifcme sifecle, par Alexandre Weill“ (Paris, Dentii, 1865), Schon die Form dieser Broschüre ist auffällig, denn sie gleicht der Nummer einer großen Zeitung. Man sieht, Herr Weill huldigt auch hierin dem Fortschritt, denn seine letzte Arbeit erschien in Quart, diese in Dovbel-

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