Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1865)
- Date
- 1865-05-02
- Page
- Seite 277 (sequence 11)
- Language
- German
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SrS NicoHrLurg;i wo tr dMsch studirte. Dann ging er Meder- '«ach- Pretzbürg undhielt eine deutsche Predigt — fimrbe jedoch ausgelacht und nun fördert er, die Juden, müssen deutsch werden. — — Der Schmerz über den Verlust Mannheimers ist. noch immer im hohen Grade in der Gemeinde vorhanden:- Nichtsdestoiveniger hat sich-der Vorstand veranlaßt gesehen, da die Gemeinde groß ist — nach der vor kurzer. Zeit stattgefundenen Conscription befinden sich hier 26,400 Juden — den Beschluß zu fassen einen Concurs für die Besetzung dieses Postens auszuschreiben. Pa wird es wieder eine Jagd geben, die nicht erfreulicher Natur ist. Wir hätten es angemessener gefunden, wenn man sich über die vorhandenen Capancitäten -- die leider nicht zu zählen sind — genau erkundigt hätte und dann den Einen oder den Andern zur Probepredigt eingeladen haben würde. Wir sehen. auch keinen Grund, warum ein Concurs für einen Prediger und nicht für einen Rabbiner ausgeschrieben wird. Vor 40 Jahren hatte der Name „Prediger" mehr Klang, aber heute ist der ' Titel „Rabbiner" würdiger und hat mehr Bedeutung nach Jnneü und Außen. Es liegt auch kein Hinderniß vor, um Herrn vr. Jellinek den Titel Rabbiner zu geben, da derselbe besitzt. Prag, d. 28. März. (Privatmitth.) Die erschütternde Kunde vom Heimgänge Mannheimers konnte nicht verfehlen auch auf unsere Gemeinde einen tiefen, schmerzlichen Eindruck zu machen. Alsogleich, nachdem düs Telegramm den Dahintritt > dieses greisen Seelsorgers gebracht hatte, wurde von der löbl. Repräsentanz der Beschluß gefaßt,. Deputirte ausihrer Mitte nach Wien reisen zu lassen, die als Vertreter der hiesigen Gemeinde Mannheimer' das letzte Geleit geben sollten. In derselben Stünde waren auch bereits Herr vr. Gitschin und Herr Georg Feigel auf dem Wege dahin. Indessen begnügte.sich unser löbl., Vorstand mit dieser Beileidsbezeugung nicht, sondern veranlaßt mit Rücksichtauf die bedeutende Persönlichkeit Mannheimers , daß am -vergangenen Sonntag e ein Trauergottesdienst - im Tempel abgehalten wurde. Das ganze Innere des Tempels war in Trauer gehüllt, denn selbst die Hunderte von Lichtern waren schwarz umflort, so daß schon durch diesen Anblick die ohnehin ernst gestimmten Gemüther nochernster gestimmt wurden. Nachdem Herr Obercantor Pereles das Minchah- Gebet vörgetragen Keleuchtete Herr: Professor Vr. Kämpf in einer anderlhalbständigen Rede das Leben des Dahingeschiedenen nach drei Richtungen hin: in der Wirksamkeit als Kanzelredner, als Wohlthäter in seiner.Gemeinde und als Vertreter der österreichischen Juden nach Außen hin. In den ergreifendsten Worten gab er der gerechten Trauer Ausdruck, die überaus zahlreich Versammelten, unter denen sich auch ein großer Theil der orthodoxesten Gemeindemitglieder befanden, folgten der Rede mit einiger Theilnahme und gespanntester Aufmerksamkeit. Hierauf hielt Herr Prof. Dr. Kämpf bei geöffneter Bundeslade ein hebräisches und deutsches Gebet für den selig Verstorbenen. Zum Schlüsse sang der hiesige jüd. Gesangverein „Arion" einen vom Oberkantor Pereles componirten Trauerchoral. — Auch in der Meiselsynagoge fand an demselben Tage ein Trauergottesdienst statt, woselbst Herr Prediger Dr. Stein dem Andenken Mannheimers Worte der tiefsten Verehrung lieh. — Herr Marcus Kaufmann wurde zum Ehrenhauptmann mnd Herr Gustav Pribram zum Lieutenant'beim hiesigen bürgerlichen Grenadiercorps ernannt. Anzeige«. Die hiesige Cantor- und Lehrer-Stelle soll zum 1. September d. I. besetzt werden. Derselbe muß musikalisch sein und religiöse Vorträge hakten können. Gehalt 400 Thlr., Nebeneinkommen 100 Thlr. nebst freie Wohnung. _ . ' Ferner wird zum 1. April d. J^ ein zweiter Cantor gesucht, der als Schächter, zweiter Lehrer und Schammes sungiren soll. Gehalt 50 Thlr., Nebeneinkommen 200 bis 250 Thlr. nebst freie Wohnung. Qualificirte Bewerber, die mit guten Attesten versehen sind, wollen sich beim Unterzeichneten Vorstand' melden. Schlawe, den 13. Februar 1865. D e r V o rfl a n d. _S. Z. Groß. Wir wünschen sofort oder spätestens zum 1. October a. c. einen Vorbeter anzustellen, der auch den ersten Elementarunterricht ertheilen kann, und zugleich als coniwzü sungiren vermag. Fester jährlicher Gehalt 300 Thlr. Bemerkungen sind an den Vorstand zu richten. Neuwedell, den,20. März 1865. Der Vorstand der Stznagogen-Gemernde. 18 **