Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1865)
- Date
- 1865-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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29, Jahrgang. All g eM eine "M"'"" JW 18 Ein unparteiisches Organ für alles Mische Interesse Herausgegeben von . Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 2. Mai. 1865. Diese Zeitung' erscheint wöchentlich einmal, Dienstag», in l1/* bi» 2 Bogen. Preis de» Jahrgang» 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. IS Ngr. Vierteljährig 22*/* Ngr. Inserate werden mit l'/r Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagcgebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr.,' für 1/2 Logen 3 Thlr.. für 'fi Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung»' Expeditionen nehmen Bestellungen-an; der Haupt'. Expedition für beide Letztere hat sich da» König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Burean hier unterzogen.. ', Inh a l t. Leitende Artikel: Judenthum und Deutschthum. (Schluß.) > : Zerstreute Bemerkungen.' — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover, Augsburg, Aus der Pfalz. Preußen: Berlin, Berlin, Berlin, Landsberg, Cüstrin. Oesterreichischer K ai ferst a ast : . »Aus Oberungarn, Pesth, Wien, Prag.! , Leitende Artikel. Bonn, 16. April. Iudenthunr und Deutschthum. (Schluß.) Wie sehr dieses deutsche Wesen in dem deutschen Juden seit ältester Zeit lebte, ersieht man auch daraus, daß sie überall, wo sie hinkamen, in allen Ländern, wo sie sich ansiedelten, die deutsche Sprache als ihre Familiensprache konservirten, und von der Ukraine bis zu den Küsten des stillen Oceans die deutsche Sprache erklingen ließen, wenn auch in den verschiedenen Ländern sich nach den dortigen .Zungen modificirend, so daß erst in den neuesten Zeiten der ungarische,, polnische, russische, dänische, schwedische ,1t. s. f. Jude sich anschickte, die Nationalsprache sich anzueignen, immer aber noch seine Bildnngselemente aus deutscher Wurzel zieht. Führwahr, einem so großartigem, historischem Factum gegenüber erscheint es doch etwas anmaßend, wenn der Freiherr v^ Lotzn die deutschen Juden auffordert, Deutsche zu werden! Wir waren, sind und werden Deutsche seien, wie nur irgend Glieder der deutschen Nalion es sind. Entdeckt der Vers, einige Eigenthümlichkeiten. in uns, so wollen wir sie ihm zugestehen. Zwischen Berlin und. Wien, Hamburg und, München, zwischen Sachsen und Schwaben, Ostpreußen, und Hannoveranern, ist auch einiger Unterschied, sie haben Alle ihre Eigenthümlichkeiten, aber Deutsche, sinh sie und wollen, sie sein, , Aber wir haben noch ein Anderes -gegem.den Kerf, geltend zu machem Er sieht,..wir' standen bis-, jM Mit ihm gemeinschaftlich auf hem nationalen Standpnnkt. Wen er aber diesen nationalen Standpunkt zum alleinigen und ausschließlichen, macht, so .müssen wir ihn verlassen, und können uns.. mit ihm durchaus .nicht in Uebereinstimmung erklären., .Im vorigen Jahrhundert schwelgte, man im Ideale des Kosmopolitismus.-Es war eine stäche und einseitige. .Tendenz^, In unsrer »Zeit schwelgt man im Ideale des. Nationalismus und dies ist nicht minder eine einseitige Tendenz. Die Natur des Menschen .ist, Gott sei . Dank! reicher angelegt, .als auf. solche einfache Lebensmomente beschränkt zu^sein, und wie es unterhalb der Nationalität noch Momentegibt, die unstreitig ihre Berechtigung und »ihren Inhalt haben, wie Familie und Individuum, so. gibt es dergleichen auch. . über, die Nationalität hinaus. . Zu: .diesen, gehört insonders die Religion. Magsein, baß diese auch immerhin eine gewisse nationale Färbung annimmt, so ist sie doch niemals mit Nationalität identisch, aber, sicher ein ebenso untrennbares. Element der Meuschennatnr,