Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1865)
- Date
- 1865-03-28
- Page
- Seite 203 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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auch dem lieben Herrgott , ein Plätzchen daneben gegönnt werden mußte, sie gegen den letzteren aber fast noch mehr Widerwillen haben als gegen uns arme Juden. Ich kann hier nicht umhin, Ihnen ein Ereigniß mitzutheilen, das ich vor Jahren aus dem Munde eines glaubwürdigen Freundes vernommen, und das auf mich einen tiefen Eindruck gemacht, einen Eindruck, den ich heute, nach 15 Jahren, noch nicht losbringen kann. Dieses kurze Geschichtchen schildert so recht den Charakter des eingeborenen Amerikaners und den so vieler eingewanderter Deutschen. Dieser Freund mußte in der ersten Zeit seines Hierseins, wie fast jeder Einwanderer in der damaligen Zeit, sein Brot durch Hausiren (Pedle) auf dem Lande sich erwerben. Eines Tages kam er während eines furchtbaren Schneegestöbers, ermattet und. ermüdet, zu einem einsam stehenden Farmerhause, um eine Nachtherberge bittend. Freundlich wurde er von dem Bewohner desselben ausgenommen. Kaum hatte er es sich, der Einladung des (amerikanischen) Farmers folgend, bequem gemacht, als im Nebenzimmer, wo sich der Farmer zur Zeit befand, eine flüsternde Stimme öfter das Wort „Jew“ (Jude) aus- * sprach. Sie gehörte einem deutschen Knechte des Farmers an, der demselben schilderte, welch ein gefährliches, betrügerisches Volk die Juden seien, und ihn warnte, einen solchen Menschen zu beherbergen. Schweigend hörte der Farmer zu und ging, als der Knecht geendet, in das obere Stockwerk, von welchem er bald daraus mit einem Beutel Geld in der Hand herunter und in das Zimmer kam, in welchem der Hausirer, vor Angst zitternd (denn er hatte das Gespräch belauscht), sich befand. Der Farmer rief den Knecht in das Zimmer, nahm eine Summe Geldes und händigte sie ihm mit ,den Worten ein: „Hier ist dein Lohn, nun auf der Stelle packe zusammen und mache, daß du aus meinem Hause kommst!" Verdutzt sah der Knecht ihn an, aber es war Ernst. Trotz Sturm und Schnee mußte er das Haus verlassen. Als der Jude hierüber sein Erstaunen bezeigte, sagte der Farmer: „Mein Lieber Freund! ein Mensch, der mich.veranlassen will, in einem solchen Wetter einem armen Wanderer seines Glaubens willen ein Obdach zu versagen — ein solcher Mensch kann auch mir gefährlich werden, dem darf ich nicht länger .. trauen. — H. Anzeige». Die hiesige Cantor- und Schächterstelle, mit einem festen Gehalt von 400 Thlr., freier Wohnung, sowie einem Nebeneinkommen von circa 150 Thlr. ist zum 1. October a. c. zu besetzen. Bewerber, welche musikalisch gebildet und befähigt sind, wollen ihre Anmeldungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstande einreichen. Stargard in Pommern, den 20. März 1865. Der Vorstand der Shnagogen-Gemeinde PLncoffs. Inserat. In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Stelle als examinirter Religionslehrer, Cantor und Schächter, verbunden mit einem festen Jahresgehalt von 250 Thlr. und den üblichen Nebeneinkünften, welche sich auf mindestens 150—200 Thlr. belaufen, von sofort zu besetzen. Qualificirende Bewerber mit guten. Zeugnissen wollen sich unter Einsendung ihrer Atteste mit portofreien Briefen an uns wenden. Für Reisekosten kommen wir nicht auf. — Rosenberg in Westpreußen , im März 1865. Der Vorstand des Synagogen-Bezirks. - I. Sandmann. S.Ar.Jaeoby. A.Wütow. Bekanntmachung. An der hiesigen jüdischen Elementarschule ist eine Lehrerstelle mit 200 Thlr. Gehalt vacant und sogleich wieder zu besetzen. Bewerber haben sich unter Vorlegung ihrer Zeugnisse bis zum 5. April e. hier zu melden und dem Gesuch einen Lebenslauf beizufügen. — Schmeidemühl, den 14. März 1865. Der Vorstand der jüdischen Schule. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Vorbeters und Schächters gegen Ende Thamus d. I. zu besetzen. Die Einkünfte sind, außer freier Wohnung., 4 bis 500 Thaler jährlich, Bewerber um diese Stelle wollen ihre Gesuche, mit entsprechenden Zeugnissen über Tüchtigkeit und seitherigen Wirkungskreis belegt, frankirt einsenden. Kreuznach, im Februar 1865. Der israel. Gemeinde-Vorstand. Die zu Ostern d. I. wrcante hiesige Lehrer-, Schächter- und Vorbeter-Stelle, verbunden mit einem Gehalte von 250 Thaler, freie Wohnung und circa 100 Thaler Nebeneinkünfte, soll zu dieser Zeit wieder besetzt werden, und wollen sich Qualificirende unter Einreichung ihrer Concessionen und Zeugnisse baldigst melden. Reisekosten werden nicht vergütet. Callies, dm 27. Februar 1865. D er V erst-an d. Behrendt.