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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-03-14 · Heft 11 (14.3.1865) · p. Seite 168

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 11 (14.3.1865)
Date
1865-03-14
Page
Seite 168 (sequence 10)
Language
German
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168 und die Monde fügte giftig hinzu: „Die Kirche wird überall geplündert /- zur großen Freude der Liberalen!" Ein Freidenkender,' Herr Calemard de Lafahette; hat sich das Vergnügen gemacht, die, Klöster des Foubourg St. Germaiu zu zählen, und ihre Zahl ist sehr größtes, find folgende: das Kloster de l’Äbbaye, das Kloster der Schwestern des heiligen Thomas von Villeneuvtz;,. das ungeheure Haus der Jesuiten mit einer Kapelle, welche mehrere Millionen gekostet hat und mehr als . dreißig Beichtstühle enthält, das Haus der Lazaristendas Kloster des. Oiseaux, die Benedictinerinnen, die. Brüder der christlichen Lehre, das Kloster des Sacr6-Coeur, das einen Flächenraum von fünf Hektaren einnimmt, die barmherzigen Schwestern, die Prädikanten, die Bußschwestern u. s. w. u. s. w. Das ist der Antheil von dem einen Faubourg St. Germain. Herr Calemard de Lafayette constatirt, daß der Orden Sacrö-Goeur, welcher 1804 aus nichts hervorgegangen ist, heutzutage 32 Millionen an Immobilien besitzt N * . Bott dev anderen Seite hat man in dem „Siövie" dje Aufzählung der Klöster von Toulouse gelesen. 1790 zählte diese Stadt, welche ein Häuptsitz des Ultramontanismus ist/ 37 Klöster; in dem Jahre des Heils 1865 zählt sie 65, also 28 mehr als unter dem alten Regime.; Wenn man sie gehen ließe, würden die religiösen ^Eongregationen, wenigstens in zwei Jahrhunderten, den ganzen Boden und den ganzen mobilen Reichthum Frankreichs besitzen. Und das ist nach dem Ausdruck dieses guten Herrn Coquille, die Kirche, die überall geplündert wird." Italien. Auö Oberitalien, 14. Februar. (Privatmitth.) Assem para et accipe auream fabulam. Die Perseveranza von Mailand vom 13^ l. M. erzählt von Mantua ein Factum, das sich daselbst zugetragen, und welches kaum glaubbar wäre, wenn wir nicht wüßten, was von gewisser Seite von den frommen und gewissenhaften .Repräsentanten der Mehrzahl der Bürger zu erwarten steht. Ein israelitischer Bürger von Mantua, Herr Felice Carpi,: hinterließ ein ansehnliches Gebäude als Legat seiner Vaterstadt, mit der Bestimmung, es Möge-.in demselben eine Lehranstalt für die Landwirthschaft errichtet werden. Sehr wohl. Das Geschenk wird' angenommen. An Dänksägüügen \ wird es nicht gefehlt haben. Man entwirft die Statuten der zu errichtenden Anstalt, und gleich im ersten Paragraphen werden Israeliten vom Lehrerpersonal an der Anstalt ausgeschlossen. — Bekanntlich ist die Mantuaner Bürgerschaft wegen ihrer Unverträglichkeit mit ihren'israelitischen Mitbürgern allzu notorisch; deßungeachtet hat jene monströse Verfügung, nachdem sie allgemein bekannt wurde, im Publicum eine ungetheilte Entrüstung hervorgebracht; der Podesta' schiebt nun diese undankbare That dem Münicipium in die Schuhe; dieses ladet die Schuld auf bte Societä virgiliana, die in der Sache um Rath befragt wurde; und wer weiß, wie diese Angelegenheit enden wird! Gewiß ist, daß von seiten der Regierung nicht'die geringste Hinderung stattfindet, auf daß die Sache im Sinne der'Humanität und Gerechtigkeit beigelegt werde. Wie es heißt, wird nach dem vorleuchtenden Beispiel, welches die durch Sie gegründete Bibelanstalt gegeben, der Professor S.'D. Luzzatto von einer Gesellschaft, die die Kosten hierzu per Actien vorzuschießen bereit ist, den Auftrag erhalten,' die übrigen Theite der heil. Schrift ins Italienische zu übertragen und dem Drucke zu übergeben, nachdem dessen italienische Uebersetzung der 5 Bücher Mosis sammt Häphtaroth und Megillolh sehr günstige Aufnahme gefunden haben. ■■? i In Verona wurde zur Erbauung eines neuen ist: Tempels vor einiger Zeit Hand angelegt:-- . - > Herr Advocar Angeld Segre^ bisher subsLituirender Armenadvocat am Appellationshofe von Casale, würde zum wirklichen Armenadvocaten 'befördert'- und nach Ancona versetzt. Bei der nächsten Beförderung steht ihm die Ernennung zum Appellationsrathe bevor. Auch bei dem diesjährigen allgemeinen Concurse der Hörer sämmtlicher technischer Schulen Italiens zur Prämien- Bertheilung in Turin haben sich unsere Jünglinge aus Mailand, Vercelli, Reggio und: Turin vortheilhaft ausgezeichnet. Bonn, 1. März. Wir erhalten aus Livorno einen Aufruf zum Besten der unglücklichen Familie Coen, den wir in der Übersetzung hier mitzutheilen und zu dringender Berücksichtigung zu empfehlenuns verpflichtet fühlen. Zugleich erklären wir uns bereit- Gaben in Empfang zu nehmen, in diesem Blatte bekannt zu geben und dem Unterzeichneten Eomits zu übersenden. vr. L. Philippfon.

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