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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-03-14 · Heft 11 (14.3.1865) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 11 (14.3.1865)
Date
1865-03-14
Page
Seite 166 (sequence 8)
Language
German
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166 Schriften, 'aus welchen sie.entnommen sind, gegenwärtig sich / nicht/mehr-oft vorfinden; auch Dr. Brunner kennt sie Wahrscheinlich nur: aus alten. Scharteken, die er für antiquarische Schätze hält. Jedenfalls haben Zeena tutena und. Mercado niemals zu den Maßgebenden. - Schriften . der Juden gehört. - S ch ot t. O österreichisch er Ka iserstaa t. " Wien, im Februar.? (Pr.) Der „Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israelitischen Eultus- Gemeinde in Wien" hat heute, am Jahrestage seiner Gründung, seine General-Versammlung gehalten, in welcher sein vierter Jahresbericht vorgelegt -wurde. Die Versammlung trat unmittelbar nach der gottesdienstlichen - Berfassungsfeier zusammen. Der .vorgelesene Beticht erinnert daran; daß der Verein seinem Ursprünge nach als perennirende Erinnerung an das kaiserl. Verfassüngsgeschenk constituirt wurde. Die Thätigkeit des Vereins sucht mit, der Zunahme der an ihn gestellten Förderungen Schritts zu haltend Er hatte mit der Verpflegung von 27 Waisen begönnen, und am Schlüsse des abgelaufenen Jahres , befanden sich 79 Waisen mit einem Kostenaufwande von nahezu 7900 fl. in seiner 'Obhut/ Im Ganzen beliefen sich seine Ausgaben im Jahre 1864 auf 7519 fl., denen 8540 fl. als Einnahme .gegenüberstehen.- Steigert dies, wie dies fast mit Sicherheit zu erwarten steht; die Anzahl der berechtigten -Pfleglinge, so können seine Mittel-nicht mehr ausreichen, und? es wird darum' auch eindringlichst an den Wohlthätigkeitssinn der Freunde des< Vereins appellirt, um den Bedürfnissen der nächsten Zukunft gerecht wer- .demzu können! - - Wien, 1. März. (Privatmitth.). Der bekannte Hof-;wechsler: Ignatz Deutsch veröffentlicht für sein Geld in 'hiesigen Blättern eine Petition, die er im November mu i den Kaiser um Aufhebung der Beschränkungen, welche das Gesetz von 1869 den. galizischen Juden in -der Erwerbung von Grundstücken stellt, gerichtet hat. Dies.wäre nun ganz gut, wenn der Petent sich nicht. Zugleich^ als! nein: großer Staatsmann erwiesen hätte, der wohl weiß, was er thut. Er erkennt nämlich die -österreichische Verfassung n i ch t an. Zwar hat der -Kaiser selbst: diese Verfassung gegeben, das thut aber, nichts, Hr. Deutsch erkennt sie dennoch nicht an. Er verlangt, daß der Kaiser'allein, ohne Zustimmung des; Reichstages, die er sich fast ausdrücklich erbittet,- aüs seiner Machtfülle das beschränkende Gesetz aufhebe. Mit erinnern dabei daran, daß der Reichstag, als vor' einiger Zeit die Staatsregierung die Aufhebung jener Beschränkung für die Juden in Czernowitz beantragte, der Reichstag das Verlangen stellte, daß die Regierung ein gleiches Gesetz für alle galizischen Inden'einbringe. Man könnte nun Herrn Deutsch seinem Gebühren ruhig überlassen , wenn nicht daraus wieder ein Mal der Schluß gezogen würde, daß die Juden den liberalen Institutionen -zuwider wären , denen sie doch die wirkliche und dauernde Verbesserung ihrer Lage zu verdanken haben. . Prag, im Februar. (Privatmitth.) Die Präses- Frage in der hiesigen Cultus-Gemeinde-Repräsentanz ist noch nicht gelöst. Herr E. Wehli hat sein Entlassungsgesuch nicht zurückgenommen, und auch die Behörde hat von einer Verweigerung der Annahme nichts verlauten lassen. Uebrigens fragt es sich, ob die Behörde in der Lage sei, in dieser Frage kompetent aufzutreten, da gegenwärtig der Präses der Repräsentanz nicht mehr Vorsteher der Gemeinde sondern eben nur Vorsitzender der Repräsentanz, aus deren Mitte er durch 'freie Wahl hervorgeht. Demnach dürfte es angemessener gewesen sein, wenn sich die Petenten, anstatt an die Behörde, lieber an die Repräsentanz mit ihrem Gesuche gewandt hätten. Indessen ist der ganze Gegenstand von'keiner, großen Tragweite, da die hiesigen Juden nicht mehr einen Staat im Staate bilden, mithin die Gemeinde-Verwalter keine allzuwichtigen Gegenstände wahrzunehmen haben, denn auch der Cultus im engern Sinne ist hier nicht Central-Sache, sondern die einzelnen Synagogen sind völlig autonom. Es hat dies in materieller Beziehung freilich seinen. Nachtheil, indem manche Synagoge — auf sich selbst angewiesen — um ihre Existenz schwer zu-kämpfen hat, und das um so mehr, wenn sie dem Fortschritt huldigt; indessen für die geistige Entwickelung ist die Autonomie der Shnagogen-Gemeinden ein Segen. Der erste Jahrzeitstag des sel.vr. S ach s ist im hiesigen Tempel vorige. Woche auf solenne Weise begangen worden. Bekanntlich hat Prof.' Kämpf, der Nachfolger des Seligen im Amte hier, den Ertrag seiner zu Ehren des Verklärten gehaltenen Gedächtniß- Rede zur Gründung einer M. Sachs-Stiftung bestimmt, deren Zweck sein sollte, den Sterbetag des

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