Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1865)
- Date
- 1865-03-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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29. Jahrgang. A l l g e yl e i n e JW 11 ■■■;- v ‘ / ' Ein; ■;; . ,,, «npartensches Organ für alles jüdische Interesse. .. - : Herausgegeben von V, Rabbiner Vr. Ludwig; Philippfon in Bonn. Leipzig, den 14. März 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich! «tnm al. D ien stagS, in l1/* bis 2 Bogen. Preis! deS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 16 Ngr: Biertcljährig 22^/r Ngr. Inserate werden mit l'/a Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. : Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr.» für Bogen 3 Thlr. . für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS» Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt« Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zcitungs-Bureau hier unterzogen. In halt. Leitende Artikel: Orient und Occident. — Das Vorwort Napoleon'S III. — Zerstreute Bemerkungen. — Zeitungsnachrichten: D e utschland: Homburg von der Höhe, Bühl.. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien» Prag, Prag. Frankreich: Paris. Italien: Aus Oberitalien; Bonn. Meriko: Meriko. Palästinä: Bonn. Amerika: New-Uork. Asien: Smyrna. Leitende Artikel.; ,; Bonn, 5. März. Grient und Gccidenl. Was man auch über die Verschiedenheiten der großen Racen des Menschengeschlechtes sagt, dieselben haben keine geschichtliche Bedeutung, sondern ihre Wichtigkeit beschränkt sich auf das Studium der ältesten Sprachelemente und dem hypothetischen Ursprung der! ältesten Völkerschaften.. Ja, eine geschichtliche Bedeutung hat die Racenverschievenheil me gehabt; , denn wir. sehen die Stämme jeder Race. der arischen; semitischen und chamitischi:n^> untereinander, in ununterbrochenen Kämpfen begriffen;, wir sehen nicht selten Völkerschaften zweier Racen miteinander verbunden gegen Nationen einer der beiden Racen; wir sehen niemals einen durchgreifenden Kampf einer Race gegen die andere. Wenn wir in der Geschichte der alten Welt eine dauernde Spaltung, einen durch alle Jahrtausende reichenden Gegensatz und Kampf aufsuchen, so begegnen wir demselben nicht zwischen den arischen und semitischen Völkern, sondern zwischen dem Orient und, Occident, von welchem Ursprünge deren Völker auch waren. Betrachten wir Ostafrika, insonders Aegypten mit zum Occident gehörig, während Asten den Orient aüsmacht, so sehen wir bereits im 15. Jahrhundert vdr k gew. Zeitr. den Occident tief in den Orient eingreifem Ramses der Große (Sesostris) von Aegypten soll feine Siegeszüge bis zum Indus und Ganges ausgedehnt haben;, jedenfalls zeugen von seiner Herrschaft in Asien noch heute die in der Nähe des alten Berytos an der Mündung des Lykos in den Felsen gehauenen Bilder des Ammon, Ptah und Ra mit den Namensschildern des Ramses Miamen. Von da ab die langen Kämpfe der ägyptischen Dynastieen mit den Assyrern und Chaldäern um die Oberherrschaft in Vorderasien, unter denen auch Israel so viel litt, und die es mit dem ersten Falle Jerusalems bezahlte, nachdem dieser Kampf des Occidents und Orients selbst im Schoße dieses kleinen Volkes durch erbitterte Parteien durchgestritten worden. Sie endeten mit der . Unterwerfung Aegyptens durch die persischen Könige, hatten über ein Nachspiel noch in den Kriegen der Ptolomäer und Seleuciden, welche Judäa abermals so schwer empfand. Ein neuer Act dieses welthistorischen Streites'begann