Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1865)
- Date
- 1865-03-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Jahrgang. ' 1i?•. Al lgemeine . «. JW 10* Ein unparteiisches Organ fnr alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Ldr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 7. März 1865. / Diese Zeitung rrscheiili wöchentlich einmal. Dienstags, in 1^/r bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2 Ngr. Inserate werden mit 1 '/r Ngr. für die Petitzcile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für */» Bogen 3 Thlr.. für l/i Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. I n h a l Leitende Artikel: Nur Eine Menschheit soll es sein. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten ^Deutschland: Frankenthal. Preußen: Bonn, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Fünfiirchen. Frankreich: Paris. Rußland: Warschau. — Leitende Artikel. Bonn, 26. Februar. Nur Eine Menschheit soll es sein. Auch die h. Schrift kennt das Racenverhältniß mit einer Sicherheit und Bestimmtheit; welcher die moderne Sprachforschung erst mühsam nahekommt, stellt sie uns in der Völkertafel im 10. Kapitel deS 1. B. Moses die semitische, arische, äthiopische Race auf. Daß hier unter Japheth die Race zu verstehen ist, welche man jetzt die arische nennt,, wobei an den griechischen Iapetos, den Vater des Iaon (171) zu erinnern ist, geht aus dem Einzelnen klar hervor. Soweit dies noch erklärlich ist, sehen wir das südliche Rußland, den Kaukasus, Medien, Ionien, Armenien, Thracien, Hellas, Tarteffus, die Inselm deS Mittelmeeres und das vieldeutige Aschkenas unter' Japheth vereinigt so ungefähr ein Bild der. zu einer Race verbundenen Völkerschaften der Inder, Perser, Griechen, Slaven, Germanen und Romanen skizzirend. Mit noch größerer Bestimmtheit tritt uns die semitische Race mit Elam, Assyrien, Kaldäa, Arabien und Syrien entgegen, wohingegen Cham, Aethiopien, Aegypten, Libyen, Kanaan mit deren verschiedenen Colonien umfaßt. *) Aber nicht blos als äußerliche Spaltung und Gliederung faßt die h. Schrift die Racen auf, sondern in der prophetischen Andeutung die (9, 25—27) im Segen und Fluch Noah's gegeben wird, drückt sich offenbar ein historisches und ein Culturmoment aus. Die semitische Race werde einen Theil der chamitischen (Kanaaniter und Phönizier) unterdrücken, die japhetische aber als die sich ausdehnende und den weitesten Länderstrich einnehmende**) große ausgebreitete Dynastien gründen, welche selbst die semitischen Stämme überwältigen und in Botmäßigkeit erhalten***) würden, wodurch aber die kanaanitische Familie nicht restaurirl, sondern nur immer tiefer-gestellt wurde. Innerlich wird hierdurch die japhetische Race als die bezeichnet, welche vorzugsweise die sociale Cultur schaffen und verbreiten werde, wogegen der semitischen die religiöse Bildung-s) zugeschrieben wird, wahrend die Chamiten in den materiellsten Interessen-j-s) erscheinen. *) Siehe das Nähere in unserm Bibelwerke zur Stelle. **) nscpi-iba dd"1 ***) vp ^7782 pia-n f) üto ■’inb&t 'ii ym* ■ tt) Man erinnere sich an die ägyptische Industrie und den phönizischen Handel, , -