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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-07 · Heft 6 (7.2.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 6 (7.2.1865)
Date
1865-02-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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29, Jahrgang. All g t M e i U e -- 6. Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeLen von ' ' Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 7. Februar 1865. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag-, in lljx bis 2 Bogen. Preis des Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22 1/2 Ngr. Inserate werden mit l'/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für Bogen 3 Thlr., für '/* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inh a l t. Leitende Artikel: Der Racenschematismus. (Schluß.) — : Ueberdie jüngsten Bewegungen im Judenthume. (Fortsetzung.) — Lüerarischer Wochenbericht.— Zeitungsnachrichten: Deutschland: Alzey. Preußen: Berlin, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Pesth, Preßburg, Bonn. Donaufürstenthümer: Bottuschan, Aus Bukarest. Frankreich: Paris. — (Korrespondenz: Briefe aus Rußland. I. — Leitende Artikel. Bonn, 29. Januar. Der Uacenschemalismus. (Schluß.) Unter den in diesem Winter zu Karlsruhe gehaltenen Vorlesungen hielt auch.der Geheimrath Bluntschli eine solche „über die Gottes- und Weltideen des alten Orients und ihren Einfluß auf das GemeinleLen." Es liegt uns allerdings nur ein ausführlicher Bericht über dieselbe in der „Karlsruher Zeitung"- vor, der außer der Einleitung nur noch bic altindischen Staatseinrichtungen charakterisirt> bis wohin diese erste Vorlesung reicht. Den Vordergrund nimmt neben vielen geistreichen Bemerkungen über die Einwirkungen der Natur auf die Entwickelung der Völker auch bei dem berühmten Professor und Redner der Unterschied zwischen der arischen und semitischen Race ein. Während aber Herr Burnouf beiden Racen eine tiefgehende religiöse Richtung, jener die pantheistische, dieser die monotheistische, zufchreibt, erkennt der deutsche Gelehrte den semitischen Völkern (den Arabern, Hebräern, Phöniziern, Chaldäern und Assyriern) entschieden das religiöse Element, den arischen Stämmen das politische und die Wissenschaft zu. Wir sehen also, daß Leide Forscher in der Charakterisirung der beiden großen Völkerfamilien sehr voneinander abweichen, wodurch jedenfalls die Kraft der Folgerungen, die beide äuS ihren Voraussetzungen ziehen, sehr abgeschwächt wird. Sehen wir auch Herrn Bluntschli's Auseinandersetzungen etwas näher an. Blickt man auf die Völker, welche'als zur semitischen Race gehörig angesehen werden, so sieht man nicht ein, wie die Phönizier, Chaldäer und Assyrer als entschiedene Träger des religiösen Elements angesehen werden können, da sie in dieser Beziehung gar keine' wichtigere Rolle als die arischen Völker gespielt, ja den Indern und Persern bei weitem nachgestanden haben. Es bleiben nur die Hebräer übrig, die doch nur einen so kleinen Raum unter den Semiten eingenommen, und die Araber, die erst so spät durch Mahommed einen religiösen Ruf gewannen. In der That haben die Inder durch den Brahmanismus und den BuddahismuS für den Süden und Osten Asiens eine nicht geringere Bedeutung als die Araber durch den Islam für den Westen' und die Mitte Asiens erlangt, und nach dieser Betrachtung der wirklichen Geschichte kann man den Semiten

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