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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-01-03 · Heft 1 (3.1.1865) · p. Seite 11

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 1 (3.1.1865)
Date
1865-01-03
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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ii ist nur eine Nationalwaffe.' Die Gelehrten / die ihn versäßteü,' haben Zeugniß abgeEegk Än^ einem tiefen Scharfsinn und fie predigten die Humanität ganz anders als die heidnischen. Philosophen. - Nie hat ein Rabbiner befohlen,, das Gewissen durch die Tortüt zu quälen, Scheiterhaufen zu errichten, - die Fackel der Zwietracht unter'Bruder zu werfen , Menschenhandel zu treibey, dem Principe huldigend: der Zweck .heiligt die Mittels '-77- Es ist wahr > : daß sich im Talmud heftige Worte finden, geschleudert gegew die Heiden von einigen^gelehrtenTalmudisten, trotzdem daß die größte Anzahl üNd die Hervorragendsten unter ihnen .die Nächstenliebe ,,als den Grundstein zu ihrem moralischen Gebäude ansahen; es ist. wahr,-daß diese heftigen Aussprüche bis zur Verfluchung gehen; aber vergessen Sie nicht, mein. lieber Herr Holban j daß in dem Augenblicke, .wo diese Verwünschungen ausgesprochen wurden, nicht der .Rabbiner sprach, sondern vielmehr-der Märtyrer im,, Angesicht .des, Scheiterhaufens, :der Sklave, der in seine KettenjbA> Aber Sie, Herr Holban, Sie haben nie den Scheiterhaufen gesehen, Sie find niemals Märtyrer 'gewesen , im Gegentheil, Sie gehören der herrschenden" Classe an, Sie haben.Ihre Erziehung in Frankreich erhalten, Sie leben-in dem 19. Jahrhundert und nicht in dem' 2., und:-dennoch.'stoßen Sie Verwünschungen, fanatisches Geschrei aüs und bezeugen einen vandalischen Haß ä la Attila oder alä IChengis-Chan, trotz des Evangeliums, welches Ihnen Versöhnung und Bruderliebe befiehlt. Sind-Sie, mein Lieber, nicht weniger zu entschuldigen als. dieser armen und unglücklichen Rabbiner?" — Herr vr. S.hatwsich den Schmähungen seines Gegners' gegÄüher auf die vielen Israeliten berufen, die in den vergangenen und gegenwärtigen Zeiten sich auf allen Gebieten der Menschheit ausgezeichnet haben. Der Ingenieur Holban weist dies* mit der Behauptung zurück, daß alles, was unter den.Juden, sich ausgezeichnet habe, , nicht.aus . rein jüdischem Stamme entsprungen, sondern Bastarde aus der Kreuzung mit anderen Racen gewesen sei. Man kann sich denken, mit welcher Laugevon Witz' und Spott vr. S. diese Lächerlichkeit übergießt, utrd seinen" Gegner in der That zum. Gegenstände des-Hohnes'.-macht." .Er zeichnet dabei? den jüdischen Charakter. in seinen großartigen Zügen :mit einer unumwundenen Offenheit,, die dem Verfasser zur Ehre gereicht, Und zeigt,-daß, was jenen entstellt, der Rost sei, welcher sich ihm durch den Zusammenstoß mit anderen Raren äntzefttzt hat uüi? beü wir vom echten Metall ' unseres Wesens' äbzuschleifen eifrig bemüht sind: Wir sind gespannt, ob der Hr: H. ans diese vernichtende Kritik noch einmal aüttvortet: - -7^' Amerika. ' ->7 ■ Evanöwill, im September. (Privatmitth..: Verspätet.)*) Ich übersende Ihnen anbei Nr. 31 der hier erscheinenden Evanswill-Union und ersuche Sie-, -aus derselben den Artikel über die Grundsteinlegungder Synagoge allhier, die am 30. Auguststattfand,: aüfzunehmen, weil er .ein interessantes Zeugniß für-den Geist der hier ansässigen Confessioneu und die Stellung Unserer Glaubensgenossen gibt. Er lautete „DieGrundsteinlegung der Synagoge fand gestern Nachmittag im Beisein eines sehr zahlreichen Auditoriums vou Damen und Herren in höchst--würdiger und feierlicher Weise' statt. Hr. Fould,. der würdige Prediger der. israelitischen Gemeinde, hatte als Beweis von Toleranz mit sehr richtigem Tacte zwei christliche Prediger, die - Herren MeCqrer von der englischen Presbyterienkirche und Runk von der deutschen -evangelischen St. Johanneskirche, -zur Mitwirkung bei der Feierlichkeit ein geladen, welcher Einladung die beiden Herren auch freundlichst Folge leisteten. Die Crescent City Bande, der Liederkranz und der gemischte Chor per St. Johanneskirche verherrlichten das Fest ebenfalls mit Musik und Gesang. Hr. McCarer sprach zuerst, undMar in einer Weise, die feinem Kopfe - und Herzen wirklich alle Ehre machte.— Er warf eignen kurzen Rückblick auf jene finsteren Zeiten, wo'die Israeliten ihres Glaubens wegen den schrecklichsten Verfolgungen ausgesetzt waren, und dankte Gott, -daß jene Zeiten verschwunden sind, nie mehr wiederkehren' werden und daß nun ein Band der Humanität^ der Bruder- und Nächstenliebe alle Menschen umschließe, wie' es sich auch Kindern gezieme, die alle ein und denselben Gott und Vater besitzen und anbeten. Die aus innigstem Herzen gesprochenen Worte des Hrn. McCarers verfehlten nicht, einen tiefen. Eindruck auf die Zuhörer zu machen; ihm folgte Hr: Fould, der seine vortreffliche Rede an die seines Vörtedners nnknüpste.'-— Mit vielem Zartgefühl entschuldigte Hp.Mulö *) Wir erhielten diese Corresp. erst in diesen Tagen, ohne die Ursache der Verspätung zu erkennen. Der An- * trag des Einsenders, uns weitere Berichte zukommen zu lassen, wird freundlichst äcceptirt. *• Die Redac. 1**

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