Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1865)
- Date
- 1865-01-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3226473-3226475--22716-3249983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tere hat öilsö durchaus keine VeraNlaffung,' geradezu' feindselig gegen das Judenthum aufzütreten/- sondern es^ nurruhig' bestehen zu' lassen,- tote! es' zweiJahrtaufende vor der - römischen Kirche bestanden hat. - Aber dies ist nicht , geschehen» Üeberall erhebt der Ulträmontanismüs alle seine Waffen gegen die Juden, sucht die mittelalterlichsten Verordnungen heraus, um die Juden auszuschließen, zu bedrücken, sie von aller Berührung nstt der anderen Welt fernzuhalten und erklärt es für ÄV ihnen ihre Kinder gewaltsack zu entführen und zu' taufen. Da ist es denn auch wohl für uns geboten, Uns zu wehren' und ihm überall entgegenzutreten, Wo er auch' die äußere Gewalt beansprucht, um seine Absichten gegen uns zu vollführen. Ob wir viel vermögen oder wenig, ob unsere Stimme schwach oder laut ist, gehört oder ignorirt werde, darauf kommt es hierbei nicht an, sondern daß es nahezu Feigheit wäre, zu schweigen^ Und doch hätte die römische Kirche jetzt wohl ganz andere feindliche Mächte zu bekämpfen als die durch die Welt zerstreuten Juden. Die Einziehung der Klöster in Polen, der Kirchengüter ttr den Donaufürstenthümern, das bevorstehende Gesetz der Säcularisirung in ganz Italien, - das sind Facta, welche die Aufmerksäüikeit der Ultramöntanen wohl genugsam beschäftigen sollten: Das öfficielle Blatt Roms veröffentlicht eine Encyclica, in welcher der Papst in achtzig Sätzen die Irrlehren, welche die Philosophie- und die moderne Gesellschaft über die Religion aufgestellt habe, verdammt. Das wichtige Actenstück wird auch Ihnen zukömmen und selbstverständlich auch Ihrerseits nicht unbeachtet bleiben. Cs ist gewiß gut, daß auf diese' Weise -die längst vorhandene Kluft einmal wieder so recht aufgedeckt und offengelegt wird. Nicht die eigentlichen Anhänger und nicht die eigentlichen Feinde der römischen Curie bedürfen dessen; wohl aber die zahllosen Mittelmenschen, welche das Wesen der Kirche mit falschen Gewändern bekleiden, um mit ihr in Frieden zu leben und doch dem modernen Geiste nahe zu stehen. Diesen wird auf lange Zeit das Spiel verdorben. Es heißt somit: entweder — oder. Hierbei können auch wir nur gewinnen. Regt es sich doch jetzt auch wieder im Schoße des Katholicismus selbst; die güllikanische Kirche Frankreichs erwacht aus ihrem Schlummer und stellt sich Männern wie Veuillot und SMr gegenüber, welchedie Inquisition glorificiren und deren Conseqüenzen fordern. Die Zeit des VermittelnS und Vertuschens scheint vorüber zu sein. / ::i n: 13. nh-s; jf Mi. i; ■[- Do ir a »fürsten thü m er. Jassy, im December., (Pripatmitth.) In einer Nr. d. Bl. haben Sie Liber die nachdrückliche Weise berichtet, in welcher die „Uniimda Israelitä Ww^sssi"/-uud zwar für dieselbe das Comii« - Mikgst'ed vr. Ml v br - z to e i g, den schmählichen Angriffen eines gewisses H o l b an, "der sich Landbaü - Ingenieur nennt/. geantwortet 'hat. Herr Holbän schwieg nicht Und'' wir Haben nun eine zweite Antwort in rumänischer" und-fräNzösischer Sprache von Herrn l yr.» Silberzweig vorliegen. Diese zweite Broschüre/zeichnet sich nicht minder durch Schlagsertigkeit, Witz/ Sachkenntniß und' / treffliche Spräche aus. Herr vr. S. begrünt mitderMmerkurtg, daß unser Gegners 'nachdem' er'gefunden , daß seine Sarkasmen nichts geholfen und zu Schanden gemacht worden, sich aufs bloße'Schimpfen legt, das immer das Zeichen ist',' daß der Gegner sich überwunden und schwach fühlt.' Der Ingenieur H. behauptet, daß die Juden nur auf den schlechtesten Grundsätzen bestehen und in währhaftem Laster erzögen und gebildet werden. Der Dr. S? nimmt daher' Gelegenheit, die erhabenen Grundsätze,/ die Möses dem Jüdenthume und dem jüdischen Volke als Fundament gegeben, energisch zu entwickeln und zeigt, wie diese Grundsätze sich die Herrschaft der civilisirten Welt errürigen haben. Sein Gegner, da er Moses und die Bibel nicht ganz verwerfen kann, schreibt nun die vetMemLttche' Schlechtig^ feit der Juden dem Talmud zu. Wir übertragen hier die Antwort: „Sagen Sie uns ein wenig/ mein Herr, was verstehen Sie unter dem Talmud? Glauben Sie, daß der Talmud eine Doctrin in dem Genre des Buddaismus ist, der seinen Bonzen bestehlt, sich wahnsinnigen Tänzen hinzugeben, oder der die Anbetung des Feuers oder irgend eines änderen Götzen predigt? Glauben Sie, daß der Talmud den Diebstahl und den Mord gestattet? Glauben Sie, daß der Talmud das Buch des Nostradamus, eine Magie äia Cagliostro tft? — Der Talmud, mein Herr, ist, wenn Sie es wissen wollen , nur eine Sammlung von Commentaren über Moses humanitäre Ideen, von gelehrten Israeliten während einiger Jahrhunderte verfaßt, um den' biblischen Lehren' eirle' positive^ Stütze zu' geben, damit sie trotz des zerstörenden Einflusses des ' Heidenthums bestehen , und dem nichts Widerstand leisten kann,f daS unbarütherzig das Vergangene verwüstet.' Der Talmud