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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-16 · Heft 51 (16.12.1862) · p. Seite 745

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 51 (16.12.1862)
Date
1862-12-16
Page
Seite 745 (sequence 13)
Language
German
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Der „Hamagid" - fühltsich sehr gehoben bei diesem neuen Beweise von den Fähigkeiten und dein Wiederaufleben unserer polnischen Glaubensgenossen. — Herr Wasiltsikow, Eivil-Gouverneur von Kiew, .Ppdolien und Bolhynien, benachrichtigt die hebräischen Kättfleute, daß^ in jenen Ländern gesetzmäßig keine Hindernisse mehr gegen ihre Erlangung von Immobilien oder die Errichtung von Geschäften oder Fäctoreien bestehen. Israeliten gehen nach Traki und andern Städten, von welchen die Ukase des Kaisers Nikolaus sie ausschlossen. Persien. Bagdad. Ein Missionär schreibt an „5I": Am Freitag den 18. dieses, hätten wir beinahe einen revolutionären Aufstand, wenn nicht ein Gemetzel der Juden und Christen gehabt; nicht so sehr aus Haß gegen die letzteren, als gegenUhre eigene Regierung, welche, sie unmäßig unterdrückt, und aus Plünverungßwuth, um so die'Steuern bezahlen zu können. undsich selbst mit den Bedürfnissen des Lebens zu versehen. Der Herr hat uns! beschützt und verschont, seinem Namen Lob und Preis! \ Mer i k o. Mexiko. £)te Jew. Chr. enthält folgenden Artikel: Unser Freund, welcher, es thut uns leid es zu sagen, obgleich er großes Interesse am Judenthume nimmt, in Mexiko für einen eifrigen Katholiten gilt, und eine hohe nmmcipale Stellung einnimmt, theilt uns mit, daß die religiösen Angelegenheiten unserer Länder wegen des feindlichen Einfalls im letzten Jahre vernachlässigt worden wären; nichts war nach der Sammlung von ungefähr 2000 Dollars zu diesem Zwecke geschehen; während der Zeit, daß . diese Summe zehnmal hätte angelegt werden können, versichert er uns, hätte Friede geherrscht. Die sogenannte Freimaurerloge , versehen mit den Zeichen und Requisiten einer Synagoge, bestimmt, wie man vorgab, zu den jährlichen, Sitzungen des. Großen Rathes, in Wirklich-, keit zur Feier der Herbstfesttage, ist wieder vermiethet worden. Hochgestellte Mexikaner gefielen sich iw dem Gedanken, eine Synagoge in der Stadt zu haben; die Mönche und das Volk waren natürlich aufgebracht, als sie dies erfuhren. Unser Freund bedauert den Verlust mehrer französischen Luden; -welche die Hauptstadt wegen des.Krieges verließen; aber, fährti er. in seinem sehr-interessanten Briefe fort, wir wurden durch einige dänische und belgische Brüder unterstützt, welche ganz überrascht waren, als sie in einem Privatzimmer eines Kaffeehauses fünfzehn Söhne Abrahams fänden, ..welche zusammengekommen waren, um Gemeindeangelegenheiten zu , besprechen. Es muß hier noch , erwähnt werden, daß unseres Freundes; : öffentliche Stellung ihn fähig Machte, jeden Fremden, welcher ankam, oder durch die Sticht' reifte, kennen zu lernen. Unter den zahlreichen interessanten, Anekdoten, welche er mittheilt, ist eine von besonderem Interesse. Eine junge Dame kam in ein Geschäft, Um einen Shawl und andere Artikel zu kaufen; eine! weibliche Dienerin wartete ihr auf, während ein junger Mann die andern Kunden bediente. Die Dienerin hemMe, dast einige Artikel,, welche auf dem Ladentische gelegen, hattep, fehsten, - und^ sie i sagte- .czu dem Ladendiener: „Schema Israel,- mir fehlen da verschiedene Sachen!■ Die mexikanische Dame verstand nur die ersten Leiden. Worte Schema Israel, da das Andere in deutscher. Sprache gesprochen war,. ries. .die - Gehülfin in ein anstoßendes Zimmer und Lezeichnete ihr einen Mann, der verschiedene Gegenstäude gestohlen hatte. Der Mann wurde festgehalten und die Gegenstände wurden bei ihm gefunden; die Dame machte ihre Einkäufe und ging fort. In einer Stunde nun trat ein ältlicher Herr in den Laden, fragte nach dem Besitzer und nachdem er bei ihm. eingeführt worden, fragte er ihn: lebuch attah — bist Du ein Jude—? Nachdem dies bestätigt worden, lud er ihn ein, mit ihm nach Hause zu gehen , was der Kaufmann auch that: Er war nicht wenig erstaunt, als er, nachdem er "in des alten Herrn Palast eingetretenund durch eine Reihe von eleganten Zimmern geschritten war, in einer Halle, welche ihr Licht von oben, bekam, -.eine Tafel mit -den zehn Geboten; welchein schöner Schrift auf italienischem Marmor eingegräben waren, über einer Bundeslade, welche eine Pergamentrolle des Gesetzes enthielt, sah. , Der alte Herr theilte ihm mit; daß sein Großvater ein portugiesischer Jude gewesen, ein großes Vermögen der Familie hinterlassen hatte und auch diese Reliquien, welche in der Familie heilig-gehalten blieben, so daß fast alle ihre Glieder etwa Hebräisch studirten, um in den Rollen lesen zu können.' *; (Israelite.)

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