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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-16 · Heft 51 (16.12.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 51 (16.12.1862)
Date
1862-12-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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36. Jahrgang. U j j g e m e { n C Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner ör. Ludwig PhiliPPson jn Bonn. Leipzig, den 16. December 1862. Dirse Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in O/2 bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Bierteljährig 22 Ngr. Inserate werden mit 1*/r Ngr. für die Petitzeile öder deren Raum berechnete Beilagegebührcn betragen für i Bogen 4 Thlr., für '/r Bogen 3 Thlr., für Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und ZeitungS.Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptrxpe« dition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt«Zeitung» - Bureau hier unterzogen. I n -alt. Leitende Artikel: Die jüngsten, hoffentlich letzten Opfer der päpstlichen Intoleranz. — Der jüdisch-deutsche Dialect vom kulturhistorischen Standpunkte. I. — Ueber die politische Stellung des Kauftnannsstandes. Zeitungsnachrichten: Preußen: Aus dem Posenschen, Thorn,Lissa, Bielefeld, Bonn. OesterreichischerKaiserftaat: Pesth. Schweiz: Bern, Endingen. Rußland: Von der russischen Grenze, Petersburg, Petersburg, Petersburg. Persien: Bagdad. Meriko: Meriko. Italien: Ferrara. Leitende Artikel. Bonn, 8. December. Wie jüngsten, hoffentlich letten Opfer der päpstlichen Intoleranz Kaum fühlt das päpstliche Regiment durch die Gunst des französischen Kaisers sich in Rom wieder ein wenig fester im Sattel, als es bereits wieder mit Akten der brutalsten Intoleranz vorgeht: es schleudert Verbannungsdecrete gegen die armen jüdischen Bewohner der Provinz Velletri; es schleudert sie nicht allein, sondern führt sie auch aus und alle Vorstellungen und Remonstrationen bei Pius IX. helfen zu nichts! * Vergebens heuchelt man das Motiv, die Juden in Velletri Hatten conspirirtU! Die Lohnschreiber der päpstlichen Curie fühlen die Lächerlichkeit und darum Unhaltbarkeit dieses falschen Grundes selbst, und führen als zweiten an, daß die Juden in dieser Provinz Hausirhandel trieben. Als wenn die geistliche Herrschaft in Rom den Juden im ganzen Kirchenstaat etwas Anderes übrig gelaffen, als zu hausiren; als ob die kirchenstaatlichen Juden nicht schon seit-Jahrhunderten zum Hau-i siren verurtheilt wären) als ob der Hausirhandel. überhaupt ein Verbrechen wäre, und, so weit er schädlich sein könnte, sich nicht gesetzlich.regeln ließe! Nein! warum sprechet Ihr es nicht geradezu aus, da Ihr von Eurer Intoleranz ja eben einen vollkräftigen Beweis liefern wollet? Es ist Euch ein Dorn im Auge, daß noch eine Anzahl Judenseelen unter Eurer Sonne athmen, und es weder Eurem Drucke noch Eurem Kinderraube gelingt, sie ihrer Religion untreu zu; machen. Ihr wollet ste alle vertreiben. Mit der einen, und zwar der von Juden am wenigsten bewohnten Provinz fanget Ihr an, die anderen lasset Ihr folgen, und würdet längst gern die 4500 Juden der Stadt Rom ins Exil gejagt haben, wenn nicht diese Zahl etwas zu stark wäre und Ihr dafür denn doch die Züchtigungen, der Welt fürchtetet. Wir wissen aber, wohinaus Ihr wollet. Freilich wäre es für alle diese Juden die größte Wohlthat, Eurer Herrschaft entzogen und in Ländern, wo es Gesetz und Gerechtigkeit giebt, heimisch zu fein — wenn nicht die durch Euren barbarischen Druck in die größte Armuth gebrachten Menschen vergebens nach Existenz- Mitteln ausschauelen, falls sie die geringen, die Ihr ihnett gelassen, auch noch verlören haben. ■*. Das Decret des Cardinals lautet dahin, daß die

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