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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-02 · Heft 49 (2.12.1862) · p. Seite 708

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 49 (2.12.1862)
Date
1862-12-02
Page
Seite 708 (sequence 8)
Language
German
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71)8 die lMaros - Vässrhelhev? JudenkraMalle- und:! über; den ungarisch-jüdischen Schulfond, bewirkt Worden; seinA^ In -Belgrad herrscht Ruhe. , Einige - arme Juden sind bereits hinüber gezogen, mb die reicheren machen von: Semlin aus ihre- Geschäfte: daselbst. . . Mvfifau ,; 1^. November. (Privatmitth.) Wenn man ^dje so öfters ^,in, den 'Zeitungen eingeschalteten Berichteüber -jüdisch - galizische .Gemeindezustände .liest, wo zü wiederholten-Malen die dort herrschende 'ägyptische Finsterniß . betont. -wird, . bekommt; man -solche unklare Begriffe über dieses Landdaß - selbst - der: un-- parteiistische.Beobachter sich nicht von einer gewissen Antipathie gegen, das gesammt galizische Judenthum lossagen kann.-Schreiber dieses-hat: es Och' zur Ausgabe gemacht, zu zeigen, daß dem-nicht so arg ist, wie man wsthnt Denn wir Haben.in unserer Mitte Männer., chie, obwM sie im Cheder ihre Erziehung, im B.et-H-H amidrqs ch ihre, Ausbildung genossen haben, und ih^Glaubensbekenytniß Pie Orthodoxie ist/ jedoch vom Geiste-des Fortschrittes beseelt sind — aus welcher Macheihnen -keine einzige: literarische Erscheinung im Gebiete der jüdischen Literatur entgehet, was besonders khervorgehoben werden muß, da allhier Bücher in Ermangelung des mündlichen Bortrag es das Hanptbilduygsmittel sind. Denn wenn wirnicht läugnen wollten, idaß der Chassidismus seit einigen Decennien Riesenfortschritte gemacht: hat/i indem er seine Anhänger nicht allein - in den - zahlreichern kleinern - Städtchen, sondern selbst in größern Städten in großer Anzahl hat-ffo-dürfen wir doch nicht verkennen, daß er-auch seine-ebenbürtigen Gegner hat, die ihn zwar aus Klugheitsrücksichten nicht offen, aber ihn um desto heftiger bekämpfen. : Die Devise dieser. Gegner, resp. Bessergesinnten: Religion und Wissenschaft, wird früher öden später. - dem Chassidismus den letzten Todesstoß geben, und müssen wir deshalb die Meinung, daß der Chassidismus' noch - von großer; Tragweite sein; kann, aufs Energischeste bestreiten.. Denn in einer Zeit, der wir nach dem rm näher rücken, kann die Dummheit unmöglich siegen.^ ■ Der Chassidismus verspürt die ihm drohende Gefahr und scheuet keine Mittel, um die Bildung, aus Israel zu verbannen. Sein Wahlspruch' ist: Bildung ist die Quelle aller Irreligiosität-- ob man sich diese; Bildung won deutschen oder hebräischen.Lehrbüchern- - aneignet, bleibt sich ihm. völlig-gleich.Ja gewissermaßen ist ihm dieselbe in letzterer Sprächet noch- NerhaßM^ ivell evM-'Wrfasser: derselben sils^o^; unw ihrd v^db -als , betrachtet, bie gesetzlich' dem Feuer ängehören. Allein fein Streben äst: vergebens^ das Rad der Zeit läßt sichnicht aushatten,: dev * Ruf; nach 'Bildung wird tagtäglich:' lautbarer | Lehrer werden allenthalben 'gesucht, und so Mancher scheuet: nicht den Kampf mit seinen chassidischen Eltern und setzt sich'allen Unannehmlichkeiten aus wegen seines Hanges-zur Wissenschaft. : - Daß der Fortschritt: sich - aufsolche Weise nurtangsam Bahn brichtist wohl waht'-' aber erwird'' um desto sicherer den Sieg davon trägem Wir wollen 'nun vom; Allgemeinen ins Specielle übergehen, und beginnen den Reigen mit Krakau. - Mit Errichtung des neuen Tempels nach Muster des zu Wien und -Prag eingerichteten und mit der Wahl des H. I. Misses zum Predigerder durch seine geist- und inhältreichen Predigten eine zahlreiche Zuhörorschäft gewann, auf die er intellektuell -und; sittlich; wirkt > - nimmt' MäN hier einen unverkennbaren Fortschritt - wahr, indem -:einerseits dem krassen Jndifferentismus, der sich schon des Namens Jüde schämte- -gesteuert, andererseits dem besseren Theil der Jugend den Klauen des Chassidismus'entrissen wurde, so zeigte sichdaß'einanderer-Geist in der - hiesigen Gemeinde. eingedrungen ist, bei der -jüngsten stattgesundenen Schuldirector-Wahl, wo der Antrag der reaetionären; Partei durchgefallen -ist/ und der hier-geborene H. P. Baranek — gegenwärtig zu Leipzig — gewählt wurde, vonWeffett Tälentmnd Charakter man sich hier viel verspricht. . t. : ,- Aus Ungarn, 20. November.> (PrivatMitth.) Folgendes Rundschreiben hat der Pesther Vorstand - an die Gemeinden in Ungarn erlassen , und wir nehmen keinen Ausland,, im Interesse der Humanität demselben durch Ihr weitverbreitetes Organ eine größere Oeffentlichkeit zu geben: . - ..; „Löbl. Gemeinde-Vorstand! Aus der-hier in Copie beigegebenen Aufforderung des Hrn. Obergespan-Statthalters des Pesther Comitats und Präses des Blinden- Jnstituts-Comite's wird ein löblicher Vorstand ersehen, daß Se. k. k. Majestät dem Pesther Blinden-Jnstitute zu Gunsten von 12 in Ungarn geborenen israelit. blinden Zöglingen ebenso viel-Stiftungsplätze. zu gründen geruhet haben. Da zur Besetzung dieser, Stiftung gen sich bisjetzt auffallender Weisenur z w e i Bä t t - stell er angemeldet haben, so sind wirausgefordertzdie

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