Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1862)
- Date
- 1862-12-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226310-3226360--20813-3249902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28. Jahrgang» A l l ge m eine .;<aR JW 49* Ein unparteiisches Organ für Ms Mische Intmffe. .. Herausgrge-en von Rabbiner L-r. Ludwig Philippson. in .Bonn. Leipzig, den 2. December 1862. ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1^/r!bis 2 Bogen. Preis dcS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22^/2 Ngr. Inserat«!werden, mit l^/s Ngr^ für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 -Bogeil 4 Thlr., für '/z Bogen 3 Thlr., für ^4 Bogen 2.,Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expedttionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpe« ' -■biiiöi*Jfß*1 Letztere -hat sich' das König!. Sachs. Haupt-ZeitungS-Bureailhier untetzbgen. ' ' ' / ' In h alt. ' Leitende Artikel: Ueber den Materialismus unserer Zeit , und sein Verhältniß zur Religion — Literarischer Wochen- ., bericht.. . .. . .., . ..... Zeitungsnachrichten r D e u t s ch l a n d : Speyer,'. Bonn. < Preußen: Oppeln. Oesterrelchischer Kaiserstaat: Aus Ungarn,'Krakau, aus Ungarn." Schwerz: 'Aargau, - Bern,' Genf. , R u ß l a n d Bonn, Petersburg. I t a -; - . >lre.n : Rom. -^Türkei:- Konstantinopel.-, - Korrespondenz r Ueber Zweck und Behandlung der Bibel in Schulen. (Schluß aus No. 46.) Leite «de Ar t i f el. Bonn, 23. November. Äeber Äen Mätrrialismus unserer Zeit Md sein Verhältniß Mr Religion, Die Klagen über den-Materialismus, Indifferentismus, Realismus unserer Zeit sind' allgemein. Je allgemeiner aber dergleichen Mißstimmungen sich aussprechen, desto mehr . Grund muffen sie haben, weil sie eben aus dem Gefühle und dem Bewußtsein Aller hervorgehen.- Dennoch aber weiß man, daß'keine Zeit über den tieferen Inhalt uffd die welthistorische Bedeutung ihrer Gegenwart eine, vollständig richtige Ansicht besitzt, und daß man daher vonäußerlichen und allgemein gefühlten Momenten sich zu einem 'vollgültigen Urtheile nicht bestimmen lassen'darf.' ‘ f Hören wir aber zuvörderst,- wie ein neuerer Culturhistöriker sich gelegentlich hierübet vernehmen läßt^ '^^ „Wir leben im Zeitalter der materie llen Inketeffen. Ein unerbittlicher Realismus beherrscht die Welt:'' Die Theorie 'gilt nur noch - da, wo sie als Dienerich als unterthanige' Dienerin der Praxis auftritt. ' Die Wissenschaft wird 'nur nd'ch 'in' dem Grade geschätzt/ in Wlchem sie zu' unmittelbarem Erwerb arbeitet.^ Kunst ütt^'Mesie sind Luxüswaaren wie andere'' Der Born idealer S'chöpfungskraft scheint einstweilen versiegt zu sein. Die kleine Gemeinde des Idealismus muß' sich kümmerlich von den Brosamen nähren, die von der schwelgerischen Geistestafel des 18. Jahrhunderts in das unfrige herüberfallen. Das Capital beherrscht alle Gesellschaftsklassen, vom König hinab bis zum Fabriksclaven. Es ist die Seele des großen Motors unserer Zeit, des Industrialismus, mit welchem die moralischen und materiellen Motoren der Vergangenheit, die Ich alle unter dem Namen Feudalismus zusammenfasse, einen-wilden Kamps auf Leben und Tod kämpfen. Wem der Sieg zufallen' werde, kann nicht zweifelhaft sein. Mit jedem neuen Dämpfboot, das vom Stapel lauft, mit jedem neuen Dampfroß, das die Schienen beschreitet/ fällt ein Gtück Feudalismus'm^den Abgrund unwiederbringlicher Vergangenheit. Jede neue Maschine, deren Eisenärme der Dämpf in-Bewegung' setztzerreibt ein religiöses, politisches"oder sociales Dogma i VeK Mittelalters zu i Atomen.' Thörichte' Romantik^welche: den Leichnarü der fogenännten guten alten Zeit- ^nqchdM sie