Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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88. Jahrgang. Akl gel eine JW 48. - . - , . Ein V’’.' . .T:”V ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. E;■ Herausgegeben v on ' Rabbiner L-r. Ludwig Phrlippson in Bonn, u ' Leipzig, den 25. November 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich eiümal, Dienstags, in 1^/r bis 2 Bogen: Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährigst Thlr.15 Rgr.> Vierteljährig, 22'/r Ngr. Inserate werden mit I1/* Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegehühreu betragen für^t Bogen 4 Thlr., für Bogen 3 Thlr!., für '*/«•' Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-. Expeditionen nehmen Bestellungen "an; der Haüptexpe« ditton für beide, Letztere hat sich da- KSnigl/Sachs. Haupt.Zeitung-»Bureau hier unterzogen.? > i In ha l t. Leitende Artikel; Woher der Judenhaß der pietistisch-feudalen Partei?. — Einige Bemerkungen über die Stellung der Rabbinen im Mittelalter. Zeitungsnachrichten r D e u t. sch l a nd: Ludwigshafen. Preußen: Berlin, Berlin. S w ei z: Aus dem Aargau, Aarau. Frankreich.: Nancy. H o l l a n d: Rotterdam, Amsterdam. Rü'ß l a n d: Petersburg, Petersburg, Mitau. Italien: Turin, Rom/ Leitende Artikel. Bonn, 16. November. Wbher der Judenhaß der pietistisch-feudalen Partei? '! ■ . Daß die pietisiisch - feudale Partei, die Partei der Pfaffen und Junker , eine Gegnerin der, Juden, und. ihrer bürgerlichen Gleichstellung ist,lehrt die Erfahrung aller Länder. Wir können. weiter gehen, und die Aristokratie .überhaupt als eingenommen und, wo es von Nöthen, sichprincipiell widersetzend. gegen die Gleichberechtigung-.den Juden, bezeichnen. Das englische; Oberhaus hat Jahrzehende den letzten Rest der Ausschließung aufrecht. erhalten, und Juden Yen Eintritt, indas Parlament verweigert. Wenn wir aber gegenwärtig die tolle WM < ben Mtzurst gegenyie Men in den Expectorationen der pietisüsch - feudalen Organe in Preußen; die Nichts scheuende Leidenschaft,- mit - welcher sie Judenuntekdrückung, Judenverfolgung, Judenhetze/predigen, gewahren, insonders wie sie sich immerfort, bemühen, alle Juden als Liberale und alle Liberalen als Juden, Jndenthum und Liberalismus, Judenheit und- Revolution als identisch darzustellen, alle Handlungen und Maßnahmen der liberalen Partei sammt ihren -Motiven „jüdisches nennen — so kommt Einem doch die Frage ein: welche sind wohl die Ursachen dieser Wuth, dieses Haffes, die zum System geworden? .; Die Junker schauen gewöhnlich mit '• Vorliebe in das Mittelalter zurück) es ist die Zeit-:der Ideale für sie; zu ihm möchten sie die ganze Welt zurückschrauben. -Wir verdenken es ihnen nicht. Denn da sie damals die Alles vermögenden und regierenden Herren waren; denen die übrige Menschheit als leibeigen unter den Füßen lag, und sie nach Bildung und Gesittung,; nach Menschenadel und Entwickelung nichts fragen, vielmehr, diese als die Ursachen ihres Sturzes von jener Höhe Haffen und anklagen, so mußihnen die Zeit der finsteren Wälder upd des Faustrechts als die Glanzperiode der Geschichte erscheinen. Aber, gerade in diesem Mittelalter waren die Herren, die Barone,.,Grafen und Fürsten'meist Freunde und Beschützer/der Juden. Nicht-etwa aus humanen und edelherzigen Gründen,/denn solche kennt eine bevorrechtete Kaste nie, , sondern um der klingenden Münze..willen, die sie.vom den Men - Heils, als . Steuer und Abgabe, theils