Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-11-18 · Heft 47 (18.11.1862) · p. Seite 676

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 47 (18.11.1862)
Date
1862-11-18
Page
Seite 676 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226310-3226358--20786-3249873
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«76 / Hause . angHören, gesammelt - wird, und, -Arm, und Mich, Vornehm - und,Deringk bis - zu den- Fabrikarbeitern w.azu, steuern,;ff.p negnbrsLe dies „Almosen der jüdischen . In-! dustrie"<Sie,ruft -aus:. „Hätte es.-noch .eines Beweises bedurft,„um. unsre. Behauptung von der tiefen,- Zerrüttung- und Corruption im Schooße der., Bureaukratie zu erhärtendie- Thatsache, daß königliche Beamte ohne; .die tiefste Entrüstung und ohne den lautesten Protest es geschehen lassen, daß in den Kreisen der jüdischen - Industrie > gesammelt wird, damit sie ihre Opposition gegen ihren königlichen Herrn; sortsetzen können: diese Thatsache allein spricht vernehmlich genug, um eine gründliche Umwandlung der Verhältnisse unsres Beamtenthums gebieterisch zu erheischen. Preußische -oppositionelle- Beamte, bezahlt von jüdischen Agi-/ tatoren: der Preuße, dem dabei nicht warm, um das Herz wird, - der verdient, — von der Fortschrittspartei, durch ein Zweckessen gefeiert zu werden!" - . Wir haben uns über diese Art der Polemik bereits ausgesprochen, und , uns gar nicht unwillig darüber gezeigt, daß die Kreuzzeitungspartei Judenthum und Liberalismus als Ein und Dasselbe ansieht.. Mögen wir auch zeitweise darunter leiden, es ist dies gegen, den großen Gewinn, den, wir daraus ziehen, nicht anzuschlagen. Nach den Aeußerungen jener unserer Gegner ist das - preußische Abgeordnetenhaus ein jüdisches, ist das ganze preußische Volk, mit Ausnahme jener kleinen - reaetionären Partei ein jüdisches. Freuen wir uns, daß es nicht das Gegentheil ist! O est erreicht sch e r Kaiser st a a t. Maros Västrhely im October. (Privatmitth.) Die Büßpredigt unseres Rabbi Moses Fürst gab so Manchen seiner Gemeinde Ursache der Unzufriedenheit und wurden in der That. in der Nacht von Schabos nviwn; unserem '.Rabbi nicht nur die Fenster seiner Wohnung eingeworfen, sondern Töpfe mit Ammoniak in sein Zimmer geschleudert. Dieser an sich unerhörte Vorfall endigte mit dem Einziehen von 8 Israeliten, die sich bei dem Cxcesse betheiligt hatten. . Der Umstand, daß ein christlicher Gerbergeselle aus Maros Väsarhely sich in die Synagoge Tags darauf begab, um sich während des Gottesdienstes die Cigarre anzuzünden, welche unschickliche Handlung nicht geduldet *) Don einem Äugenzeugen. D i e R ed actiom werden konnte, gab; jenem Eindringling Veranlassung, ■ die rohe Masse mitdem Märchen, .des Blutn-ehrn e n s zu unterhalten. Leider - ließ man es noch - an demselben und dem; darauf folgenden Tage - ruhig! geschehen, daß, die Hefe der - Stadt in die Synagoge drang, die Synagogengeräthe zerschlug,, Bänke zerhackte, den Erdboden ausriß, Gebetbücher rc. zerriß, .mit reinem Worte mittelalterliche Cxcesse verübte. - - , ., Daß sich die Studire n d e n wer Stadt an dieser Unthat betheiligten, verdient - in Ihren Blättern, hochgeehrter Herr Redacteur, registrirt zu werden; Und konnte es nur; Herrn Rector Szsbe durch Einsperren sämmtlicher Studirenden in das Collegium. gelingen, selbige von ferneren Excessen fern zu halten. . , Wie so - es möglich gewesen, daß zwei Israeliten dieser au unserm Heiligthume? verübten Cxcesse/ wegew noch in was .Gefängniß wandern. konnten, vermögen wir nicht zu beurtheilen, so viel ist aber gewiß, daß das königliche Gubernium es für nöthig fand, die zwei eingezogenen Israeliten am Simchas - Thora - Abend in Freiheit zu setzen. / >. Wir haben uns zwar heute durch die Vorsichtsmaßregeln, welche wer k. k. Major Apel getroffen, ein. wenig von unserem Schreckenerholt *), dessenungeachtet wurden vor wenigen Tagen zwei Gutspächter aus der Umgebung, die Geschäfte halber in die Stadt kamen, eben weil Juden, vom Pöbel tüchtig durchgeppügelt--und der von ihnen-hierher in die Stadt gebrachte Spiritus auf öffentlichem Platze ausgegossen. Wenn wir der Wahrheit gemäß noch erwähnen, daß ein geachteter Bürger unserer Stadt im Verlaufe dieser Zeit von seinem Schuldner mit Steinen derartig zugerichtet wurde, daß derselbe 8 Tage lang das Bett, hüten mußte, - so-.geschieht es einzig und allein, um auf die Rohheit aufmerksam zu machen, die bei außerordentlicher Gelegenheit selbst ein Wohlhabender zur besseren Classe gehörig, sich zu Schulden-kommen lassen kann. Wie wir vernehmen, ist Seitens der hiesigen Behörde unser Bürgermeister durch einen Polizeirevisor provisorisch ersetzt worden. Wir haben diese an sich unerhörten Vorfälle,-obwohl selbst Augenzeuge, einfach und ohne Uebertreibung geschildert und hoffen, nachdem wie Untersuchung keine ■' *J Seit jenem verhangnißvollen Zom Gcdaljahu patrouilliren täglich 10 Mann Soldaten in wer Nahe der Synagoge.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.