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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-11-04 · Heft 45 (4.11.1862) · p. Seite 649

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 45 (4.11.1862)
Date
1862-11-04
Page
Seite 649 (sequence 13)
Language
German
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hat Überbein zu/demlächerlichen Gerüchte Anlaß gegebenim israelitischen Consistorium beschäftige mansich mit einer - Lösung der Römischen Frage.' — Serbien. ■ Gr.Beskerek, 13. October. (Privatmitth.) Die kurze kriegerische Episode in Serbien ist abgespielt, die kleine Wolke am europäischen Friedenshimmel hat sich verzogen und die Kanonenschüsse von den Wällen Belgrads und Uschitzas sind verhallt ohne die Ruhe Europas zu gefährden. Der Fürst von Serbien hat in seiner Proclamation an das Volk erklärt, daß er die Conferenzbeschlüsse angenommen, und'daß also Alles einen friedlichen Verlauf nehmen wird. Die Barrikaden sind am 9. d. Mts. sin einer Nacht verschwunden, die Miliz entlassen -- und man beginnt wieder allmälig sich zu den gewöhnlichen Beschäftigungen, wonach das 'Volk im Allgemeinen sich schon sehnte, zu begeben: Die Civiltürken verlassen die Festung und übersiedeln nach der Türkei. Welches Schicksal die geflüchteten Juden in Semlin rc. jetzt haben werden, laßt sich gegenwärtig noch nicht bestimmen, da sie bisher noch immer auf österreichischem Boden weilen und wahrscheinlich die ersten aufgeregten Momente vorübergehen lassen wollen. Denn es ist unstreitig, daß der Pöbel deren Rückkehr nicht gerne sieht, obschon derselbe sich über die Juden bisher gar nicht zu beklagen hatte. Allein derselbe würde dies auch als eine Errungenschaft betrachten für die vielen Opfer, die er in der letzten Katastrophe gebrächt hat. Türken und Juden stellt derselbe in eine Kategorie! Ein großer Theil und fast die größere Hälfte der armen jüdischen Emigranten sind bereits nach der Türkei ausgewanvert und der Rest, der noch in Semlin und Panesowa wohnt, hat jetzt doch Aussicht, wie wir glauben , sobald die geordneten Verhältnisse eintteten werden, nach Belgrad zurückzukehren. Der Erlaß, welcher den Geflüchteten den ferneren Aufenthalt in der Militärgränze untersagte, wovon ich Ihnen Nv. 41 geschrieben, hatte keine weiteren Folgen, da dieselben wenigstens still sch w e i ge n d weiter geduldet werden. Die ganze Sache ging von den Localbehörden aus und hohen Orts hatte man von dem ganzen;• Vorgänge keine Kenntniß: die nächsten Tage' müssen aber darüber eine Entscheidung bringen, da der Fürst Hinsichts des Schadens, welche die Geplünderten erlitten, doch endlich seine Gesinnung in Betreff. der; Juden > zu erkennen geben muß. Wie es heißt, soll das Judenviertel, das im Judenrayon liegt, demolirt werden; aber wird man denselben ein anderes Stadtviertel anweisen? Man hört diese Frage nun öfters, debattiren! Allein , wer -vertritt die Armen, die keinen Aufnehmer - haben —.- und zu stupid sind, um sich selbst zu helfen. Viele klagen wohl schon, daß die einst blühende Gemeinde zu Belgrad jetzt gänzlich sich auflösen wird, da an eine Rückkehr der Emigranten gar nicht zu denken ist bei der allgemein feindlichen Stimmung, die daselbst gegen dieselben herrscht. Doch wir wollen das Bessere hoffen! Dr. Oppenheim. Rußland. Warschau, 18. October. Die Staatsrathsversammlüng hat das Gesetz wegen Aufhebung der mit der Gleichstellung der Juden unvereinbareti Abgabe vom koschern Fleisch, welche 800,000R. S. eintrug, berathen und dagegen die Erhöhung der Steuer für das Branntweinbrennen von 23 auf 34 Kop. zur Deckung dieses Ausfalls angenommen. — (Es ist diese Aufhebung der Abgabe vom Koscherfleische eine der größten Wohlthaten, die den Juden in Polen neuerdings , geschehen sind. Dieselbe war so hoch, und vertheuerte das Fleisch dermaßen, daß bei der großen Armuth, in welcher die Masse der polnischen Juden lebt, einer großen Zahl der Genuß von Fleischspeisen nur selten möglich war, ja daß, wie uns glaubwürdige Personen versicherten, es dort Greise giebt, die/feit Jahrzehnten kein Fleisch genossen haben. Die Redaction.) A n j e t g c tt. Ein tüchtiger Elementarlehrer, der Schüler für die . mittleren Klaffen des Gymnasiums vorzubereiten im Stande ist, findet den 1. Zanuar oder Februar 1863 an unserer Gemeindeschule eine Anstellung mit einem jährlichen Gehalte von 300—400 Thlr. Besonders berücksichtigt würde ' derjenige Candidat. werden, welcher musikalisch gebildet, - zugleich das Cantorat. an. den Feiertagen übernehmen könnte. Oualisicirte Bewerber haben ihre Anmeldungen nebst den betreffenden Qualifications- und Führungs-Attesten franco an den Unterzeichneten Vorstand einzureichen. Lublinitz O/S, den 26. October 1862. Der Synagogen - Vorstand. Vr. Rosenthal.

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