Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1862)
- Date
- 1862-10-28
- Page
- Seite 627 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Pässe für mittlere Juden, jedoch n. l. als 6 Mon. 25 Fl. - -. - arme - - - - - - - 6 - Für die Erbauung einer Judenstadt ... 2000 - und jährlich . . . . . . . . L 00 - Für eine neue Wohnung jeder Familie . . . 200 - - den Titel eines Hoffactors oder Spediteurs 100 $ - die Hoffreiheft das dreifache der Toleranz. - Heirathsconsens, vermögliche .... 200 Fl. - mittlere . . . . . 100 - - ' arme . . .... 2 5 - Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 30. September. Die israelitische Realschule der hiesigen Gemeinde ist von dem jüngst verstorbenen Rentier L o u i s L o t m a r mit einem Vermächtniß bedacht wordendas ein sprechendes Zeugniß von dem hohen und warmen Interesse giebt, das der Verewigte der Bildung unserer Jugend zuwendete, wie der kenntnisreiche Mann bekanntlich auch für seine eigene wissenschaftliche Fortbildung bis an sein Lebensende unablässig bemüht war. Es hat derselbe der Schule, erstens 5000 Fl. vermacht unter der ausdrücklichen Bedingung, daß dieselben nicht der allgemeinen Schulcasse zu Gute kommen, sondern der Zinsertrag alljährlich für irgend welche Verbesserung des Unterrichts oder des Unterrichtsmaterials zur besonderen Verwendung komme. Ferner 1000 Fl. hat derselbe dafür bestimmt, um im Verlauf von 20 Jahren zur Anschaffung von guten Geschichtswerken verwendet zu werden, .die auch zur Lectüre und zum Selbststudium fiir die Heranwachsende Jugend geeignet sind und endlich ist noch eirw Summe von 1000 Fl. der Creizenachstiftung zugewiesen, die bekanntlich für die Unterstützung von Wittwen und Waisen verstorbener Lehrer der Anstatt bestimmt ist. Der schöne Sinn,' von dem diese Vermächtnisse eingegeben sind, wird dem Dahingefchiedenen nicht nur die Dankbarkeit der Betheiligten, sondern auch in weiteren Kreisen die gebührende Anerkennung und vielleicht noch die wünschenswerthe Nachahmung zuwenden.'! (Fr. &) Frankfurt am Main, 12. Oktober. (Privatmitth.) In der gestrigen Sitzung schritt die gesetzgebende Versammlung zur Neuwahl ihres Präsidenten und ersten Bicepräsidenten. Die Wahl des letzter» fiel mit '48 Stimmen auf den rühmlich bekannten Herrn Buchhändler Rütten (einen Israeliten). Augsburg, 3. Octvber. (Privatmitth.) Bon dm Orientalisten, welche dieses Jahr hier ihre Versammlung hielten, wurden einige recht interessante Borträge gehalten. Prof. vr. Lauth aus München sprach in anziehender Weise über eine ägyptische Inschrift der Königlichen Glyptothek in München mit erläuternden Beziehungen auf das zweite Buch Mosis. Prof. vr. Oppert aus Paris theilte neue Entdeckungen aus der assyrischen Geschichte mit. Aus Bayern, im October. (Privatmitth.) Die Cultur-Zustände.einer Gemeinde sind fast durchgehends aus den cultuellen ersichtlich, weil eben die Art und Weise des Benehmens im Gotteshause, sowie die Art der Gottesanbetung das Innere des Individuums wiederspiegeln. Wo z. B. der Vorsänger einfach, und doch schön seine Gebete recitirt, da giebt dieser sowohl, als auch die Gemeinde den Beweis, daß sie das verstehen, was sie beten; wir haben es, kurz gesagt, mit einer gebildeten Gemeinde zu thun; — wo aber Lerchentriller geschlagen, Cadenzen geradbrecht, Märsche, Tänze und Gassenhauer executirt werden, da ist der Borsänget ein y-ian D3> — und die Gemeinde ist eben noch nicht so weit, daß sie zu begreifen vermag, welch' maßlosen Blödsinn man treibt im Hanse des' Herrn. Dentt euch, ihr wollt beten, ihr wollt mit Gott reden/ ihr wollt eüer Herz vor ihm ausschütten, und man macht euch vor: Tralalala lua/bim bam bom, tra rara! (Misch); man trägt die Melodie des Volksliedes „War' ich ein Vögelein" auf unsere heilige über; —ba8 c^ip, dies Verherrlichungsgebet des Allmächtigen wird mit der Melodie von „Wer ein Rekrut will werden" vorgetragen!! (factisch —). Und Solches hören selbst „gebildete" Leute mit an, ohne daß sie hierin etwas Verdächtiges sehen; ihr „Gebildeten" seid aber nicht gebildet, wenn man, was wohl nicht widersprochen werden kann, — einen gewissen Grad moralischer Vervollkommnung als integrirenden Factor einer Bildungeiner wahren Bildung betrachtet. Was soll eigentlichsolch' Gesinge? Soll es der Weihrauch sein, auf dessen Wohlgeruchsschwingen sich das Gebet gen Himmel hebt?— Oder soll es sein em