Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1862)
- Date
- 1862-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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88. Jahrgang. Allge m ei ne JW 44 Ein Unparteiisches Organ W alles Wische Interesse. Heraus gegeben von " > ' Rabbiner i)r. BubwrK Philippson in Bonn. Leipzig, den 28. Oktober 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in 1 >/ä bis 2 Bogen.' Preis des'Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig'1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22>/r Rgr< Inserate werden mit l'/r Ngr. für die Petitzeile oder,deren.Raum berechnet. .Beilagegebühren.betragen für 1!Bogen.4 Thlr.. für V2 Bogen 3 Thlr.für Vr Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung».Expeditionen nehmen Bestellungen.an; .der. Hauptexpe- - dition für beide Letztere hat sich däs Königs. Sachs. Haupt. Zeitungs- Bureau hier unterzögen. ' I n h a l t. - Leitende Artikel: Politische Fragen vor dem Forum des mosaischen Rechtes. — Der Bannspruch gegen B.aruch; Spinoza. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarisches Wochenbericht. — Historische Notizen. . . ' . - . Zeitungsnachrichtenr Deutsch land: Frankfurt a. M., Frankfurt a. M., Augsburg, Aus Bapern. Preußen: Berlin, Berlin, Breslau, Schneidemühl, Aachen,/Bonn, Ottweiler, Heilsberg. Oefterreichischer Kaiserstaat: Krakau. Großbritannien: London. Frankreich: Breslau. Rußlaud: Warschau. - Hollamd: Amsterdam. Leitende Artikel. Bonn, 12. October. Koljtisthe Fragen vor dem Forum des mosaischen. Rechtes. Wir haben lange Zeit in: diesen Blättern wie in anderen Schriften genugsam diePrineipienwelche der Mosaismus für die menschliche Gesellschaft proklamirte, erörtert, ,um nicht! nunmehr auch die, schwebenden Fragen der Zeit von diesem Gesichtspunkte aus einer Prüfung und Beurtheilung zu unterziehen. Wenn man früher dergleichen Fragen und Untersuchungen nur einen antiquarischen oder historischen Werth beilegte,, und sie deshalb der Beachtung höchstens der Gelehrten, für werth Hielt, so hat sich unsere Zeit auch hierin von der Einseitigkeit und Engherzigkeit vergangener Perioden freigemacht.: Es ist jetzt ein allgemeines Bewußtsein, daß: es sich in der Menschenwelt nicht um eine augenblickliche Situation, nicht um. Knoten, welche.die Gegenwart geschürzthat, nicht um Persönlichkeiten handelt, die augenblicklich am Zenithe des' politischen -Himmels herrschen: sondern, daß diese Alle nur Glieder eines großen Entwicklungskampfes sind, daß in ihnen Allen große Principien walten, die mit einander im Streite begriffen sich gegenseitig bekämpfen und überwinden müssen. - Je weiter wir daher in die Geschichte der Menschheit zurückgehen und schon da diese Prineipien klar ausgesprochen und mit einander im Kampfe finden, desto verständlicher wird uns unsere! eigene Zeit, desto sichererwerden wir in unseren politischen- Anschauungen und Grundsätzen, desto muthiger' und zuversichtlicher werden wir aber auch den Verwirrungen und selbst den/Niederlagen gegenüber verbleiben. Wir haben daher den Mosaismüs in seinem social-politischen Theile immer als den Verkünder der großen Prineipien erkannt/ welche die menschliche Gesellschaft in ihrer Entwicklung durch' die'Jahrtausende zu verwirklichen habe / als "die - Lehre/ - welche die große Bahn der Menschheit für ihre Zukunft abgesteckt hat, als den mächtigen Bahnbrecher -der5 Menschheit. Mit nichten kann man also dieser- Betrachtungsweise vorwerfen, daß man mit ihr/auf einen alten überwundenen Standpunkt zurückgehedaß mander Jahrtausende vergesse, welche dazwischen .liegen, und die durch die Fortschritte der Menschheit bezeichnet seien, da es - sich vielmehr nicht ' um die Specialformen handelt, in welchen bei seinem Ursprung der Mosaismüs >sich ausprägte, sondern um die großen Gedanken und leitenden Axiome, welche er aufstellte, und