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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-14 · Heft 42 (14.10.1862) · p. Seite 592

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 42 (14.10.1862)
Date
1862-10-14
Page
Seite 592 (sequence 2)
Language
German
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^";iL ... *) ii i -i länder ^der Donau und selbst Rußland nicht daffelbe Schauspiel dar? Ueberal^,zwei Priucipien ig OppoWgiy aberWneft.Krise, keifte Dransactrönjj kein Mieg§und keine E-, -- noch durch zeitweilige Niederlagen entschieden wird, führen werde. Whr kann Niemand sagey, und allesWeitere gehörtin das Reich der 'Phrase. r Ausgleichung. Keine Krise, das zeugt uns das Beispiel Garibaldi's, der, wenn die Elemente für eine Krise vorhanden wären, einen Funken in den ungeheuren Zündstoff des ganzen Europas hätte werfen müffen, und welcher nicht einmal feine eigene; Natkdn in Bewegung setzen konnte, ohne daß man doch die größte innere Aufregung in dem italienischen Volke verkennen könnte. Keine Transaction, denn das Non possumus tönt, aus al l en Reihen im Süden wie im Norden. Dies ist das Eigenthümliche, vielleicht noch nie Dagewesene der gegenwärtigen Situation. Woher es so gekommen? Wir haben es bereits angedeutet. Die gegenüberstehenden Principien haben sich zum klarsten Bewußtsein und zur größten Schärfe der concreten Erscheinung ausgebildet; beide aber besitzen eine fast gleiche factische Macht, die sich einander bekämpfen, aber noch nicht besiegen kann: In denvergangenen Zeiten hat die democratische Partei oft den Fehler begangen, die Kraft des Gegners zu unterschätzen, sowie die absolutistische Partei die Macht des Gegners zu -überschätzen; die letztere erhielt ihre Niederlagen durch die Panik vor den Volksaufständen, jene durch die Unkenntniß -der Zähigkeit, die in der bis jetzt bestandenen und geschichtlich geordneten, dabei andauernden Kraft der organisirten Militär- und obrigkeitlichen Gewalt liegt. Hieran knüpft sich in jedem Geiste die Frage: wie dies weiter werden und enden solle? Wer aber könnte es wagen, diese Frage in den bestimmten vorliegenden Fällen beantworten zu wollen? Hier vermögen wir nur den Blick zu erheben, und über die ganze Geschichte schweifen'zu. lassen. Es ist nicht zu verkennen, daß das alte, bisher Bestandene die Macht der Autorität verloren hat und nur noch die der Organisation, besitzt; es ist aber ebenso sicher, daß das neue, sich Emporringende durch seine immer wiederholten und betreffs der einzelnen Resultate - erfolglosen Versuche an.Kraft verliert, weil -es zuletzt den Massen als ohnmächtig erscheint. Die Geschichte lehrt aber, daß eben in solchen Kämpfen sich die Gegenseitigkeit erschöpft und daß es also auf die Ausdauer und Consequenz ankommt, wohin der Sieg sich lenken werde. - Dieses Beispiel giebt die Geschichte des alten Roms, giebt die Geschichte des modernen Englands. Es wird also auf die Lebenskraft der europäischen Völker ankommen, zu welchem Ziele, der Kampf, der weder durch momentane Siege -; was gehört M einer rechten israelitischen ,:v. GMleinLe?, f. . , _; Bei dem fast aller Orten wieder erwachten Leben in den israelitischen Gemeinden wird die obige Frage und .ein.Versuch,..sie angemessen zu beantworten, weder unzeitgemäß noch nutzlos erscheinen. Gelingt uns der letztere, so haben wir dadurch den lebendigen Mitgliedern jeder Gemeinde -einen Maßstab an die Hand gegeben, um die Zustände der eigenen Gemeinde beurtheilen zu können, haben zugleich die nächsten Ziele gesteckt, nach deren Erreichung zu streben sei, die Bahnen gewiesen, auf welchen zu immer größerer Entwicklung gewirkt werden müsse. Als die erste Bedingung einer rechten israelitischen Gemeinde müffen wir eine angemessene und zweckentsprechende Organisation der Gemeinde aufstellen. Es ist in der That merkwürdig, wie der Geist der Zeit mit und wider den Willen der Menschen die kleinen wie die großen Erscheinungen in der Menschenwelt beherrscht, und sie fort und fort zur Umgestaltung zwingt. So ist es denn auch nachweislich, daß . die Verfassung der jüdischen Gemeinden den Richtungen der großen staatlichen Organismen gefolgt ist und folgt. So glichen die aus sieben oder achtzehn Notabeln bestehenden Vorstände, unter welchen Einer der leitende Vorsteher der Gemeinde war, auf ein Haar der ständischen Gliederung oder gar dem Kaiser mit seinen Kurfürsten, dem Könige mit feinem Pairs im Mittelalter. Wie sich aus diesen der Absolutismus entwickelte mit seinem unumschränkten Monarchen, so standen lange Zeiten die Vorsteher der jüdischen Gemeinden mit autokratischer Macht ausgerüstet da, bis endlich jetzt, wie in Staat und Stadt die constitutionelle Verfassung durchbricht, so auch die jüdischen Gemeinden sich auf diesem Boden neu organisiren. Aus dem einfachen Gedanken entstehend, daß eine Gesammtheit -nicht dem Willen eines Einzelnen unterworfen sein dürfte, aber ebensowenig die Gefammtheit ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen und zu verwalten vermag, hat die Verfassung, daß die Gemeinde ihre Vertreter, und diese einen Vorstand wählen, daß der Letztere die administrative und verwaltende, die Vertreter die ge-

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