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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-09-30 · Heft 40 (30.9.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 40 (30.9.1862)
Date
1862-09-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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26. Jahrgang. U l 1 g e m t t tt <> 4V. \; Er,, v"';v V.,. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson Ln Bonn. Leipzig, den 30. September 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in ll/i bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig ‘i( S&Ir. 15 Ngr. Vierteljährig. 22,/2 Ngr. Inserate werden mit l1/^ Ngr. für die Petitzeile -oder deren Raum berechnet. Beilagcgebnhren betragen sür 1 Bogen 4.Thlr., für 1/2 Bogen 3 Thlr., für ty* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der HaupUxpe» dition für beide Letztere hat sich düS Königl. Sächf. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inh a l t. Leitende ÄrtLkelr Die Briefe Heine's an Moser. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten ^Deutschland: Offenbach, Mannheim. Preußen: Trier, Trier, Aachen, Bonn, Frankfurt an der Oder. Oesterreichischer Kaiserstaat: Krakau. Schweiz: Endingen. Rußland: Mitau. / Leitende Artikel. Bonn, 21. September. Die Briefe Heine's an Moser. Mendelssohn hatte einerseits das bestehende Judenthum unangetastet aufrecht erhalten , andererseits von hier aus den Geist der Bildung in die Masse seiner Glaubensgenossen zu bringen und ihre Theilnahme an dem Culturleben des Menschengeschlechtes-durch sein Wort und sein Beispiel zu wecken gesucht. Je unvermittelter diese beiden Momente in ihm erscheinen, desto natürlicher war es, daß seine Schüler und Nachfolger, David Friedländer an der Spitze, sich auf den letzteren Standpunkt allein stellten, das bestehende Judenthum aufgaben und eine Vermittelung zwischen jüdischen und christlichen Ideen anstrebten. Selbstverständlich wurden sie deshalb vom Judenthume ' und Christenthume zurückgewiesen/ wie der bekannte Schriftenwechsel zwischen den „Berliner Familienvätern" und Teller nachweist. In der weiteren Entwickelung traten nunmehr Männer auf, welche zum factischen Judenthume zurückgingen, und dasselbe im Geiste der Zeit zu erfassen undmit diesem zu versöhnen anstreben wollten. Es war dies zuerst ein Beginnen, das sich in fruchtbarer und erfolgreicher Weise bis heute entwickelt und gestaltet hat. Damals, es war im zweiten Jahrzehend des laufenden Jahrhunderts, fing man mit zwei äußerlichen Momenten an, mit der Verbesserung des-öffentlichen Cultüs (Seesen, Hamburg, Berlin) und mit der Bearbeitung der Geschichte des Judenthums und der Juden. Wir sagen äußerliche Momente, weil beide Bestrebungen erst mit der Zeit nach jenen dringen, principiellen Boden erlangen, und so auf die innere Entwickelung des Judenthums einwirken und wiederum von dieser influirt werden konnten. Es versteht sich, daß' hiermit die Verteidigung der Juden, die Erlangung der bürgerlichen Rechte und die Civilisirung derselben als Zielpunkte sich verbanden. Man kann und darf hierbei nicht verkennen, daß innerhalb dieser ersten Periode einer wirklichen und nachher^ extensiv Und intensiv immer größeren Entwickelung das Interesse jener Männer am Judenthume erst noch eiw geschichtliches war. Sie waren noch nicht von den Ideen und Lehren des Judenthums, von seiner weltgeschichtlichen und weltgestaltenben Mission und Wirksamkeit erfaßt und durchdrungen, sondern vorherrschend nur von dem „traurigen' Geschick" ihrer Stammesbrüder und von dein Verlangen, dasselbe nach allen Richtungen hin zu bessern) afficirt. Hieraus wird man es erklärlich finden,

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