Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1862)
- Date
- 1862-08-19
- Page
- Seite II (sequence 18)
- Language
- German
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— II — Zu allen Zeiten waren die Blicke des über dem ganzen Erdrunde zerstreuten Israel Palästina, dem Lande der Vater zugewandt) zu allen Zeiten stoffen alljährlich dem heiligen Lande Spenden zu, um den in Dürftigkeit und Noth dort lebenden Glaubensbrüdern die helfende Hand zu reichen. — Auch in der Gegenwart ist die Theilnahme für das heilige Land und unsere dortigen Glaubensbrüder nicht geschwunden, nein, sie wird von Tag zu Tag größer, mit dem Unterschiede jedoch, daß es in der Gegenwart nicht gilt, ein müßiges, beschauliches Leben auf dem heiligen Boden zu fördern, sondern vielmehr nützliche Thätigkeit zu unterstützen, für Ackerbau zu gewinnen, mit einem Worte, die Einwohner Palästinas durch verbessertes Schulwesen und geordnete Colonisation der europäischen Culrur zuzuführen: gewiß ein heiliges Werk, dem in der jüngsten Zeit nicht nur Männer des sogenannten alten Schlages, sondern Männer der modernsten Bildung, die auf der Höhe der Zeit stehen, ihre volle Theilnahme, ja ihre ganze Thätigkeit zuwenden. — Die Liebe zu unserm derzeitigen Vaterlande wird durch unsere Theilnahme für das Land der Väter nicht geschmälert; wohl aber ist cs ein Verdienst, ja eine Psticht, den civilisatorischen Einstuß Europa's auf das Land geltend zu machen, dem, als die Wiege der Religion, das gebildete Europa, ja die gebildete Welt überhaupt Kultur und Civilisation zu verdanken hat. ' Leipzig, den 9. Juli 1862. Dr. A M. GoldschmiLt. Herrn Dr. Lorje zu Frankfurt a. O. Hochgeehrter Herr Dr.! Einem so warmen herzlichen Schreiben, wie das ist, das Sie mir gütigst durch Herrn Blumenthal übersandten, kann man auch nur warm und aufrichtig antworten. Ich beginne also mit den Worten: „Glauben Sie, daß mein Beitritt zu dem von Ihnen so warm angepriesenen Unternehmen etwas zu dem Gelingen des Planes beitragen kann, so will ich kein Hinderniß sein rc. ' Paris, den 6. Juni 1862. Albert Cohn. Yift YaYn baw ^3 wn« Wenn am Zerstörungstage Jerufalem's wehmüthige Klagen über den Verlust unserer Nattonalherrlichkeit und besonders des heiligen Landes auf Euren Lippen ertönen, dann hütet Euch vor dem Tadel ('in '*©■’) pN"> 13^1 Wohl gab es eine lange trübe Zeit, in welcher unsere Väter nichts Anderes für das h. L. thun konnten, als Gott um eine bessere Zukunft anzurufen; jetzt aber hat Gott eine bessere Zeit herbeigeführt. — Es ist uns nicht mehr bei Todesstrafe verboten, uns Jerusalem zu nahen; zahlreiche Gemeinden bewohnen die heiligen Städte; es ist erlaubt, dort Grundstücke zu erwerben, und unsere Pflicht ist es, dies zu thun. Nichts hindert uns daran, wenn nicht Mangel an richtiger Einsicht und thätiger Liebe zum Lande unserer Väter. 'un ■’amsn NP7L3 sagt das Wort Gottes ('*73 '■>:>©*>) Wenn Ihr auf Lurus und dergleichen enorme Summen verschwendet, so habt auch Herz für die Ehre Eures Volkes, für Eure Brüder in Palästina, welche aus Mangel an dauernder Arbeit im Elend verkommen. — Schon hinreichend ist klar bewiesen, daß Religion und Vernunft uns gebieten, zur Ehre und zum Wohle unseres Volkes mit Ackerbau-Colonien in ba-M*» yia zu beginnen. — Talmud-Gelehrten empfehlen wir das ynü niöm 'o Deutsch-Gebildeten das Buch: „Rom und Jerusalem." Ein fester Centralpunkt für dieses Streben ist gewonnen. Dem Unterzeichneten ist es gelungen, einen Colonisations-Verein für Palästina ins Leben zu rufen, der sich-bereits weithin ansehnlicher Theilnahme erfteut, und dessen Statuten-Grundlage hier beigefügt ist.