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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-08-19 · Heft 34 (19.8.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 34 (19.8.1862)
Date
1862-08-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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26. Jahrgang. Allgemeine 34. Zeitung -es Zudenthums. Ein ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner JDr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 19. August 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal,. Dienstags, in 1*/, bis 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22l/i Ngr. Inserate werben mit 1J/:s Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühre^r betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für xj'i Bogen 3 Thlr., für l/4 Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS«Expeditionen nehmen Bestellungen an;> der Haupterpe« dition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt. ZeitungS - Bureau hier unterzogen. Anhalt. Leitende Artikel: Die Reform im Judenthume. IV. — Die Belgrader Juden. — Literarischer Wochenbericht. — Bemerkungen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Gießen. Preußen: Bonn, Köln, aus der Mark. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pesth, Raab, Raab. Schweiz: Aus dem Aargau. Palästina: Jerusalem. Leitende Artikel. Bonn, 10. August. Dir Reform im Judenthume. \T. Bis hierher hatten wir also die gesummte jüdische Masse im westlichen und mittleren Europa, ohne Unterschied besonderer Richtungen, nur im Verhältniß der verschiedenen Stufen, die sich in jeder größeren Volksmasse darstellen, wobei jedoch nicht zu übersehen, daß bei den Inden die Mittelclasse die ungemein größere Mehrheit bildet, den Gang der Reform in allen äußeren und inneren Momenten und Beziehungen gleichmäßig durchschreiten. Wir erkannten, daß sie allesammt die Reform angenommen, so daß nur auf dem Gebiete des Cultns eine Verschiedenheit zu Tage kommt, da die Einen die Consequenzen ihres durch und durch reformirten Wesens und Verhältnisses in Cultus nicht gelten lassen, sondern aufhalten oder doch nachdrücklich beschränken, die Anderen sie auch auf den Cultus wirken und ihn umgestalten lassen wollten, die Dritten endlich die Reform des Cultus so weit ausdehnten, daß ihm fast alles eigentümliche Gepräge verloren ging. Betrachten wir dieses genauer. Der Cultus ist.die Ausprägung der in der Religion vorhandenen Lehren, Gedanken und Vorschriften in concreter Erscheinung. Er soll jene in dieser hervortreten lassen und wirksam machen, so daß die Lehren, Gedanken und Vorschriften dadurch theils erkennbarer und bewußter werden, theils auf den Geist der Bekenner eine nachhaltigere Herrschaft üben. Hieraus geht seine Nützlichkeit und Notwendigkeit hervor, und da er zugleich zum Mittelpunkte und Verbände aller Bekenner dieser Religion dient, seine Unentbehrlichkeit. Bei dem jüdischen Cultus kommt nun noch hinzu, daß das Iudenthum von seinem Ursprünge an die Vereinbarung der Idee und der Wirklichkeit, der Lehre und des Lebens zur wesenhaften Tendenz hatte, daß diese, im Mosaismus vollständig durchgeführt, auch in den späteren Phasen des Judentums, so viel die äußeren Verhältnisse es nur gestatteten, aufrecht erhalten wurde, und sich darum, je mehr das bürgerliche und gewerbliche Leben ihr seit der Zerstörung und Zerstreuung entzogen ward, vorzugsweise auf den Cultus warf und ihn so zum bedeutendsten Factor des jüdischen Lebens in der talmudisch-rabbinischen Periode machte. Dennoch geht auch aus der oben bezeichneten Natur des Cultns die unabweisliche Forde-

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