Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1862)
- Date
- 1862-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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26. Jahrgang. 5( 1 I 0 c tlt C t tt ( 33. Zeitung -es Ju-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 12. August 1862. Diese Zeitung erscheint wSchentlich einmal, Dienstags, in ll/n bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/r Ngr. Inserate werden mit l'/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum bcreibnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für */a Bogen 3 Thlr.. für V* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZcitungS .Expevitionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Köntgl. Sachs. Haupt. ZeitungS» Bureau hier unterzogen. - I nh a l 1. Leitende Artikel r Die Mamins, eine jüdisch-türkische Secte. — Der Sieg der Ultramontanen im Aargau.— Denkschrift israelitischer Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz.— Literarischer Wochenbericht. ' Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Baden, Dresden. .Oesterreichischer Kaiserstaat: Aus Galizien, Nikolsburg. Rußland: Warschau, Warschau, Mitau. Meriko: Meriko. Leitende Artikel. Salonicht, 15. Juli. Wie Mamins, eine jüdisch-türkische Serie. Unter obigem Datum enthalt der „Levant“ folgende, sehr interessante Correspondenz: *) „Man weiß, daß in Salonichi seit einigen Jahr- *) Wir brauchen unfern Lesern die Geschichte des Sabbathai Zwi (geboren den 9. Ab 1641 in Smyrna) nicht zu erzählen, der sich für einen Messias ausgab, in Salonichi seine Thätigkeil eröffnete, und als er mit dem Tode bedroht ward, zum Islam überging, und dessen Schule den Lehrsatz festhielt, es sei gestattet, das Chrifienthum oder den Islam anzunehmen, um für das kabbalistische Iudenthum sortzuwirken. Bekanntlich verloren sich in Europa die letzten Reste seiner Secte im letzten Iahrzehend des vorigen Jahrhunderts. Daß aber in Salonichi noch eine so bedeutende sabbathäische Gemeinde bestehe, ist uns neu. Die Redactio n der Mg. Ztg. d. Jud. Hunderten die Secte der Mamins*) besteht, die von den Türken „Deumnös" benannt wird, was Bekehrte bedeutet. An Männern, Frauen und Kindern beläuft sich ihre Zahl jetzt auf 5000 ungefähr. Ihr alter Stamm ist jüdisch, entsprossen von den Juden, die aus Spanien verbannt, sich zu Salonichi niedergelassen haben. Zwei ihrer Rabbinen, Sabbathai Sevi und Brazulai, die zu zwei verschiedenen Zeiträumen ein Schisma bildeten, hatten mehrere der besagten Familien mit sich gezogen, welche damit endeten, gleich ihren Häuptern, den Islam zu bekennen. „Diese Secte der „Deumnäs" oder Mamins hat ihre Unterabtheilungen, die sich niemals weder in geistiger noch in weltlicher Beziehung unter einander vermischten, noch weniger aber mit den Türken, obgleich sie anscheinend die mohamedanische Religion bekennen, ohne indessen aufzuhören Juden zu sein; ihr Typus, reines Blut, ist nicht entartet; auf welche Art sich die Mamins auch kleiden mögen, man erkennt doch, daß sie dieser Race angehören; ihr Glaube, ihre Gewohnheiten, die Entscheidungen ihrer Streitigkeiten und zuweilen ihre Meinungsverschiedenheiten in Erbfachen oder Geschäfts-Angelegenheiten werden durch sie selbst gerichtet und entschieden, zuweilen auch durch ein geheimes Correctionstribunal von strenger Gerechtigkeit und mit dem tiefsten Geheimniß bedeckt. Niemals noch ist eine Sache zwischen Mamin und *) Mamins, Gläubige.