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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-07-15 · Heft 29 (15.7.1862) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 29 (15.7.1862)
Date
1862-07-15
Page
Seite 398 (sequence 12)
Language
German
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gen Angelegenheit.sich auch ferner, nach Möglichkeit anzunehmen, welche Wortewir sind dessen gewiß — die verdiente Beherzigung gefunden. - Als Ort der nächsten Conferenz wird Köln gewählt und als Zeit wieder Pfingften. Der Vorsitzende bittet dann die, Lehrer, unserer Aufgabe auch nach ihrer Rückkehr in die Heimath Angedenk bleiben zu wollen. Wenngleich das Institut noch jung sei, so habe es doch, schon Gutes gewirkt und werde unter Gottes Beistand immer mehr Segen für Schule, Gemeinde und Iudenthum verbreiten. Die Reise zu den Conferenzen sei für die. Lehrer keineswegs eine Vergnügungstour im gewöhnlichen Sinne. Sie verlange Opfer, welche indeß durch das freundliche Entgegenkommen in den Orten, wo die Conferenz tagt, erleichtert werden. Besondere Freude gewähre es, daß in Essen die Aufnahme eine so warme und liebevolle gewesen, wofür die Versammlung, der Aufforderung des Redners folgend, durch Erheben von den Plätzen ihren Dank ausfpricht. Redner dankt schließlich dem Gaste, Herrn vr. Philipp son, für die Freundlichkeit, mit welcher derselbe der Einladung gefolgt und für die Rathschläge, die derselbe aus dem reichem Schatze seines Wissens und seiner Erfahrungen der Versammlung mitgetheilt. Hierauf nimmt Herr ür. Philippson nochmals das Wort. Ingeist- und gemüth voller Weise spricht derselbe über das Verhältniß der Schule zur Synagoge, der R a b b i n e r zu den L e h r e r n. Beide Factoren, Beider Bestrebungen seien durchaus identisch. Der Rabbiner habe seine Wirksamkeit auch auf die Jugend auszudehnen, wie der Lehrer seine Wirksamkeit mit der Schule nie als abgeschlossen zu erachten, sondern auch auf die Erwachsenen auszudehnen habe. Eine Religion, die nicht gelehrt werde, müsse sterben, sowie eine Schule, die ihre Grundlage nicht in der Religion finde, ihre besten Früchte verderben sehe. Redner anerkennt den Fleiß und die Strebsamkeit der Conferenz, bewundert ihre Ausdauer in dem jahrelangen Ringen nach dem Bessern, macht auf die Möglichkeit aufmerksam, daß die Petition „den Weg alles Fleisches gehe", wünscht, diesen Fall ungescheut ins Auge zu fassen und zu überlegen, was dann zu thun, um das jüdische Schulwesen zu verbessern und einer größer» Entwickelung entgegen zu führen. Die Beantwortung dieser Frage möge eine folgende Conferenz sich als Aufgabe stellen, doch wolle er schon jetzt einen Fingerzeig geben. „Hilf dir selbst, so hilft dir der Himmel!" möge die Versammlung beherzigen, und möge die Entwickelung eines esxrit de corj)s,; der ja nicht auf materielle Interessen gerichtet, anstreben, .unbekümmert darum, wenn der Mißverstand diesen bei Standesgenossen herrschenden Geist, für Einseitigkeit ansieht. Der Redner schloß mit den Worten: „Pflegen Sie den esprit de corps! Stehen Sie Alle für Einen und Einer für Alle!" Die ehrwürdige, etwas angegriffene Gestalt des Mannes, der hohe Geist und die gemächliche Herzlichkeit des ihm eigenchümlichen, für seinem hohen Beruf geschaffenen Organs erwärmte und begeisterte alle Anwesenden. WaS die Conferenz auch gebracht, was sie geleistet: die herzergreifende Schlußrede gab ihr eine besondere Weihe und wird im Gedächtniß aller Anwesenden unvergeßlich bleiben^ — Wir können unfern Bericht nicht schließen, ohne den biedern Familien Essens nochmals den wärmsten Dank auszudrücken für die Art, mit welcher sämmtliche Lehrer aufs Freundlichste und Zuvorkommendste in Privathäusern ausgenommen wurden. Der Geist,, der in dieser Gemeinde herrscht, spricht sich am besten in den blühenden Schul- und Synagogenverhaltnissen aus. Gottes Segen ruhe auf ihr! H errm anns. Anzeigen. Die in hiesiger Gemeinde noch vacante Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle soll zu Michaelis besetzt werden. Bei freier Station und außer Schächtergebühr wird ein fixer Gehalt bis 150 Thlr. Crt. gezahlt. Geehrte Reflectanten wollen sich in portofreien Briefen wenden an den Vorstand. Dömitz, Mecklenb.-Schwerin, im Juni 1862. Joel Wolffenstein. Offene Stelle. Die Stelle des Isten Cantors in Gothenburg in Schweden ist sofort zu besetzen. Gewünscht wird ein im Mannesalter stehender unverheiratheter Mann, der eine schöne Stimme hat und musikalische Kenntnisse besitzt, um Kinder zum Chor heranzubilden, auch völlig in der hebräischen Sprache bewandert ist. — Gehalt ist 700 Thlr. preußisch Courant jährlich, und kann durch Privatunterricht, wozu viel Zeit übrig bleibt, erhöht werden. < Sich qualificirende Bewerber belieben sofort ihre Gesuche, mit beglaubigten Zeugnissen versehen, an den Vorstand der mosaischen Gemeinde in Gothenburg, Königreich Schweden, per Post einzusenden. Der Vorstand.

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