Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 26 (24.6.1862)
- Date
- 1862-06-24
- Page
- Seite 351 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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351 * lim Feststellung der Wahrheit Handelt,.- müssen solche von der /Bibel-, dunkel gelassene Stellen als dunkel, Muthmaßungen hierüber als solche bezeichnet werden«- In der untersten Masse jedoch, wo die Kinder noch nicht zwischen Wahreck,.und Falschem, zwischen Wirklichem und Mögli- ^em, hlös, .Gedachtem ,unterscheiden; wo. es hauptsächlich giltdenselben ein klares, anschauliches, vollständiges, lebendiges, durch keine Dunkelheiten und Lücken entstelltes Bild vor ihr geistiges Äuge zu führen : da muß dev.Tön der Erzählung ein. bestimmter, entscheckender sein; /da dürfen solche Vermuthungen als wahr und wirklich, in-der Begebenheit liegend dargestellt werden, um so den jungen , än iden Geist der Kinder zu senkenden Stamm der Geschichte zu stützen, bis. er der Stütze nicht mehr bedarf.*) ... .. Endlich, möchte ich auf. noch einen Fehler aufmerksam machen,den sogar manche geschickte Lehrer begeht, indem er-! des Guten zu viel thun will, nämlich auf die allzu frühe moralische Ausbeutung der biblischen Geschichte. Ja, sogar üsiter.den.gedrststten biblischen Geschichtsbüchern, wo-> mit das jüdischeAublikum seit einem Jahrzehend wahrhaft überschwemmt worden, macht sich manches Büchlein dieses den Kindern nachtheiligen Fehlers schuldig. So bekam ich öör Kurzem ein Büchlein zur. Einsicht, betitelt: m^bnn ^22 oder-„Biblische Geschichten der Kinder Israels", Berlins. 18.55, das - seiner Anlage nach für Kinder der Unterclaffe berechnet zu sein scheint, und dennoch findet sich darin nach einerjeden.ünzelmn, oft sehr kurzen Geschichte eine Unzahl ' von moralischen und religiösen Lehren angehäug^ hierfür/ dieses Alter, würde sie ein Lehrer, nach des Verfassers Wunsche, als Winke benutzen, nur.schädlich sein könüeck Äüf dieser Stufe waltet bei dem Kinde noch durchweg .die Anschauung, die Einzelvorstellung, das Concrete vor, /nicht - aber der Begriff, . die Idee, das Abstracto; daher-soll die Erzählung der biblischen Geschichte zwar sittkW undreligiöse Situationendurch Thatsachen versinnlichen^ wobei eine kürze Wendung an das sittliche Gefühl der Kinder wöhs gestätiet ist, . nicht aber zu langen, oft nur ^) Äm Mißverständnissen vorzubeugen, werde hier rsMrMich bemerkt, daß meine Ansicht - durchaus nicht. Myj/jann,/M/.'sirlle man im ersten Cursus muthmaßliche HHMSbU^als^.^,Mstvisch.,wahr" ausdrücklich bezeichnen, sondern,7mansolle Ach -. hier in gar keine Scheidung und; Hrennung. zwischen dem Historisch-Wahren und dem als MßeH^ühhüng.Drngestellteueinlassen. Uebrigens werde r ich ick zweites CursuS.wieder.auf diesen Punkt zurückkomj men.' ,Aumerk^ d. Eins. künstlich hervorzubriiigeuVen morAischen Herleitungen benütztwerden/" . - -- - - - -■>; Geschieht dies aber dennoch, so entsteht daraus.Dasjenige, was die Pädagogik die. Unwahrheit des Unterrichts nennt, d. h. die Kinder verbinden mit-den Wörtern gar keine; oder irrige Vorstellungen, und aus diiser intellektuellen Unwahrheit folgt die moralische: die Kluft zwischen Gedanke, Wort und That.; ' A n zeige n. Zu Michaelis d. I. wird in hiesiger israelitischer Gemeinde die Stelle eines' R'eligionslehrers, Schächters und Vorbeters vacant. Hierauf Reflectirende haben sich beim hiesigen Landesrabbiner, Herrn Dr. Cohn, einem Gramen zu unterwerfen, und wollen sich gefälligst in portofreien Briefen wenden an den Vorstand der israelit. Gemeinde Sirnon Gol-fchmibt, Sainuel BüMard. N e ü-- B ü ck o w (in. Mecklb.-Schwerin), Mai 1862. . An unserer Religionsschule soll -die -mit einem Gehalt von 100 Thlrn. und freier Station dotirte zweite Lehrerstelle zum 1. October s. e. vorläufig auf ein' Jahr wieder besetzt werden. Qualificirte Bew erb erw ollen unter frankirter Einsendungihrer Zeugnisse sich baldigst bei uns melden. /' " ‘ An ela m, den 25. Mai 1862/ Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. Ein geprüfter israel. Lehrer, der zugleich Schochet . und Vorbeter ist, kann - bei einem jährliches Gehialte bön 100 Thlrn., freier Station cknd^ eircck' SvMhlrck'Rebeneinkommen bei unserer Gemeinde zück 1.-Oktober d. I. eintreten. - . t '.“T'' Resiectanten wollen sich entweder persönlich oder. in frankirten Briefen unter Beifügung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstande melden. Templin, den 21. Mai 1862. Der Synagogen-Vorstand. _ I. Kohlt.; Die hiesige isr^Geckeind^ suchte sogleich bder-zu Michaelis einen Lehrer und ^Schächter. Gehalt beissreidr Station äußer/Schechitä 90 Thlr. Pr. Crt. Offerten'werden portofrei erbeten, . ' Laage'(Mecklenburg), im Juni 1862. Der V o r.st a n d. ';, Die hiesige israelitische Cüliusgemeinde sucht'bis zum 1/September s. o. einen' ReWvützlehöe^; ^.eschür'.'züglejch das Vorbeterackt übernehmen muß.; Hierauf Restectirehhe wollen sich franco an den Unckrziichneten weüven. ' / ' Hadamar, ick-Jüni 1862. ' ’n'J~ iü f SiWvN Wvlf. 26**