Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1862)
- Date
- 1862-05-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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26. Jahrgang. Allgemeine lt^> Zeitung des Judenthums. Ein ^. WßaMffches Drg«t. für alles Mische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 27. Mai 1862. ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in 1 ,/a bis 2 Bogen. Preis deS Jahrgang« 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Dierteljährig 22'/r. Ngr. Inserate werden mit l'/a Ngr.für die Petitzcile oder deren Raum bereäniet. Beilagcgebührcn betrugen für 1 Bogen 4 Thlr., für >/2 Bogen 3 Thlr. / für '/4 Bogen 2‘ Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpe» dition für beide Letztere hat sich das Köntgl. Sachs. Haupt «Zeitungg. Bureau hier unterzogen. .,\ Inhalt.; Leitende Artikel: Wochenschau. — Schweiz: Endliche vollständige Einancipation. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: D e u tsch land: Aus dem Hannoverschen, Neustadt, Karlsruhe; Hamburg. Preu ß e n:Wielefeld, Myslowitz. Oesterreichischer Kaiserstaat: Aus dem Tokayergebirge, Preßburg, Lemberg, Wien. Donaufürstenthüm-er: Bottuschan. Türkei: Konstantinopel. Leitende Artikel. Bonn, 18. Mai. Wochenschau. Niemals: hat sich die Stimmung eines Volkes auf dem Wege des Gesetzes mit größerer Bestimmtheit und entschiedenster Uebereinstimmung ausgesprochen als. das preußische in den Wahlen zum Abgeordnetenhause. Hierbei sind zwei Momente hervorznheben. Zuerst, daß das Wahlrecht ein allgemeines in der Abstimmung, also das ganze Volk vertreten ist, zweitens, daß die Eintheilung in zwei Wahlerclaffen nach dem Census den Einwand, daß es eine Abstimmung, nach der Kopfzahl sei, und daß daher die Massen, den intelligenteren Th eil überstimmen, nicht zuläßt, indem sich durch jene beschränkende Eintheilung gerade erweist, daß? die besitzenden und reichen Classen nicht minder als die-unteren Volksschichten gegen alle pea^tsonaren unh feudalen Tendenzen protestirten. Der Beweis ist geführt, wenn ein solcher noch geführt zu werden brauchte, daß die liberalen Grundsätze vom g a n z e n Volke bis auf einen geringsten Bruchtheil getheilt und in ihrer Verwirklichung nachdrücklich gefordert werden. Selbstverständlich liegen die.Folgen noch im Dunkel, wenn die Entscheidung auch nahe sein muß. Will das Ministerium bleiben^ so muß es entschieden den liberalen Forderungen nachgeben, und wenn auch verzögert, werden auch wir Juden allmählig die Früchte einsammeln; stemmt jenes sich aber hartnäckig entgegen, so muß der Conflict, um so rascher zum Austrag kommen. — Wir begrüßen die Conferenz, welche in Ungarn von Gemeindevorstehern, einigen Rabbinen und vielen Lehrern stattgefunden, mit großer Befriedigung. Ein jeder allgemeine Akt des Lebens und der Lebenskraft ist schon an und für sich erfreulich. Noch erfreulicher ist es aber, daß nach den . uns zugekommenen Berichten auf dieser Conferenz ein versöhnlicher, ein Geist der Eintracht wehete, daß man den allseitigen Forderungen zu genügen bestrebt war; man wollte der ungarischen wie der deutschen Sprache, den Gemeinden wie den Lehrern gerecht werden. Und so fügen wir nur den Wunsch Hinzu, daß der Aussprache so vernünftiger Ansichten auch die Realrsirung folgen möge! — Durch die Annahme des Niederlaffungsgesetzes auch Seitens der ersten badischen Kammer ist für die Israeliten in Baden die Gleichstellung erst eigentlich gefördert worden. Die Reciproeität, welche dem Bedünken der Regierung Vorbehalten worden, mag für die übrigen deutschen