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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-20 · Heft 21 (20.5.1862) · p. Seite 277

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 21 (20.5.1862)
Date
1862-05-20
Page
Seite 277 (sequence 13)
Language
German
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277 auch der deutschen Sprache in der künftigen jüdischen Volksschule Rechnung getragen werden muß. Herr Dr. Jellinek candidirt für die erledigte Deputlrtenstelle zum niederösterreichischen Landtage und erhielt, bei der Probewahl 85 Stimmen, die eigentliche Wahl findet den 5 Mai. statt. Deutsch. Türkei. Konstantinopel, 30. April. Dem „Levant“ wird geschrieben: „Sehr ernste Streitigkeiten sind dieser Tage unter den hiesigen Israeliten ausgebrochen. Das griechische Journal „Byzantis" erzählt auf folgende Weise diesen Vorgang, der hier ziemliches Aufsehen erregt hat: „Großer Streit besieht jetzt zwischen der eingeborenen jüdischen Gemeinde und dem israelitischen Banquier Camondo. Ein hebräisches Blatt, das unter den Anspielen des Herrn Camondo erscheint, hat sich gegen die Vorurtheile der Israeliten erhoben, indem es seine Glaubensgenossen zum Einschlagen der Bahn des Fortschrittes ermahnte. Die Sprache des Journals mißfiel vielen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und besonders den Rabbinen, und einer von ihnen ging neulich zu Camondo und forderte ihn in sehr unhöflichen Ausdrücken zur Entfernung des Redacteurs des genannten Blattes auf. Herr Camondo befahl die Arretirung dieses Rabbinen. Diese Maßregel erzürnte aber dessen College» so sehr, daß sie kurze Zeit nachher den Camondo in mehreren Synagogen excommumcirten' Vergangenen Freitag, als der Sultan sich zur Moschee Eyub begab, hatten sich ungefähr 5000 Juden auf den Brücken und Quais von Haskeui und Balata versammelt, und überreichten dem Sultan eine Eingabe, damit er sich von der Sachlage unterrichte und die Freilassung des Gefangenen anordne, was auch geschah. Gestern begaben sich mehr als 500 Israeliten zur Hohen Pforte und überreichten eine Petition gegen Camondo." — Der Correspondent des „Levant“ verspricht, seine Mittheilungen über diesen Gegenstand sortzusetzen. Anzeige n. Vom ersten Mai v. an nehme ich meinen Wohnsitz in Bon» am Rhein (Maarflach I.it. 6. Ho. 1311).), und bitte ich von dieser Zeit ab alle Briefe an mich dorthin zu adressiren. vr. Ludwig Philippfon. Bacanz. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle ist sofort zu besetzen. Dieselbe gewährt ein festes Einkommen von 5—600 Thlrn. jährlich. Bewerber, welche mit musikalischer Bildung eine angenehme und gut geschulte Stimme verbinden, auch die Befäbigung haben, in der 2ten Classe der Religionsschule Unterricht zu ertheilen, wollen sich bei Einsendung der erforderlichen Zeugnisse alsbald beim Unterzeichneten melden. —Reisekosten werden nicht vergütet. Graudenz, den 28. April 1862. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. I. Mühlendorff. In unserer Gemeinde find zum Iften October d. I. folgende Stellen: eines Predigers, welcher auch den Religionsunterricht zu geben hat, und die eines Cantors und Schächters vacant. Erstere Stelle bringt einen jährlichen Gehalt von Thlr. 700. und circa 100 Thlr. Nebeneinkünfte, und letztere Thlr. 400. nebst circa Thlr. 100. Nebeneinknnfte und freie Amtswohnung. Qualificirte Bewerber wollen sich durch frankirte Einsendung ihrer Zeugnisse bei uns melden. Stargard in Pommern, 25. April 1862. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ernst Levin. Die hiesige Lehrer-, Cantor- und Schächterstelle, verbunden mit einem festen Gehalte von 250 Thlrn. und dem Einkommen der Schechita von circa 100 bis 150 Thlrn., ist sofort zu besetzen. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bis zum Isien Juni a. e. bei dem Unterzeichneten Vorstande persönlich oder schriftlich melden. Greifenberg in Pommern, den 8. Mai 1862. Der Vorstand der S^nagogen-Seinernde. Für die hiesige Gemeindeschule wird sofort ein Lehrer gesucht. Gehalt 300 Thlr. Pr. Crt. nebst freier Wohnung. Bewerber wollen ihre Zeugnisse bald einsenden dem Gemeinde-Vorstände in Friedrichstadt (Herzogth. Schleswig).

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