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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-05-13 · Heft 20 (13.5.1862) · p. Seite 258

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 20 (13.5.1862)
Date
1862-05-13
Page
Seite 258 (sequence 8)
Language
German
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258 Literarischer Wochenbericht. München, 24. April. Die Karte: Palästina, vom Rabbiner Dr. E. I. Blücher, fand in dem katholischen Blatte „ Münchener Jugendfreund" folgende günstige Beurtheilung, woselbst sechs Vorzüge dieser Karte aufgezählt werden. Die soeben erschienene Karte „Palästina der ältern biblischen Zeit von Dr. E. I. Blücher" zeichnet sich durch mehrfache Vorzüge aus. Reichhaltigkeit der dahin gehörigen historischen Ortsnamen (ebenso der Namen der Berge und Flüsse) ohne Ueberladung; die Bezeichnung der ältern und ältesten Bewohner ein und derselben Stelle (durch verschiedene Farbenschrift ohne Verwechslungsmöglichkeit); Feststellung zweifelhafter Situation (als Ergebniß gründlicher Forschung, wie: „Arotzr-Städte" auf Grund des Jes. 17,-2.), ferner Niedlichkeit, Deutlichkeit der Ausstattung, Leichtigkeit des ganzen Bildüberblickes, wie die Billigkeitdes Preises (trotz Rabatt und Porto-Ausgaben); alle diese Eigenschaften sind die empfehlenden Vorzüge dieser Karte, deren Verfasser (dem schon im Jahre 1850 eine Lehrkanzel bei der k. k. Franzens-Universität verliehen worden ist) durch seine wissenschaftlichen Werke die übereinstimmende Anerkennung erworben hat. Ueberdies hat diese Karte auch die methodisch zweckmäßige Eigenschaft, daß dem nachtheiligen „Herablesen" durch die Zartheit der Schrift vorgebeugt ist, wonach das Kind angewiesen ist, die Situation sich wirklich zu merken, ohne sich auf das „Herablesen" zu verlassen, ungefähr wie es bei jenen Karten geschieht, wo neben dem Naturbilde jede Schrift absichtlich weggelassen ist. Seit dem Jahre 1849 ist dies die fünfte Auflage, die von demselben Verfasser bearbeitet worden, und woran in jeder Beziehung wissenschaftliche, methodisch und artistisch bedeutende Verbesserungen entstanden sind. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Karlsruhe, 25. April. Nach etwas mehr als vierstündiger Debatte, in der nur eine Stimme (der Abgeordnete Federer) sich, gegen das Princip des Gesetzes erhob und den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung stellte, wurde der Gesetzentwurf über die volle bürgerliche Gleichstellung der Juden von der zweiten Kammer einstimmig angenommen. Die Debatte bewegte sich größtentbeils um Fragen der Redaction und der Erläuterung einzelner Bestimmungen; obwohl von mehrstündiger Dauer, war sie doch ohne große Tragweite. In allen wesentlichen Punkten siegte die Ans sicht der Commissionsmehrheit. Die Hauptmodification: Verlängerung der Zulassungsfrist zu Bnrgernutzen und Armenunterstützung von 5 auf 10 Jahre, ohne daß ein Gegenantrag auf Wiederherstellung des Regierungsentwurfes gestellt worden wäre, wurde angenommen. 'Auch der Präsident des Ministeriums des Innern, obgleich er principiell lieber Alles sofort gewährt hätte, fügte sich den Gründen der Schonung materieller Interessen. Auch Kusel legte eine kurze Verwahrung zu Gunsten dieses principiellen Standpunktes ein. Die einstimmige Annahme wurde dadurch erzielt, daß sich der Abgeordnete Federer vor der Abstimmung entfernte. Die Kammer selbst war wohl durch dieses glänzende Schlußergebniß ein wenig überrascht. Aus Oberhessen (Kurhessen), Ende April. Die Besetzung der ausgeschriebenen Provinzialrabbinerstelle für die Provinz Oberhessen hat endlich stattgefunden. Hohe Regierung hat den Herrn Gersfeld, bisherigen Kreisrabbinen in Rothenburg an der Fulda, zum Provinzialrabbinen bestellt und damit wohlweislich eine Agitation beendet, welche nicht immer das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden wußte. Möge die Wirksamkeit des neuen Herrn Provinzialrabbinen eine recht segensreiche werden. Es ist in den israelitischen Cultnsverhältnissen unserer Provinz so Manches zu ordnen, was einer kräftigen Hand bedarf. So die Einführung einer gleichmäßigen Shnagogenordnung, indem man von dem jetzigen Zustande wohl sagen kann: rrya ©■»« so die Beschränkung der Schochtim, deren Zahl Legion ist; so der sich immer mehr als höchstes Bedürfniß erweisende Anschluß unserer Provinz an das israelitische Lehrerseminar in Kassel rc. rc. Aus gemachter Erfahrung möchte ich alle Diejenigen, welche eine min schreiben lassen, darauf aufmerksam machen, kein lackirtes Pergament hierzu verwenden zu lassen, wie solches jetzt in den Fabriken bereitet wird, indem solche Thorarollen durch Abspringung des Lackes nicht nur leicht schadhaft, sondern oft ganz unbrauchbar werden. Auch wird dieses lackirte Pergament meistens aus Schaffellen bereitet. 6.8.

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